Das aktuelle Wetter NRW 19°C
TV-Serie

Spacey: Was mit Trump bei "House of Cards" passieren würde

29.02.2016 | 14:42 Uhr
So sieht ein Präsident aus – allerdings nur im TV. Schauspieler Kevin Spacey spielt in der Serie „House of Cards“ den gewissenlosen US-Präsidenten Frank Underwood. Foto: REUTERS

Washington.  Als US-Präsident Frank Underwood kennt TV-Darsteller Kevin Spacey keine Skrupel. Aber was hält er von Donald Trump? Eine heikle Frage.

Seit Donald Trump nicht mehr in seiner Fernseh-Show „The Apprentice“ Möchtegern-Unternehmer feuert, sondern im realen Leben 45. Präsident der USA werden will, tut Orientierung Not. Ist das alles nur ein Albtraum? Kann man ihn abwenden? Und wenn nicht: Was droht Amerika und der Welt nach dem Erwachen?

Einer, der es wissen könnte, ist Kevin Spacey. Bevor der preisgekrönte Schauspieler ab nächsten Freitag in der vierten Staffel der Polit-Intrigantenstadl-Serie „House of Cards“ im US-Fernsehen wieder in die Rolle des machiavellistisch veranlagten Präsidenten Frank Underwood schlüpft, stellte er sich jetzt den Fragen internationaler Journalisten.

Kevin Spacey ist beim Thema Trump vorsichtig

Wann immer der naheliegende Versuch unternommen wurde, Schnittmengen zwischen dem TV-Drehbuch und dem tatsächlichen Drama (Trump!) auszuloten, legte der aus Kalifornien zugeschaltete Spacey heiter aber bestimmt sein präsidiales Veto ein. Die Trennlinien zwischen Fiktion und Wirklichkeit seien schon „verschwommen“ genug, sagte er: „Ich sollte darauf nicht weiter ernsthaft antworten.“

Video
Noch vor zwei Wochen waren sie Konkurrenten, jetzt hat sich ChrisChristie, der Gouverneur von New Jersey, für seinen ParteikollegenDonald Trump als Spitzenkandidat der Republikaner ausgesprochen.Christie ist damit einer ersten prominenten

Dabei sind die Parallelen zwischen „House of Cards“ und der Wirklichkeit offensichtlich. In den neuen 13 TV-Episoden, deren Sendetermin für Deutschland noch nicht feststeht, versucht sich der nach Mord, Erpressung und übler Nachrede ins Weiße Haus vorgedrungene Underwood mit Hilfe seines zu jeder Niedertracht fähigen Stabschefs Doug Stamper (Michael Kelly) die Gefolgschaft für eine zweite Amtszeit zu sichern. Für Donald Trump ist es der erste Anlauf.

Frank Underwood hat Ärger mit First Lady Claire

Underwood steht diesmal nicht nur sein von abgrundtiefem Zynismus getränkter Ehrgeiz im Weg. Sondern zum ersten Mal auch Claire. Die von Robin Wright wieder hinreißend untertemperiert gespielte First Lady liegt nach einem Zerwürfnis gegen Ende der dritten Staffel nicht nur emotional völlig mit ihrem Präsidenten-Gatten über Kreuz. Sie bastelt auch selbst an einer politischen Karriere, die Frank nicht gefällt und bei der mutmaßlich über Leichen gegangen wird. Szenen einer Präsidenten-Ehe, hässliche. Mehr darf man nach Ansehen der ersten Folge auf Verlangen der Firma Sony Pictures nicht verraten. Schade.

Netflix
Kevin Spacey als US-Präsident: Porträt hängt in Washington
Kevin Spacey als US-Präsident: Porträt hängt in Washington

In seiner Rolle als skrupelloser und machthungriger US-Politiker Frank Underwood hat es Hollywood-Star Kevin Spacey in eines der bekanntesten Kunstmuseen der USA geschafft. Damit wird der Schauspieler, der den fiktiven Machtpolitiker aus der Politserie „House of Cards“ verkörpert, ein Teil der Präsidenten-Galerie der Smithsonian National Portrait Gallery in Washington. Ab Mittwoch (24. Februar) stellt das Museum das Underwood-Porträt des britischen Künstlers Jonathan Yeo aus.

Auf der Leinwand sollen Realität und Fiktion verschmelzen. Schauspieler Spacey alias Frank Underwood sitzt darin am Schreibtisch im Büro des US-Präsidenten. Er starrt dem Betrachter direkt in die Augen, seine Faust ist geballt.

Das Gemälde reiht sich ein in die Reihe der realen Präsidentenporträts – zumindest für die nächsten 18 Monate. Das Antlitz des fiktiven US-Präsidenten ersetzt das Porträt von George Washington aus dem Jahr 1796. Dieses wird in den kommenden Monaten restauriert.

Werbung für neue Staffel „House of Cards“

Mit der Enthüllung des Porträts macht Spacey Werbung für die Fortsetzung von „House of Cards“. „Ich habe selbst eine Wahl zu gewinnen“, sagte der Schauspieler augenzwinkernd zu seiner Rolle. Underwood strebt in der neuen Staffel der Serie den erneuten Einzug ins Oval Office an. Der Streamingdienst Netflix zeigt die vierte Staffel der Erfolgsserie in den USA ab dem 4. März.

Die Idee, den Hollywood-Schauspieler in einem echten politischen Amt darzustellen, stammt von Porträtmaler Jonathan Yeo. Zu seinen bisher berühmtesten Modellen gehören der britische Premierminister David Cameron sowie Schauspielerin Nicole Kidman.

Auch echte Politiker verhielten sich gegenüber Künstlern häufig wie Schauspieler, sagte Yeo. Es sei nicht einfach, hinter die Fassade zu blicken. Gerade Hillary Clinton, US-Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten mit langjähriger politischer Erfahrung, könne er sich gut als sein nächstes Präsidentschafts-Porträt vorstellen. (jei/dpa)

Weil sich der für seine Rücksichtslosigkeit bekannte Bauunternehmer Trump gerade in den vergangenen Tagen als beispiellose Dreckschleuder positioniert hat und Underwoods unbedingtes Machtstreben teilt, hätte man gewusst, was der eine über den anderen wirklich denkt.

„Das hat mit meinem Leben nichts zu tun“

Aber Kevin Spacey sind die Vergleiche mit Trump lästig. Geduldig erklärt er den Fragestellern, dass er sich den widerwärtigen Underwood doch nur überstreift: „Schauspielerei ist ein Beruf. Ich bin das nicht. Das hat mit meinem Leben nichts zu tun.“ Dort ist Spacey seit Ewigkeiten Demokrat, er hat schon in den 80er-Jahren Ted Kennedy unterstützt, später auch Bill Clinton und Barack Obama. „Ich bin unglaublich optimistisch, dass man etwas hinkriegen kann, wenn man die Menschen zusammenbringt.“

Was derzeit bei den Republikanern vorgeht, erinnert Spacey an 1968. Damals wollte der Gouverneur von Alabama, George Wallace, ein reinrassiger Rassist, Präsident werden. Was am Ende Richard Nixon vereitelte. Und wer vereitelt Donald Trump?

„Trump würde es gar nicht bis zur Wahl schaffen“

Online-Filme
Video-Streaming im Check: Sind Sie ein Netflix-Typ?
Video-Streaming im Check: Sind Sie ein Netflix-Typ?

Video-Streaming wächst: Laut Branchenverband Bitkom werden die Umsätze bei Netflix, YouTube und Co. im Jahr 2016 auf rund 717 Millionen Euro steigen – ein Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Vorteile gegenüber klassischem TV liegen auf der Hand: Nutzer können wählen, was sie wann auf welchem Gerät sehen möchten. Alles gibt es bei den Anbietern nicht. Wer von vornherein weiß, was er sehen möchte, kann sich aber den passenden Anbieter heraus­picken – denn nicht immer sind Netflix oder Amazon Video die beste Wahl. Meist kann man die Dienste einen Monat lang kostenlos testen. Ein Überblick.

• Die Platzhirsche

Netflix ist zum Synonym für Video-Streaming geworden. Eine Besonderheit sind vor allem die zahlreichen, hochwertig selbst produzierten Serien. Das mittlerweile berühmte „House of Cards“ mit Hollywoodstar Kevin Spacey ist nur eines von vielen Beispielen. Für 2016 hat Netflix nicht weniger als 31 neue Produktionen angekündigt. Fünf Milliarden Dollar will sich das Unternehmen diese kosten lassen. Technisch ist der Anbieter für Besitzer neuester Fernseher interessant: Einige Inhalte werden schon in superscharfer UHD-Auflösung angeboten. Preislich bewegt sich Netflix im Mittelfeld: Zur Wahl stehen drei Abopreise: „Basis“ (7,99 Euro) ohne HD-Auflösung, „Standard“ (9,99 Euro) und „Premium“ (11,99 Euro). Beim Standard-Preis darf man auf zwei Geräten gleichzeitig und in HD-Qualität schauen. „Premium“ bietet vier Geräte gleichzeitig und – wo vorhanden – Ultra-HD. Großes Manko: Auf einen Offlinemodus, also unterwegs ohne Internetverbindung Videos zu sehen, muss man verzichten.

Amazon Instant Video hat einen großen Vorteil: Der Versandhändler bietet den Videodienst zusammen mit dem Komfortservice Prime an – und das auch noch sehr günstig: Der Jahresbetrag für beides liegt bei 49 Euro, gerade einmal 4,08 Euro pro Monat. Dafür bekommt man rund 15.000 Serienepisoden und Filme, darunter auch einige hochwertige Eigenproduktionen. Wie Netflix bietet auch Amazon vereinzelt Inhalte in UHD an, zum Teil sogar mit dem erweiterten Kontrastumfang HDR. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit dem Fire-TV-Stick (40 Euro) jeder halbwegs moderne Fernseher zur Wiedergabe von Amazons Videodienst genutzt werden kann.

Maxdome gehört zum Medienunternehmen ProSiebenSat.1 Media – das merkt man auch den Inhalten an: Unter den über 50.000 Serienfolgen und Filmen, die im Abo­paket abrufbar sind, gibt es auch viele Produktionen der Sender – inklusive zahlreicher Kochshows. UHD wolle man erst unterstützen, wenn es ausreichend viele Inhalte und Endgeräte gebe. Das Abo kostet 7,99 Euro pro Monat.

Watchever brachte 2013 frischen Wind in die deutsche Streaming-Landschaft und bot etwa die Folgen der letzten Staffel der Kultserie „Breaking Bad“ nur wenige Tage nach US-Ausstrahlung bereits in Deutschland an. Heute sieht der französische Dienst neben den anderen großen Anbietern etwas blass aus. Vor Kurzem kam immerhin ein eigener Arthouse-Kanal im Angebot dazu, auf dem Filmklassiker wie „Die Reifeprüfung“ oder „Fitzcarraldo“ angeboten werden, außerdem findet man einige gute ZDF-Produktionen wie „Verbrechen“. Das gibt es aber teilweise auch bei den anderen. Für monatlich 8,99 Euro gibt es einen bunten Mix in übersichtlicher Sortierung. Echte Alleinstellungsmerkmale wie etwa Eigenproduktionen fehlen aber.

• Der Herausforderer

Der Pay-TV-Sender Sky hat Ende des Jahres sein Angebot noch einmal konsequenter in Richtung Video-Streaming angepasst. Der ehemalige Dienst Snap wird Neukunden nicht mehr angeboten. Ersetzt wird er durch Sky Online , was deutlich interessanter als sein Vorgänger ist. Dabei kommt man in den Genuss zahlreicher Sky-Inhalte, allerdings ohne lange Vertragsbindung und ohne dass ein zusätzlicher Receiver notwendig wäre. Bei Sky Online gibt es zwei Inhaltspakete, die man buchen kann: Das „Entertainment-Ticket“ kostet 9,99 Euro im Monat und bietet zahlreiche aktuelle Serien wie „Game of Thrones“ oder „True Detective“ – darunter etwa auch alle neuen HBO-Serien. Die vierte Staffel von „House of Cards“ wird in Deutschland übrigens nicht zuerst auf Netflix, sondern auf Sky (Online) zu sehen sein. Toll für Serienfans ist auch, dass Sky Online zahlreiche Serien in „Boxsets“ anbietet – das heißt, dass tatsächlich alle bereits verfügbaren Folgen zur Verfügung stehen und nicht nur einzelne Staffeln. Alternativ oder zusätzlich kann man das „Cinema-Ticket“ für 14,99 Euro buchen. Dafür gibt es dann ein erheblich stärkeres Filmangebot als bei der Konkurrenz – darunter auch aktuelle deutsche Kinohits wie „Honig im Kopf“ und „Der Nanny“ oder US-Blockbuster à la „Fifty Shades of Grey“ oder „Avengers – Age of Ultron“. Beide Tickets ermöglichen außerdem die zusätzliche Buchung eines „Supersport Tagestickets“, das einen Tag lang alle Sportangebote von Sky freischaltet – für happige 14,99 Euro. Unterm Strich ist das Angebot zwar teilweise deutlich teurer als die Konkurrenz, dafür gibt es aber sehr interessante Inhalte.

• Unbekannte Alternativen

Gerade Nutzer, die eher Arthouse-Filme bevorzugen, könnten mit Mubi.com oder Realeyz.tv glücklicher werden. Mubi bietet für monatlich 5,99 Euro 30 handverlesene, besondere Filme an. Jeden Tag wird ein alter Film entfernt und ein neuer hinzugefügt. Realeyz.tv bietet ebenfalls Arthouse-Filme, das Abo kostet 5,50 Euro im Monat, die Auswahl ist etwas größer. Ausschließlich dem deutschen Kino hat sich die Plattform Alleskino.de verschrieben: Deutsche Dokumentationen und Kinoproduktionen gibt es hier im Einzelabruf oder im Abo – dem „Filmclub“ – für 4,99 Euro im Monat. Gar nichts bezahlen muss man bei Netzkino.de . Hier kann man etliche Filme legal und kostenlos anschauen. Finanziert wird die Plattform durch Werbung, die Filmauswahl ist recht trashig, aber durchaus interessant.

TV-Politiker Frank Underwood wüsste da sicher einen Weg. „Er würde ihn umbringen. Trump würde es gar nicht bis zu Wahl schaffen. Aus. Vorbei“, beschied Darsteller Spacey bereits im vergangenen Herbst mit maliziösem Grinsen entsprechende Interview-Fragen und schloss später kategorisch aus, dass sich der skrupellose Underwood und „The Donald“ jemals bei einer Fernsehdebatte über den Weg laufen könnten. „Er würde gar nicht erst hinkommen. Auf dem Weg würde es einen schrecklichen Unfall geben. Schrecklich und sehr traurig.“

Damals wurde Trumps Kandidatur noch als vorübergehende Geschmacksverirrung gewertet. Heute versetzt der Favorit die Republikaner durch seine Erfolge bei den Vorwahlen in Angst und Schrecken. „Amerika kriegt, was es verdient“, sagt Spacey trocken. Er zitiert nur seinen Rollen-Charakter. Wie eine Drohung klingt es trotzdem.

Dirk Hautkapp

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
article
11608962
Spacey: Was mit Trump bei "House of Cards" passieren würde
Spacey: Was mit Trump bei "House of Cards" passieren würde
$description$
http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/neue-staffel-von-house-of-cards-platzt-in-us-wahlkampf-id11608962.html
2016-02-29 14:42
Fernsehen