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Prima Stimmung an den Kochtöpfen

06.04.2009 | 06:56 Uhr
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Heiligenhaus. Eine Woche lang drehte ein Filmteam von Vox im Waldhotel neue Folgen für die Kochshow „Unter Volldampf”.

Die Kamera läuft: Waldhotel Küchenchef Jürgen Klaes (Mitte) zeigt, wie man die Bananenblätter rollt. Die Koch-Kandidaten Denise Reeger (Hauptgericht) und Wolfgang Kartheuser (Dessert) schauen aufmerksam zu. Fotos: WAZ, Detlev Kreimeier

Der Countdown läuft: Zwei Stunden noch, dann muss der erste Gang raus. „Momentan sind wir alle ganz relaxt”, sagt Wolfgang Kartheuser (58), der an diesem Tag gut sichtbar die Dessert-Mütze auf dem Kopf trägt. Er steht zusammen mit Denise Reeger (28, Hauptgericht) an der Arbeitsplatte. Küchenchef Jürgen Klaes erläutert, wie man blitzschnell den Fisch filetiert. Die beiden schauen staunend auf den Profi – während neben ihnen ein Kameramann draufhält.

Der Sender Vox dreht in dieser Woche im Waldhotel eine Kochshow. Das hat sich schnell unter den Hotelgästen herumgesprochen. Einige von ihnen dürfen sogar probieren, was fünf Hobbyköche aus Heiligenhaus und Velbert „Unter Volldampf” herstellen, Noten verteilen und den Tagessieger küren. „Ich kannte dieses Format gar nicht”, bekennt Waldhotel-Chef Rainer Schulte. Er ließ sich aber schnell überzeugen, dass der Ablauf in der Küche nicht über Gebühr durcheinandergebracht wird und die Gäste „etwas zu essen bekommen, was unserem Standard entspricht”. Auch Küchenchef Klaes nimmt den Medienrummel äußerlich gelassen hin. Nach drei Tagen Dreh haben sich die Unsicherheiten gelegt, die Kandidaten wissen, wo Bestecke und Zutaten zu finden sind. Es herrscht eine prima Stimmung an den Töpfen, man hilft sich untereinander und der Chef steht mit Rat und Tat zur Seite, wenn es hektisch wird. Nur ab und zu verzieht Klaes unmerklich die Miene: „Schneiden, nicht zerdrücken”, entfährt es ihm, als eine Kandidatin die Zwiebeln etwas unsanft zerteilt.

Alles frisch

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Die Aufgaben wechseln jeden Tag

In der Vox-Kochshow „Unter Volldampf” tauschen Hobbyköche den heimischen Herd gegen die Profiküche eines Spitzenrestaurants.

Unter den strengen Augen des Küchenchefs haben die Kandidaten Gelegenheit, ein Vier-Gänge-Menü für 20 Stammgäste des Restaurants zu kochen. Jeden Tag wechseln die Aufgaben, mal ist die Vorspeise, mal das Dessert, mal Haupt- oder Zwischengang zuzubereiten. Nach diesem Prinzip kocht jeder Kandidat in fünf Tagen sein Menü durch und bedient an einem Abend im Restaurant. Dort bewerten die Gäste die Gänge mit Punkten von eins bis zehn. Jeden Tag wird der beste Gang bekanntgegeben und prämiert. Am Ende der Woche steht fest, wer der beste Koch ist und sich über ein Preisgeld von 3000 Euro freuen darf. Die Heiligenhauser Kochrunde wird vom 18. bis 22. Mai um 19.30 Uhr bei Vox ausgestrahlt.

Auch dass alles frisch hergestellt wird, ist ungewohnt. Steffi Kölbach muss ihre Bandnudeln selbst ziehen. Kleine Schweißperlen bilden sich auf ihrer Stirn, aber da muss die 40-jährige Isenbügelerin halt durch. Ihr Freund hat sie motiviert, mitzumachen. „Ursprünglich hatte ich mich mal für 'Das perfekte Dinner' beworben”, berichtet sie.

Auch bei der Velberterin Heidi Becher (65, Vorspeise) war der Mann die treibende Kraft: „Er hält mich halt für eine gute Köchin”, schmunzelt sie. Für mehrere Gäste hat sie auch schon Speisen zubereitet, doch ein bisschen Bammel hat sie, wenn es um ihr Dessert geht: süße Spargelstangen in Bierteig. „Hoffentlich klebt der Teig da nicht fest. . .”

Für Najim Azouagh (46) ist der Abend diesmal ein Leichtes: Der Heiligenhauser Großhandelskaufmann arbeitet im Service, „eine Tätigkeit, die ich ja mal gelernt habe”. Die Benotung durch die Restaurantgäste sieht er sportlich: „Mein Menü ist ungewöhnlich für deutsche Gaumen, es ist marokkanisch”, verrät er. Vorgekocht hat er es zu Hause für Freunde. Dabei wurde ebenfalls gedreht. „Wenn die Sendungen laufen, lade ich noch mal Leute ein und koche!”

Die Gäste treffen zeitig ein im Waldhotel. Eine Stunde dauert es noch, bis der erste Gang serviert wird. Wie sind die Erwartungen?

Alles wird probiert

Steffi Kölbach bereitet selbst gemachte Bandnudeln mit Steinpilzen und Tiroler Speck zu. Foto: WAZ, Detlev Kreimeier

„Es ist spannend, zu sehen, wie andere Hobbyköche so kochen und selbst mal in die Rolle eines Restaurantkritikers zu schlüpfen”, sagt Detlef Rauch. Gattin Ingrid hat jedenfalls Fernseherfahrung, war beim „Perfekten Dinner” (Vox) dabei. Mitgebracht hat sie ihre Freundin Christiane Dellenbusch, die die Gaumenfreuden kritisch beurteilen will. Helbako-Chef Ulf Zimmermann, eigentlich mit den Kollegen vom Wirtschaftsklub zum Stammtisch verabredet, isst ebenfalls mit: „Ich freue mich auf einen spannenden Ablauf.” Neugierig ist er, wie's hinter den Kulissen einer solchen Show abläuft. „Meine Bewertung wird nicht zu streng, aber auch nicht zu blumig ausfallen. Wenn's mir nicht schmeckt, werde ich das so bewerten”, hat er sich vorgenommen. Christoph Sondermann meint: „Wenn ich keine Magenkrämpfe von dem Essen bekomme, werde ich auch wohlwollend bewerten.”

Kristina Eppinger ist ein großer Fan der Sendung und schon ein bisschen nervös. „Beobachtet von den Kameras fühlt man sich bestimmt nur zum Anfang, es sind ja auch nur zwei.” Wenn sie etwas vom Essen nicht mag, werde sie es trotzdem probieren. kig

Petra Treiber und Kirsten Gnoth

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