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Oliver Pocher und das Chaos

10.04.2009 | 10:37 Uhr

Köln. Es ist das pure Chaos - Pressetermin auf dem Gelände der Messe Köln. RTL stellt seinen neuen "Alarm für Cobra 11" Serien-Star vor: Oliver Pocher, der gerade erst aus der Schmidt'schen Late-Night-Show ausgestiegen ist und im Herbst zu Sat 1 wechseln will.

Aber zurück ans Set nach Köln: Die Stadt schwebt in größter Gefahr. Japanische Sektenmitglieder haben einen tödlichen Virus bei einer internationalen Messeveranstaltung ausgesetzt. Nebel steigt auf, Menschen rennen nervös umher. Plötzlich fährt ein Kleinbulli vor und stoppt. Heraus springt Oliver Pocher - sein Auftritt.

Gaststar der 200. Folge

Oliver Pocher (2.v.l.) mit den "Alarm fuer Cobra 11"-Kollegen Erdogan Atalay (l.), Tom Beck und Coleen Fernandes. (c) ddp

Immerhin, er ist der große Gaststar bei der 200. Folge der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11”. Schluffig sieht er aus, die Hose ist viel zu groß, das Kapuzen-Shirt dreckig und das T-Shirt speckig. Gehört alles zu seiner Rolle: der verrückte aber liebenswerte Verschwörungstheoretiker Oliver Sturm. Von Verschwörungstheorien hält der Comedian im wahren Leben einiges, verrät er. „Ich finde alles, was mit dem Thema zusammenhängt spannend, auch alles, was sich um den 11. September dreht”, sagt der neue Action-Darsteller. Allerdings, den eigenen Film- oder Serientod wolle er nicht spielen, ergänzt er.

Dass es ihm nicht leicht fällt, ernst zu bleiben, wird schnell deutlich. Spontan spielt er den Lautsprecher für Kollegin Katja Woywood, selbstverständlich nicht, ohne Sprüche rauszuhauen. Viel Zeit bleibt nicht, so ein Actionstar ist immer im Stress. Ganze acht Drehtage sind für Pochers Rolle angesetzt.

Lob für die Kollegen

Wie diese aussieht? Wenn man Pocher glauben mag, hat er das Drehbuch erst am Set durchgelesen und für gut befunden. Auch für seine Kollegen, die beiden Hauptdarsteller Erdogan Atalay und Tom Beck, hat er einen Spruch parat: „Ihr macht das hier echt nicht schlecht.”

„Wenn hinter mir vier Leute mit MGs herlaufen, kennt man das aus Köln-Mülheim.” Oliver Pocher

Genug Action sei garantiert. Oliver Pocher als Verschwörungstheoretiker? So richtig kann man sich den Mann nicht in dieser Rolle vorstellen, denn sie hat nichts mit Comedy zu tun. Aber in den Drehpausen, da kommt der chaotische Komiker zum Vorschein. „Wenn hinter mir vier Leute mit Maschinengewehren herlaufen, kennt man das aus Köln-Mülheim. Neu war hier, dass die MGs nicht geladen waren”, sagt er und grinst verschmitzt.

3 Minuten Sendezeit pro Drehtag

Coole Pose: Oliver Pocher. (c) ddp

Den anderen Darstellern war dagegen nicht immer zum Lachen zumute. Immerhin schafft das Team pro Drehtag maximal drei Minuten Sendezeit. Das kann dann schon einmal dauern. So muss ein armer Statist in einem mintgrünen Ganzkörper-Regenanzug und Gummistiefeln seit Stunden für die gleiche Szene durch das Bild rennen. „Aber bei dem Regenwetter passt das schon”, erklärt er.

Auch die anderen Darsteller sind für den roten Teppich alles andere als tauglich: dicke Dreckstreifen im Gesicht, zerfetzte Hosen und Pullis, blutende Schrammen. Hektische Helfer werfen in regelmäßigen Abständen die Regenschirme, die die Darsteller vor dem nassen Element schützen, weg. Es ist das Zeichen, dass wieder gedreht wird.

Oliver Pochers Start als Schauspieler bei der Action-Serie beginnt mit dem Ende der Jubiläumsfolge. Wie es weitergeht, ob der tödliche Virus alle dahinraffen wird, wird an dieser Stelle aber nicht verraten. Nur so viel: Gezeigt wird die Folge mit Pocher im kommenden Herbst.

Kerstin Wegener

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