Schleichwerbung
Product Placement gehört zur wahren Werbe-Welt
03.08.2009 | 00:01 Uhr 2009-08-03T00:01:00+0200Essen. Auch wenn Dittsche in seiner Pommes-Bude bereits auf auf das "perlende" Krombacher verzichtet, könnte Product Placement in Zukunft zunehmen. Vor allem bei den Privatsendern, einer EU-Richtlinie sei Dank. Doch die Kritiker stehen bereits in den Startlöchern.
„Krombacher” war Dittsches bevorzugtes Pils, als er 2004 begann, das „wirklich wahre Leben” in der Eppendorfer Grillstation zu erklären. Seit Herbst 2005 heißt das Gebräu „Dittschbergers Pilsener”. Der Grund: Der produzierende WDR möchte sich nicht dem Vorwurf der Schleichwerbung oder des sogenannten Product Placements aussetzen. Denn Reklame hat – bisher zumindest – nur etwas in den bezahlten Werbeblöcken zu suchen.
Das könnte sich jetzt ändern. Bis Ende 2009 soll eine EU-Richtlinie umgesetzt werden, die zumindest den privaten Sendern das sogenannte Product Placement erlaubt. Die konkrete Umsetzung beraten die Rundfunkreferenten der Länder zurzeit. Und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat bereits Bedenken angemeldet. „Der vorliegende Entwurf bedeutet eine weitere Kommerzialisierung des Fernsehprogramms und schafft ungleiche Bedingungen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern” kritisiert der stellvertretende Verdi-Chef Frank Werneke.
Shows auf Produkte zugeschnitten
Inhalte würden noch schlimmer als bisher zur Staffage. Stephan Kolbe, Koordinator Medienpolitik im Verdi-Bundesvorstand, greift das Beispiel „Germany's Topmodel” auf. „Beim letzten Finale wurde permanent das große Fotoshooting mit Cosmopolitan eingeblendet”, sagt er. Da sei die Show auf die Produkte zugeschnitten gewesen.
Natürlich sei das Product Placement eine weitere Einnahmequelle für die Privaten. Dennoch: „Heute dient die Werbung nicht mehr nur zur Refinanzierung”, so Kolbe.
Für Verdi ist es wichtig, dass es zukünftig nur wenige Ausnahmen für Produktplazierungen geben wird. „Dabei müssen die gleichen Rechte für den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunk gelten”, meint Werneke. Sei dies nicht der Fall, würden erfolgreiche öffentlich-rechtliche Produktionen wie „Tatort” oder das „Traumschiff” kaum noch finanzierbar sein.
Traumschiff in Seenot?
Auf dem Kreuzfahrtschiff darf das ZDF kostenlos drehen. Sollte die Befreiung kippen, müsste der Sender das Schiff zu marktüblichen Preisen chartern. In diesem hypothetischen Fall weiß man beim ZDF nicht genau, wie hoch sich die Kosten belaufen – und ob sich die Serie dann noch rechnet.
Schwierig wird es auch, wenn Filmaufnahmen in einem großen Hotel oder auf dem Flughafen geplant sind: Die Orte können sich die Sender wohl kaum selber bauen.
Doch Product-Placement ist natürlich auch ein Politikum: Die Reichweite der sowieso schon rückläufigen Werbung nimmt durch private Schneidetechniken und Überspringmöglichkeiten stetig ab. Beim Produkt-Placement kann man hingegen sicher sein, das die Werbung den Zuschauer erreicht. Er kann sich schließlich nicht wegzappen.
09:52
Kleine Unkorrektheit in diesem Beitrag: in keiner Dittsche-Folge war je eine Krombacher-Flasche zu sehen! Die Fotos mit den Krombacher-Buddeln wurden für die Presse vor der Ausstrahlung der ersten Folge gemacht.
Aber grundsätzlich trifft es das Thema Schleichwerbung/Product-Placement schon: In den ersten beiden Dittsche-Staffeln trank er immer heftig überperlendes Jever Pilsener. Ebenso Imbiss-Gast Rudi Carrell (Gott hab ihn selig). Ob es nun dramaturgisch soooo tragend war - seis drum.
12:48
Nett, daß sich die WAZ des Themas Schleichwerbung im Fernsehen annimmt. Ich freue mich schon auf den Folgebeitrag Schleichwerbung in den Beiträgen unserer Redaktionen. Beispiele gefällig? Nö, mach ich nicht mehr. Die ersten Mails an die Chefredaktion wurden noch bissig bzw. mit dem Kommentar wir gucken uns das mal an beantwortet. Danach kam überhaupt nichts mehr zurück. Scheint eine unangenehme Sache zu sein, wenn die Schleicherei so dicke wird, dass die Leser was merken.
09:31
Für alle Sender die gleichen Rechte. Also keine GEZ mehr!!!!!!!!!
08:11
Denn Reklame hat – bisher zumindest – nur etwas in den bezahlten Werbeblöcken zu suchen.
Na super :-))Und bei ARD und ZDF heißt es auch nach 20.00Uhr:
Das Wetter wird ihnen präsentiert von der Beraterbank
Das Fußballspiel wird ihnen präsentiert von Krombacher (oder Hasseröder u.s.w)
Nur gut das das alles KEINE Werbung ist
07:39
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06:54
lasst uns nicht immer päpstlicher als der Papst sei.
Mir ist ein wenig Product Placement in einen Tatort oder bei Dittsche lieber, als TV-Produktionen, in denen die Etiketten von Bierflaschen u.a. entfgernt, oder aber die Produktnamen überklebt sein.
Unabhängig davon werde ich nicht auch nur ein Krombacher mehr trinken, weil es eine Werbeikone ala Vollpfosten Dittsche als einzig richtig perlig empfindet.
04:46
...einer EU-Richtlinie sei Dank...
Werte Frau Angelika Wölke; was heißt hier Dank?
In einer Zeit, in der man jeden € dreimal umdrehen muß, bevor man ihn nicht ausgibt, ist Werbung und insbesondere Product-Placement so überflüssig wie ein Kropf.
Für das Vorhandensein eines Kropfes bedankt sich auch niemand allen Ernstes.
Folglich hat die EU mal wieder Mist gebaut. und somit wertvolle Steuergelder verschwendet.
Soll ich mich dafür nun bedanken? Doch wohl nicht!
Eulerich
01:03
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23:13
Andererseits:
Die Parteien wirken an der Bildung des politischen Willens des Volkes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens mit,..
TV tut aber gerne so, als seien die Parteien das Land, der Staat.
Das ist konsequent, denn die Abfragemonster im Sinne Christiansens hätten im echten Leben nüscht zu melden.
Außerdem süppelt der grünen Genuß, der Dittsche: vermute , das ist fast immer LEER oder aus der Nähe...?