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Joachim Gauck

Nahles freut sich bei Günther Jauch über "Umfaller" von Merkel

20.02.2012 | 06:41 Uhr
Nahles freut sich bei Günther Jauch über "Umfaller" von Merkel
SPD-Generalsekretaerin Nahles

Berlin.  Eigentlich hatte Günther Jauch aus seiner gestrigen Talkrunde eine kleine Bundespräsidenten-Castingshow machen wollen. Glücklicherweise ist ihm die Realität mit der Nominierung Joachim Gaucks zum neuen Staatsoberhaupt zuvorgekommen. Denn die Vorschläge, die Jauchs Gäste mitgebrachten hatten, waren teilweise mehr als utopisch.

Joachim Gauck ist also im Recall. Das war nicht besonders überraschend, obwohl die Entscheidungsfindung doch seifenopernartige Züge hatte. Vom Zusammenbruch der Koalition war zwischendurch die Rede, bis schließlich Angela Merkel mit verkniffener Miene ihren gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten vorstellte. Improvisieren, hieß es also bei Günther Jauch. Ursprünglich lautete der Titel der Sendung am Sonntag: „Deutschland sucht den Super-Präsidenten --  Wen zaubert Merkel aus dem Hut?“ Also wurde seine Talkrunde eine nette Mischung aus den Erinnerungen einer charmanten 91-Jährigen, philosophischen Erklärungsversuchen eines ehemaligen Tagesthemen-Moderators und ein bisschen „Wulff-Bashing“, wie MdB Wolfgang Bosbach (CDU) es formulierte.

Einstimmig mit Gauck-Nominierung zufrieden

Zufrieden mit der Entscheidung? Auf diese Frage Günther Jauch s antworteten alle Gäste mit einem mehr oder weniger überzeugenden „Ja“. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erinnerte daran, dass Gauck bereits vor zwei Jahren der Favorit ihrer Partei gewesen sei. Ein bisschen Schadenfreude über Angela Merkels Zugeständnis der FDP und der SPD gegenüber , konnte Nahles allerdings nicht verbergen. „Merkel hat eine große Niederlage erlitten“, sie sei „umgefallen“. Aber auch CDU-Mitglied Bosbach fand „keinen Grund gegen Gauck“. Ulrich Wickert, ehemaliger Tagesthemen-Moderator, lobte Merkels Zugeständnis sogar als „starken Moment“: „Sie ist über ihren Schatten gesprungen.“

Das Verhalten der Kanzlerin kann man freilich beurteilen, wie man will. Es ändert nichts daran, dass Joachim Gauck nun der stärkste Anwärter auf den Posten des Bundespräsidenten ist. Die Kandidatensuche, die zunächst noch schwieriger zu sein schien als einen Nachfolger für Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass…?“ zu finden, hat sich damit schnell erledigt. Dabei hatten sich die Talkgäste doch so gute Alternativen für den Stasinachlass-Verwalter ausgedacht. Ulrich Wickert schlug den Historiker Heinrich August Winkler vor.

Ulrich Wickert tummelte sich an diesem Abend aber in zu vielen philosophischen Theorien, als dass irgendeiner der Anwesenden Winkler als ernstgemeinten Vorschlag akzeptieren konnte.  „Wir hätten endlich auch mal eine Frau wählen können“, fand hingegen Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geissler. Ursula von der Leyen etwa oder Margot Käßmann. Damit traf Geissler bei seiner Sitznachbarin genau ins Schwarze. Hildegard Hamm-Brücher hatte 1994 ebenfalls für dieses Amt kandidiert. Seitdem setzt sie sich dafür ein, dass bei der Wahl des Bundespräsidenten die Bürger mehr Mitsprache erhalten.

Ironischer Vergleich zwischen Gauck und Wulff

Die resolute Politikerin war jedenfalls der einzige Lichtblick in dieser ihres Gesprächsthemas beraubten Diskussionsrunde. Ein bisschen beißende Ironie schwang mit, als Hamm-Brücher Joachim Gauck mit seinem Vorgänger Christian Wulff verglich. Gauck bringe wenigstens keinen zweifelhaften Pressesprecher mit in sein neues Amt und er habe auch keine Geldnöte.

Wulff , so ihr Fazit, „war einfach nicht glaubwürdig.“ Und so wendete sich das Interesse von Jauchs Gästen rasch wieder den Verfehlungen des Ex-Staatsoberhauptes zu, von Wolfgang Bosbach neudeutsch als „Wulff-Bashing“ bezeichnet. „Ich gehöre als alter Fußballer nicht zu denen, die noch nachtreten, wenn einer am Boden liegt“, stellte Bosbach fest.

Große Hoffnungen bei Günther-Jauch-Talk in Joachim Gauck

In Joachim Gauck setzten die Talkgäste jedenfalls große Hoffnungen. Er solle  „die Kluft zwischen der Politik und den Bürgern schließen“, wünschte sich Andrea Nahles. Sprich: Er muss das kitten, was unaufrichtige Politiker wie Christian Wulff oder Karl Theodor zu Guttenberg zerstört haben, nämlich das Vertrauen der Bürger zu den von ihnen gewählten Politikern. Keine leichte Aufgabe.

Pia Mester

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Kommentare
21.02.2012
16:04
Nahles Freude in Grenzbereichen
von nurMitbuerger | #44

Die Freude sollte sich in Grenzen halten, endlich ist der Joachim Super_Gauck nominiert, aber bevor er überhaupt gewählt ist, entstehen schon die ersten Schlagzeilen, mit den Neid- und Moral-"Informationen".
aus Super_Gauck könnte schnell ein Super-GAU werden.
Es könnte Super_Schlagzeilen geben, Berichte vor der Traumhochzeit über "wilde" Ehe, Scheidung mit oder ohne Rosenkrieg. Aber nach trockenem Lesestoff über Autos, Urlaube und Finanzaktionen könnte ja nun, im Interesse der Leser, ein bisschen Abwechslung in Form von Herz, Schmerz und Gefühlsduseleien folgen, aber doch wieder Neid- und Moral-"Informationen" damit man sich nicht umgewöhnen muss.

20.02.2012
19:26
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von karopufer | #43

Der Meister Gauck ist doch jetzt schon beschädigt,hat seine Frau und 4 Kinder nach der Wende in stich gelassen um mit einer Wessi-Frau und jünger selbverstänlich zusammen zu leben.

20.02.2012
14:03
@GeraldBohne | #41
von dummmberger | #42

"Wegen der bin viele aus der SPD ausgetreten!"

Wie viele sind Sie?

1 Antwort
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von GeraldBohne | #42-1

Ich habe viele ... äh ... jau!

20.02.2012
12:08
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von GeraldBohne | #41

Nahles?

Wegen der bin viele aus der SPD ausgetreten!
Ob die hetzt, schadenfroh ist oder stirbt interessiert mich nicht die Bohne. (sic!)

20.02.2012
11:52
Blockierter Kommentar.
von DerMerker14 | #40

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.02.2012
11:48
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von dummmberger | #39

Wie sich die Konservativen hier über "parteitaktische Spielchen" der SPD empören, ist nur lächerlich.
Alle Parteien haben sich rein parteitaktisch verhalten. Das nun einer einzigen Partei vorzuwerfen, zeigt ein durch die Parteibrille extrem eingeengtes Sichtfeld.

Und dass Frau Nahles auf den Umfaller von Frau Merkel hinweist, ist auch völlig natürlich. Welcher Politiker würde das in dieser Situation nicht tun.

2 Antworten
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von Karl.Schmitz | #39-1

Sehr richtig !!!
Sie sollten aber ihren Nick "Schlauberger" nennen :)

Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von Rally8 | #39-2

Wie kommen sie auf Oberlehrer?

Bisher glaubte ich, er sei kein "kleiner" Dummberger.

20.02.2012
11:44
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von kaesekrokette | #38

Ich weiß nicht, ob es ein Fehler ist, wenn man sich auch als Bundeskanzlerin einer Mehrheitsentscheidung beugt!?

Man kann das auch als gelebte Demokratie auslegen.

Merkel ist mir immer noch symathischer als diese Nahles.
Außer Läster- und Hetzereien hat diese Frau nichts zu bieten.

20.02.2012
11:40
Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern..
von Karl.Schmitz | #37

nach diesem Adenauer-Motto verfährt unsere Kanzlerin doch immer.

Für sie zählt allein dass, was ihrem Machterhalt dient. Das war bei der Energiewende so und bei vielen anderen Entscheidungen. Das mag politisch durchaus legitim sein, aber man sollte das nicht als Lernfähigkeit auslegen.

20.02.2012
11:29
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von hajori | #36

OK, Merkel wurde "umgestoßen" bzw. mußte wieder einmal eine Kehrtwendung vollziehen wie schon in der Frage des Atomausstiegs.
Aber diese verlogene Nahles hat den geringsten Anlaß darüber herzuziehen!
Die Frau ist schlichtweg ein Brechmittel!
Noch ein Grund, die SPD nicht mehr zu wählen.
Und ob Herr Gauck in ein paar Monaten immer noch den Zuspruch der Bevölkerung findet, werden wir erst mal abwarten müssen!
Eine besonders soziale Einstellung hat er jedenfalls nicht. Er steht dem bürgerlich-konservativen Lager geistig näher als dem sozialdemokratischen.

20.02.2012
11:29
Nahles freut sich bei Günther Jauch über
von Herby52 | #35

@wolfgang123
Kompromissfährigkeit von Frau Merkel?
Nachdem die FDP sich öffentlich für Herrn Gauck ausgesprochen hatte, blieb ihr doch überhaupt keine ander Wahl mehr. Oder Sie hätte einen offen Streit mit der FDP führen müssen.
Ansonsten gilt meine vorherige Bemerkung

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