Personalie
NDR schasst Filmchefin Doris J. Heinze
30.08.2009 | 10:34 Uhr 2009-08-30T10:34:00+0200Hamburg. Tatort Hamburg: Der NDR hat seine Fernsehfilm-Chefin Doris J. Heinze vor die Tür gesetzt. Sie hatte ihrem Ehemann zwischen 2001 und 2009 die Aufträge für insgesamt fünf Drehbücher zugeschanzt – unter Pseudonym, mit erdachtem Lebenslauf.
Wie NDR-Sprecher Martin Gartzke im Gespräch erklärte, sei Heinze suspendiert. Der Sender bereite eine fristlose Kündigung vor.
Heinzes Rechtsbeistand, der Hamburger Anwalt Gerd Benoit, bestätigte unserer Zeitung gegenüber, der Gatte seiner Mandantin habe unter Pseudonym vier Drehbücher für NDR-Filme geliefert. Sie seien im „üblichen Rahmen abgerechnet worden”. Ein fünftes Drehbuch sei „rückabgewickelt” worden.
Ein finanzieller Schaden sei dem NDR „nicht entstanden”. Zugleich räumte Benoit ein, dass Heinze den NDR bei der Vergabe der Aufträge getäuscht habe. Benoit sprach von „Flunkerei”. Er bezweifle aber, ob das eine fristlose Kündigung rechtfertige.
Benoit erklärte ferner, Heinze habe lediglich Anträge für die Vergabe von Drehbüchern stellen können. Ein mehrköpfiges Gremium müsse zustimmen. Die Entscheidung treffe der Programmdirektor.
Kein absoluter Schutz
NDR Intendant Lutz Marmor sieht dagegen kein Versagen der Aufsichtsgremien: „Gegen unlauteres Verhalten gibt es keinen absoluten Schutz.” Der Sender habe aber sofort reagiert, als er von den Vorgängen erfahren habe. Heinzes Job übernimmt vorerst der zuständige Programmbereichsleiter Thomas Schreiber. Damit geht beim NDR eine Ära unrühmlich zu Ende. Heinze galt als blonde Eminenz. Sie verjüngte den „Tatort” mit Erfolgsfahndern wie Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Cenk Batu (Mehmet Kurtulus).
Der „Heinze-Touch” („Die Zeit”) zeichnete indes schon früher dadurch aus, dass die geschasste Fernsehfilm-Chefin die Grenze zwischen Aufsicht und Auftrag locker sah. Etliche Schlicht-Drehbücher („Holstein Lovers”) stammen aus ihrer Feder. Heinze fand nichts dabei: Schon ein Dieter Meichsner hatte sich beim NDR das von ihm verantworte Programm zum Teil selbst geschrieben.
10:25
Der Artikel geht ok, aber der Kommentar des Autoren im der WAZ war mehr als überflüssig.
Was hat das Medienmagazin ZAPP damit zu tun? Haben die den Autoren mal auf dem Kieker gehabt, dass er in diese Richtung austreten muss?
Soviel kritische und fundierte Recherche, wie sie bei ZAPP getätigt wird, würde ich mir auch von manchem WAZ-Schreiber wünschen.
08:51
also wenn so das auswahlverfahren läuft, wundere ich mich nicht
mehr, dass es mit der filmqulität, auch vom tatort, so bergab geht ...