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Max Giermann - Von Switch zu eigener Show

14.09.2009 | 07:08 Uhr
Max Giermann - Von Switch zu eigener Show

Köln. Für „Switch Reloaded” parodiert Comedy-Talent Max Giermann immer neue TV-Persönlichkeiten. Das macht er so gut, dass er nun eine eigene Show bei ProSieben bekommt: „Granaten wie wir” (Dienstag, 22.15 Uhr).

Mit der neuen Sendung „Granaten wie wir” entwickelt der Münchner Sender konsequent sein Format „Switch Reloaded” weiter, das 2008 den Deutschen Fernsehpreis erhielt.

Mühsam und konzentriert

Max Giermann als Johann Lafer (li.) mit Michael Kessler als Horst Lichter in "Switch - Reloaded". (c) ProSieben

Mal ist er Reinhold Beckmann, mal Stefan Raab, mal Oliver Kahn. Nur er selbst ist er fast nie. Daran wird sich auch in der neuen Comedy-show nichts ändern. Trotzdem lässt sich „Granaten wie wir” kaum mit „Switch Reloaded” vergleichen. Denn eigentlich ist es eine klassische Comedy-Show, die vor Zuschauern im Studio in Hürth bei Köln aufgezeichnet wird. Mit Gästen wie Otto oder Dieter Nuhr, vorproduzierten Einspielfilmen und Musik. Nur dass jede Ausgabe dieser Show von Giermann in einer anderen Rolle moderiert wird. Alle alten Switch-Parodien sind dabei. Und eine neue: Karl Lagerfeld.

Geübt hat er den Modedesigner, wie er alle Parodien übt. „Sehr mühsam” und „extrem konzentriert”. Hat sich Videos angesehen, immer wieder die Stimme angehört und ist mit dem Diktiergerät durch die Wohnung gelaufen. Hat gesprochen, abgehört, wieder gesprochen. Immer nur ein paar Sätze. Bis die Stimme saß. „Das ist schon die halbe Miete.” Dann hat er am Rest gefeilt – an Gestik und an Mimik.

All das hat er – anders als die meisten Comedians – gelernt. Auf der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch” in Berlin, die als eine der besten Schauspielschulen des Landes gilt. Und beim verstorbenen Georgo Peugot, einem der bekanntesten Clowns der Welt. Nach dem Studium hat er aber erst mal einige ernste Rollen gespielt – unter anderem am Schauspiel in Essen. Dann rief das Fernsehen – und Giermann konnte seine lustigen Seiten ausleben. „War nicht geplant, hat sich so ergeben.”

Vom Segen, nicht erkannt zu werden

Wird aber möglicherweise so bleiben. Weil Künstler gerade in Deutschland schnell in eine Schublade gepackt werden. „Frei Schnauze XXL”, „Switch” und jetzt „Granaten wie wir” - „da könnte es schwierig werden, im ernsten Fach wieder Fuß zu fassen”, macht sich Giermann nichts vor. Die Zuschauer wird das vermutlich kaum stören. Sie lieben die präzisen Parodien des 33-Jährigen. Und die Parodierten selbst fühlen sich offenbar auch gut getroffen. Oder sie verstehen zumindest Spaß. „Bisher hat sich noch keiner bei mir beschwert.” Da wollen auch die Kritiker nicht zurückstehen. Giermann ist beim Deutschen Comedypreis 2009 gerade in der Kategorie „Bester Schauspieler” nominiert worden.

So wird er auch in Zukunft nur selten als Giermann auf dem Bildschirm zu sehen sein. Was ihn nicht sonderlich stört. Weil Max Giermann privat eher „introvertiert” ist. Und weil es so leichter ist, Brötchen einzukaufen oder in Ruhe spazieren zu gehen. „Manchmal”, findet Giermann, „ist es ein Segen, wenn man nicht überall erkannt wird.”

Andreas Böhme

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