Nuhr übernimmt den ARD-„Satire-Gipfel“
28.09.2010 | 13:50 Uhr 2010-09-28T13:50:00+0200
Berlin.Die ARD-Satiresendung „Satire-Gipfel“ bekommt einen neuen Gastgeber: Dieter Nuhr wird die Sendung ab kommendem Jahr übernehmen. Er wird Nachfolger von Mathias Richling. Als Beförderung sieht Nurt seinen Einsatz fürs Erste aber nicht.
Sein neues Buch, frisch erschienen, heißt „Nuhr auf Sendung“ und sammelt Radio-Kolumnen - nun wird der Kabarettist Dieter Nuhr auch in der ARD auf Sendung gehen: Der 49-jährige gebürtige Weseler wird Nachfolger von Mathias Richling. Ab kommendem Jahr soll Nuhr den „Satire-Gipfel“ im Ersten besteigen. Dies erklärte am Dienstag ein Sprecher des federführenden Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).
Parodieren wird Nuhr nicht
Nuhr selbst sieht seinen neuen Job als Chef des „Satiregipfels“ in der ARD als „eine schöne Aufgabe, nicht mehr und nicht weniger“. Er fügte gegenüber der WAZ-Mediengruppe hinzu: „Ich freue mich darauf.“
Als Beförderung empfindet der scharfzüngige Satiriker seinen Einsatz fürs Erste nicht: „Ich bin ja selbstständig, da ist eine Beförderung nicht vorgesehen. Ich moderiere, neben Sendungen wie der Deutschen Comedy-, der Deutschen Kleinkunstpreisverleihung und anderen Formaten nun im nächsten Jahr fünf Mal den Satiregipfel. Das ist schön. Ich habe aber dennoch noch keine Änderung meines Grabsteinspruches beauftragt.“
Er habe nicht gejubelt, als er mit RBB und WDR handelseinig geworden sei: „Ich habe im Leben immer gejubelt, wenn ich eine Aufgabe gelöst hatte, nicht wenn sie mir gestellt wurde.“ Es genauso zu machen, sei „im Übrigen ein sehr weiser Ratschlag für alle“.
Nuhr umriss sein Konzept mit den Worten: „Ich bin ja mehr der ruhige Typ. Ich werde in meiner üblichen Art die Lage im Land bearbeiten, und es wird Gäste geben, die ihren Teil beitragen. Parodieren werde ich nicht. Ich hoffe aber, dass Mathias Richling das ab und zu, vielleicht sogar regelmäßig erledigen wird. Das würde mir Spaß machen.“
Neuorientierung der Sendung
Man kann die Entscheidung als Neu-Orientierung der Sendung interpretieren, für die allerdings kurzzeitig auch Harald Schmidt gehandelt wurde. Richling hatte - schon zu „Scheibenwischer“-Zeiten - mit Politiker-Parodien das Publikum unterhalten (Paraderolle: Ulla Schmidt). Nuhr, in dessen Vita auch Gast-Auftritte im „Gipfel“-Vorgänger „Scheibenwischer“ stehen, ist dagegen mehr Comedian; zuletzt erhielt er 2009 den „Deutschen Comedypreis“.
Seine Bühnen-Karriere startete der Wahl-Düsseldorfer Ende der 1980er Jahre im Rheinland mit Frank Küster im Duo V.E.V.-Kabarett.
Seit der Trennung 1994 ist Nuhr solo unterwegs - und gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten Comedians Deutschlands. Er ist neben seiner Bühnen- und Radio-Tätigkeit von zahlreichen TV-Auftritten quer durch die Sender-Landschaft bekannt.
Richling will sich künftig eigener SWR-Sendung widmen
Mit dem „Satire-Gipfel“ übernimmt Nuhr ein ‘Flaggschiff’ des deutschen TV-Kabaretts - das allerdings, hervorgegangen aus dem „Scheibenwischer“ von Dieter Hildebrandt, auch mit Mathias Richling als Anker-Figur nie wirklich in Fahrt kam. Zumal das ZDF vor zwei Jahren mit der Sendung „Neues aus der Anstalt“ ein Konkurrenz-Programm geschaffen hat, das sich mit den Hauptakteuren Urban Priol und Georg Schramm rasch ein scharfes Profil verschafft hat, das dem „Satire-Gipfel“ stets fehlte. Schramm allerdings hat die Sendung inzwischen verlassen, um sich wieder seiner Bühnenarbeit zu widmen.
Mathias Richling hatte am Montagabend bekannt geben, dass er den „Satire Gipfel“ zum Januar 2011 abgeben wird. Er wolle sich intensiver um seine Sendung „Studio Richling“ kümmern, die im SWR und als Wiederholung in der ARD zu sehen ist, hieß es. Richlings Vertrag für den „Satire Gipfel“ laufe im Dezember aus. Er war im März 2009 in der ARD auf Sendung gegangen, vorher waren neben ihm noch Bruno Jonas und Richard Rogler dabei. Der RBB produziert die Kabarettsendung gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk (BR).
Nuhrs Engagement in der ARD geht ein kurzzeitiges Gastspiel mit der eigenen Sendung „Nuhr so“ im ZDF voraus - das allerdings nicht sonderlich beim Publikum ankam. Zudem ist die Berufung Nuhrs der zweite Wechsel namhaften Kabarett-Personals im deutschen TV. Im Sommer war verkündet worden, dass der fränkische TV-Unterhalter Frank Markus Barwasser (alias Erwin Pelzig) von der ARD („Pelzig unterhält sich“) zum ZDF wechselt - in der Kabarett-“Anstalt“. Erste Sendung: am 19. Oktober. (mit dapd)
09:53
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08:41
Dieter Nuhr,
ich befördere Sie vom Weseler zum
OBERWESELER. Dioe Umzugskosten
müssen Sie aber sebst tragen :o)
MfG
formicat
17:12
Brauchen wir nicht.
Realpolitik ist Satire genug ...
16:36
@13:
gebe ich Ihnen vollständig recht. Der Begriff Comedian ist auch nicht abwertend gemeint. Ich mag Dieter Nuhr und seine Art sehr. Atze und Barth sind Komiker.
15:05
na dann wird die Sendung eben platter oder nuhr langweilig aber Mario Barth war nicht frei man muß nicht immer RTL hinterher hecheln!
14:58
ich brauch den schmickler mit seinen wutausbrüchen viel öfter auf der scheibe.
14:52
@8: Dieter Nuhr als Comedian zu bezeichnen ist eine Frechheit, wenn man darunter solche Leute wie Atze Schröder, Mario Barth oder Cindy einsortiert. Nuhr hat schon immer gesellschaftskritischere Elemente in seinen Programmen gehabt und damit eine Position zwischen klassischem Kabarett und Comedy.
@9: Rechtsruck aber auch nur im Sinne von sehr linkem Kabarett mehr zur Mitte hin.
14:50
Nuhr hat die letzten Jahre viel für das ZDF gearbeitet. Warscheinlich war das Angebot von der ARD besser.
14:45
abgesehen davon, dass herr richling immer wieder namen von politikern in seine texte streut war aber nicht viel politisches in der sendung
ich weiss, den meisten reicht das
mehr würde auch mehr fordern
14:45
Mathias Richling konnte das Niveau von D. Hildebrandt nur ganz selten in ferner Vergangenheit erreichen. ich mag ihn ja eigentlich, wartete zBsp. diese Tage wieder einmal vergeblich 15 Minuten auf wirklichen Humor, gute Parodien und gute politische Spitzen bis ich dann umschaltete, dabei gibt es soviel wichtige Themen. Er ist altbacken und das hektische Gezappel allein plus unendliche Sprachblasen reicht nicht für eine ganze Sendung. Auch der gute Dieter Nuhr ist keine Alternative, gute Kabarettleute sind im Moment vielleicht noch zu jung und kommen hoffentlich wieder.