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Natascha Kampusch spricht bei Jauch über Leiden in Freiheit

18.02.2013 | 14:55 Uhr
Natascha Kampusch spricht bei Jauch über Leiden in Freiheit
Im Einzelinterview konfrontierte Günther Jauch Natascha Kampusch mit beleidigenden Reaktionen und intimen Filmszenen. Foto: dapd

Essen.  Auch sieben Jahre nach ihrer Flucht aus dem Kellerverlies fühlt sich Natascha Kampusch noch immer nicht frei. Bei Günther Jauch sprach sie über ihre Seelenqualen aus der Vergangenheit und den aktuellen Druck der Öffentlichkeit. In der Sendung wurden auch Film-Szenen der Vergewaltigung gezeigt.

An ihrem 25. Geburtstag sitzt Natascha Kampusch im Studio von Günther Jauch. Sie spricht über das Eingesperrt sein. Sie erzählt von Demütigung und Erniedrigung. Moderator Jauch zeigt Filmausschnitte über dieses dunkelste Kapitel ihres Lebens. Es ist gewiss kein schöner Geburtstag, doch Kampusch hat schlimmere erlebt.

Natascha Kampusch war zehn, als sie entführt und verschleppt wurde. Mit 18 kam sie frei. An ihren Geburtstagen dazwischen gab es nur eine Person, mit der sie zusammen seien konnte: ihr Peiniger, Wolfgang Priklopil. Trotzdem hat sie jeden Geburtstag gefeiert und jeder war ihr wichtig: „Es war positiv, dass man älter und stärker wird, um sich widersetzen zu können“, erinnert sie sich im Gespräch mit Günther Jauch.

Jahr für Jahr sammelte Kampusch mehr Kraft, um endlich gegen ihren Entführer aufbegehren zu können. 2006, dem Jahr in dem sie volljährig wurde, gelang ihr die Flucht.

Natascha Kampusch erzählt von ihrer Vergangenheit, wie sie es schon oft zuvor getan hat. Auch sieben Jahre nach der Befreiung klingt ihre Stimme dabei müde und brüchig. Manchmal ist die junge Frau nur schwer zu verstehen. Sie wirkt erschöpft und verunsichert. Auch eine Folge des Lebens und Leidens in der Öffentlichkeit?

Kampusch will nie wieder Opfer sein

Nach ihrer Befreiung will Kampusch das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben. Sie geht in die mediale Offensive, spricht in Talkshows und schreibt ein eigenes Buch. Sie habe das Gefühl gehabt, dass auch ohne ihr Einverständnis Bilder von ihr gemacht worden wären. Das andere ihre Geschichte geschrieben hätten. Das sollte nicht passieren. Nie wieder will die junge Frau Spielball anderer sein. Nie wieder ein Opfer.

„Frau Kampusch ist ein leuchtendes Beispiel, das sich nicht als Opfer darstellt, sondern als aktive Überlebende“, lobt der Psychotherapeut Georg Pieper. Doch gerade dieses Leuchten in der Öffentlichkeit wirft Schatten. Im Bus drängen wildfremde Leute der jungen Frau ihre Probleme auf. Mit Familienangehörigen ist das Miteinander bis heute schwierig.

Leuchtturmfunktion mit Schattenseiten

Andere nehmen Kampusch ihre Leuchtturmfunktion übel. Erbarmungslos konfrontiert Günther Jauch sie mit Einträgen aus dem Onlineforum einer österreichischen Zeitung. Die Auszüge sind böse bis aufs Blut. Sie könne doch in einem Bordell arbeiten, rät ihr etwa ein Nutzer. Andere werfen ihr vor, sich immer wieder in die Medien zu drängen und so unglaubwürdig zu werden.

Es ist viel Druck, der auf dem ehemaligen Entführungsopfer lastet. Und auch die letzte Mauer, die Kampusch bislang um ihre Privatsphäre gezogen hatte, ist mittlerweile gefallen. In der kommenden Woche läuft ein Film über das Leiden der Natascha Kampusch in den deutschen Kinos an. "3096 Tage" heißt er, wie ihr autobiografisches Buch.

Bilder der Vergewaltigung

Der Film zeigt wie Natascha Kampusch vergewaltig wird. Schonungslos hält die Kamera drauf, als Wolfgang Priklopil sie fesselt und zum Sex zwingt.  Ebenso schonungslos zeigt Günther Jauch diese Ausschnitte seinem Publikum.

In keinem Interview hatte  Kampusch zuvor über dieses Thema gesprochen. In ihrem Buch schweigt sie dazu. Die Vergewaltigung gehörte zu den Teilen ihrer Vergangenheit, die sie mit sich selbst klären wollte.  Es war ein Geheimnis, das über Vernehmungsprotokolle zunächst an österreichische Parlamentarier und so schließlich an die Presse gekommen sei, erklärt die junge Frau.

Sie sei im Vorfeld der Filmveröffentlichung darüber informiert worden, sagt Kampusch. Aber was der Filme zeige, sei nicht ihre Sicht der Dinge.

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Kommentare
19.02.2013
08:59
Natascha Kampusch spricht bei Jauch über Leiden in Freiheit
von KuKu | #9

@Nussknacker: Definieren Sie mal bitte, was Sie unter normalem Menschenverstand verstehen, Sie besitzen offensichtlich nicht viel Verstand. Es ist...
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http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/natascha-kampusch-spricht-bei-jauch-ueber-leiden-in-freiheit-id7632139.html
2013-02-18 14:55
Jauch, Günther Jauch, Tv, fernsehen, Talkshow, Natascha Kampusch, Entführung, Geisel, Gefangenschaft
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