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Fußball-EM

Mehr Frauen als Männer sehen zu

28.06.2008 | 12:05 Uhr

Wien. Erstaunliche Quoten-Ergebnisse. Tom Bartels moderiert Finale. ARD installiert Ersatzregie für das Spanien-Spiel.

Der nächste Fernsehrekord liegt in der Luft. Wenn morgen im EM-Finale in Wien Deutschland und Spanien aufeinandertreffen, dürfte erstmals die 30-Millionen-Zuschauer-Grenze geknackt werden - bei den üblichen Einschaltquoten, die das Fernsehverhalten zu Hause messen. Denn tatsächlich werden wieder viel mehr Fans zuschauen, weil die Zuschauer beim Public Viewing, im Schrebergarten oder in der Kneipe nicht erfasst werden. Beim Viertelfinalspiel Deutschand - Portugal waren das in den Spitze mehr als zehn Millionen zusätzliche Zuschauer, ergaben Umfragen, die das ZDF in Auftrag gegeben hat.

Die emotionale Komponente

Der Trend, dass sich immer mehr Frauen die Spiele mit Ballack, Schweini und Co. anschauen, der schon bei der WM 2006 aufgefallen war, hat sich dabei noch verstärkt. Gleich bei drei der bisher fünf EM-Auftritte der deutschen Elf waren die Frauen unter den TV-Zuschauern in der Mehrzahl. Ließen sie bei den ersten beiden Spielen gegen Polen und Kroatien den Männern noch den Vortritt, schalteten sie sich laut Media Control verstärkt ein bei den entscheidenden Spielen gegen Österreich (13,32 Millionen Frauen ab 14 Jahren/13,21 Mio. Männer), Portugal (13,31 Mio. / 12,80 Mio.) und gegen die Türkei (14,11 Mio. / 13,40 Mio.).

"Die emotionale Komponente des Fußballs spricht die Frauen an, da finden Emotionen statt und es dürfen auch welche gezeigt werden", erklärt Sportpsychologin Prof. Dr. Dorothee Alfermann von der Universität Leipzig das gewachsene Interesse. Zudem gehöre Fußball mittlerweile auch bei vielen Frauen zum Leben, was von der (Männer-)Gesellschaft akzeptiert werde.

Kommentator des Endspiels ist Tom Bartels. Für viele Beobachter war er bei dieser EM der beste Mann am Mikro. Er mag es meist kurz, knapp und analytisch. Große Emotionen bringt er aber kaum rüber, was sich morgen beim Finale aber vielleicht ändern könnte - je nach Spielverlauf.

Nach dem peinlichen Stromausfall beim Spiel Deutschland - Türkei, der zu ZDF-Bildausfällen führte, ging das zweite Halbfinale am Donnerstagabend zwischen Russland und Spanien (19,21 Millionen Zuschauer) ohne Probleme über den ARD-Bildschirm - trotz eines schweren Gewitters über Wien.

Doch das Erste ist vorsichtig. Werner Rabe, EM-Sprecher der ARD: "Wir werden auf jeden Fall durch eine Ersatzregie in München, die im Notfall mit den Kollegen in den Stadien telefonisch in Verbindung treten könnte, Vorsorge treffen." ARD-Teamchef Volker Kottkamp versichert: "Wir werden alles Menschenmögliche tun, dass es nicht noch einmal zu Bildausfällen kommt, auch wenn es im IBC erneut einen Stromausfall geben sollte." Im IBC, dem Internationalen Fernsehzentrum in Wien, soll jetzt - wie berichtet - ein Dieselgenerator bei Ausfällen die Versorgung sicherstellen.

Berichte, dass neben dem Schweizer Fernsehen, das dem ZDF das Bild lieferte, auch der arabische Sender El Dschasira beim Stromausfall ohne Unterbrechung weitersenden konnte, werden derweil immer fragwürdiger. "Auch wir können das nicht bestätigen", sagte gestern Euro 2008-Sprecher Wolfgang Eichler der NRZ.

Das Finale beginnt am Sonntag um 20.45 Uhr. Die ARD meldet sich bereits ab 18.50 Uhr mit Vorberichten. Selbst der "Presseclub" mittags im Ersten mit Gastgeberin Tina Hassel kommt am Fußball nicht vorbei. Thema: "80 Millionen Bundestrainer - Wie schaffen wir den Sieg?" (NRZ/sid)

Karlheinz Burandt

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Kommentare
29.06.2008
15:53
Mehr Frauen als Männer sehen zu
von Zahlvater | #3

Die Fernsehquoten entsprechen dem grossen Trend der Deutschen, immer fetter zu werden. Glotzen statt selber leben, Einschaltquote als Erfolg statt eigene Aktivität als Erfolg. Wir haben keinen Fernseher, Bezahlfussball interessiert uns nicht die Bohne. Selber spielen oder bleiben lassen.

29.06.2008
15:45
Mehr Frauen als Männer sehen zu
von Held der Welt | #2

@ Herr Meier: Haben Sie überhaupt eine Ahnung wie Quoten berechnet werden? Da werden Leute ausgewählt - nach Durschnittswerten - und dann wird der Fernsehverhalten hochgerechnet auf den Rest der Bevölkerung. Es ist also vollkommen egal was Sie heute Abend schauen - es sei denn Sie gehören zu diesem Kreis und verfügen über ein Gerät was Ihr TV Verhalten trackt!

28.06.2008
20:10
Mehr Frauen als Männer sehen zu
von Peter Meier | #1

Schön daß Sie die Fehlerquote der Einschaltquotenmeter erwähnen, aber warum unterschlagen Sie die vielen Prozent der Haushalte, in denen der Fernseher zwar eingeschaltet ist, aber keiner zusieht und trotzdem vergessen hat, beim Quotenmeter sich auszutragen?
Bloss weil dann über eine weniger grosse Zahl berichtet werden muß?

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