Mehmet Kurtulus wirft beim „Tatort“ hin
04.03.2011 | 17:17 Uhr 2011-03-04T17:17:00+0100Hamburg. Mehmet Kurtulus hört beim Hamburger „Tatort“ auf. Der NDR konnte den Mimen nicht umstimmen. Im Sommer werden noch zwei weitere Folgen mit dem verdeckten Ermittler Cenk Batu gedreht.
Er war einer der innovativsten „Tatort“-Fahnder der neueren Zeit. Doch das Publikum fremdelte mit dem verdeckten Ermittler Cenk Batu. Schauspieler Mehmet Kurtulus zog die Konsequenzen - und warf hin.
Der NDR hatte lange gezögert, die Personalie zu vermelden. Bereits im vorigen Herbst war der Nord-Sender von dem 38-jährigen gebürtigen Türken informiert worden.
Doch alle Überredungsversuche von NDR-Seite hatten nichts gefruchtet. Thomas Schreiber, Leiter des Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung des NDR: „Schade - wir haben versucht, Mehmet Kurtulus davon zu überzeugen, über die ursprünglich geplante Vertragslänge hinaus mit uns den Hamburger „Tatort“ weiter zu entwickeln. Für sein Engagement als verdeckter Ermittler Cenk Batu danke ich ihm sehr herzlich und freue mich auf seine beiden kommenden ,Tatorte’.“ Diesen Schauspieler, so lautet Schreibers Botschaft, lässt er ungern ziehen.
Figur mit prallem Leben gefüllt
Der Partner seiner Kollegin Désirée Nosbusch wird seinen Vertrag erfüllen. Zwei Mal steht Kurtulus noch als Cenk Batu vor der Kamera. Die Folgen fünf und sechs sollen nach Angaben des NDR in diesem Sommer gedreht werden.
Die Figur des verdeckten Ermittlers geht auf das Konto der ehemaligen NDR-Fernsehfilmchefin Doris Heintze, die den Sender nach einer Drehbuchaffäre im Unfrieden verließ. Sie war eine ihrer besseren Ideen, zumal die Figur von Kurtulus mit prallem Leben gefüllt wurde. Im Gegensatz zu den oft behäbigen deutschen Fernsehfahndern wirkte Kurtulus auch über seine körperliche Präsenz. Kurtulus trat seinen Dienst als Nachfolger des zuletzt lustlos agierenden Robert Atzorn alias Jan Castorff auf dem Bildschirm im Jahr 2008 an. Die Auftakt-Folge „Auf der Sonnenseite“ wurde gar mit einem Grimme-Preis bedacht - für Kurtulus war es die Trophäe des Marler Institutes.
Figur irritierte das Publikum
Dennoch lag auf den Batu-Krimis ein Schatten. Die Figur irritierte das Publikum. Grund: Ein Undercover-Fahnder verlangt nach ständiger Veränderung, auch im Aussehen. Und damit mussten sich die Zuschauer immer wieder an eine neue Optik der Hauptfigur gewöhnen.
Das Fernsehvolk strafte Kurtulus mit vergleichsweise schwachen Quoten ab. Die jüngste Kurtulus-Episode vom vorigen Sonntag, „Leben gegen Leben“, verfolgten lediglich 6,83 Millionen Menschen. Das entsprach einem Marktanteil von 17,9 Prozent. Das wäre für andere TV-Produktion ein toller Erfolg, weil beides - Zuschauerzahl und Marktanteil - weit über dem Schnitt der ARD lagen. Gleichwohl erreichen andere „Tatorte“ ein Publikum von rund neun Millionen - allen voran das Münsteraner Ermittler-Team Axel Prahl und Jan Josef Liefers.
Heinze-Nachfolger Christian Granderath entwickelt derweil mit mehreren Produktionsfirmen neue Konzepte für einen Hamburger „Tatort“. Ein Nachfolger von Cenk Batu steht allerdings noch nicht fest.
11:38
Und schon wieder ein ganzer Haufen Zuschauer, die Geschmack und Qualität nicht auseinanderhalten können. Aber was will man erwarten, wenn Journalisten, die sich bar jeder Qualifikation Kritiker nennen, das auch nicht können.
Die Reihe Tatort lebt von der Vielfalt, nicht von der Kontinuität. Es gibt da keinen Besten und Schlechtesten, nur Andere. Und ansonsten nur die, die einem am besten gefallen.
Und der Hamburger Tatort war/ist wohltuend anders. Aber es ist halt nicht jeder in der Lage, über seinen eigenen Tellerrand zu schauen.
17:29
Der Tatort ist also intelektuell. Ja so intelktuell wie Bücher von Eva Herrmann
08:43
Von schwachen Quoten möchte ich hier nicht reden, da konstruiert die Redaktion etwas zusammen. Kurtulus vollzieht das was er vor 2 Jahren den Verantwortlichen ankündigte mit angemessener Frist. Natürlich haben Identifikationsfiguren der Provinzbewohner (wo ARD geguckt wird) mehr Anteil. NDR steht da mehr für das Urbane. Aber vielleicht kriegen wir ja als Nachfolger den Herrn Fedder als Dorfbullen in Friesland. So gut waren die Filmchen allerdings allesamt nicht was jedoch nicht an ihm lag. Der Erste weckte Interesse. Der 2. war grottenschlecht (zu der Zeit fasste er wohl seinen Entschluss). Die Darsteller feixten in einer Szene offen über den unsäglichen Schwachsinn. Der 3. etwas besser als grottenschlecht. Dieser 4. fing ganz interessant an (ähnlich Jürgen Rolands Hafenrevier) und versackte dann im üblichen Tatort Weltbild. Man tritt halt dem Kleinbürger nicht allzu sehr auf die Füsse, nur etwas. Die freundliche OP-Kraft die bemerkt: Man hat noch nichts entnommen. Symbolisch die Schlußszene in der U-Bahn. Nee, Kurtulus tut gut daran sich aus der Rentnerunterhaltung zurückzuziehen.
00:09
Endlich ist im Tatort so eine erfrischend andere Ermittlerfigur angekommen!! Das gefällt mir. Schade, dass Herr Kurtulus damit aufhören will. Gerade die viele Rollen, die der undercover-Ermittler ausfüllen muss, geben dem Film seinen besonderen Charm.
Für mich ist es Nebensache, welcher Herkunft ein verdeckter Ermittler oder Schauspieler ist. Und Quotenzahl ist nicht alles, was den Tatort anziehend macht.
Mehr Mut zu neuen Ermittler-Typen im Tatort!!!
15:49
Ich muss zugeben, als Tatort-Fan konnte ich mich mit Mehmet Kurtulus auch nicht recht anfreunden. Sicher ein besserer Schauspieler als mancher Kollege - aber irgendwie passte es nicht...Die schwachen Quoten haben mich daher nicht überrascht.
09:15
Kein Verlust.....
08:00
Auch ich finds schade.
Die Folgen waren z.T. erschreckend real.
02:20
Also München kann ich auch noch gut schauen.
01:40
Der Tatort kann auch ohne diesen Schauspieler weiter leben.
Ich sehe Tatort, seit ich denken kann.
Tatort ist Kult, jeden Sonntag neu und donnerstags in Wiederholung auf WDR 3.
Ich liebe Tatort - am liebsten die aus Münster, Köln, Ludwigshafen, Hannover. Alle andere sind ferner liefen.
01:15
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