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Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten

21.03.2012 | 07:13 Uhr
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
25 Minuten für Carsten Maschmeyer - mit schmerzhaften Zwischenfragen von Sandra Maischberger.Foto: dapd

Essen.  Carsten Maschmeyer durfte bei Sandra Maischberger über sein Buch, seine Fehler in der Wulff-Affäre und seinen Erfolg sprechen. Die anderen Gäste fühlten sich und das eigentliche Thema, "Die Welt der Reichen und Schönen: Kein Platz für Verlierer?", ein wenig vernachlässigt.

Sandra Maischberger hatte es so gut gemeint. Sie wollte das Thema Präsident, aber sie durfte nicht. Als Ausweg schien sich ein Gespräch mit Carsten Maschmeyer anzubieten. Der Finanzjongleur gilt als begnadeter Netzwerker, obendrein hat er gerade ein Buch vorgelegt.

Um sich den Vorwurf platter Promotion für ihren Gast zu ersparen, fragte die ARD-Talkerin allgemein nach Gewinnern und Verlierern in der Gesellschaft. Die wichtigste Erkenntnis am Schluss der Plauderrunde war ihre Selbsterkenntnis.

25 Minuten lang Maschmeyer

Carsten Maschmeyer ist ein schillernder Zeitgenosse. Der 52-Jährige arbeitete sich hoch zum Milliardär. Gemeinsam mit seiner Verlobten, Schauspielerin Veronica Ferres (46), geht er keiner Kamera aus dem Weg – außer der des ehemaligen NDR-Reporters Christoph Lütgert (66), der Maschmeyer unangenehme Fragen stellen wollte.

Bei Maischberger stellte sich Carsten Maschmeyer denn doch. Die Gastgeberin bot ihrem Gast die Gelegenheit, sich 25 Minuten lang im Einzelgespräch einerseits reumütig zu geben und andererseits für sein Buch „Selfmade. Erfolg reich leben“ zu werben.

Nachdem ihm nicht nur das Branchenblatt „prmagazin“ attestiert hatte, er habe „sein Image nachhaltig ramponiert“, übte sich Maschmeyer im Hinblick auf laufende Prozesse gegen sein ehemaliges Finanz-Dienstleistungsunternehmen AWD in Schadensbegrenzung.

Reue und Eigenlob

Seinen Kumpel Christian Wulff , Ex-Ministerpräsident von Niedersachsen und Ex-Präsident der Republik, zum Urlaub in seiner Villa auf Mallorca animiert zu haben, sei „rückwärts gesehen von beiden Seiten ein Fehler“ gewesen. Auch seine Flucht vor Lütgerts Fragen nannte Maschmeyer einen „Fehler“. Zudem versicherte er treuherzig, er sei über jeden einzelnen Fall von schlechter Beratung bei AWD „traurig“.

Zugleich durfte sich Maschmeyer dafür loben, durch „Fleiß und Fortbildung“ nach oben gekommen zu sein. Zudem durfte er versichern, dass er keineswegs kalt berechnend Kontakte zu den Mächtigen in der Gesellschaft knüpfe. Vielmehr seien ihm zunächst „Sympathie“ und „gemeinsame Erlebnisse“ wichtig, fügte Maschmeyer hinzu.

Maischberger hakt nach

Allerdings darf sich Sandra Maischberger zugute halten, keineswegs platte Stichworte geliefert zu haben. Sie wirkte wach und hakte wie eine moderne Zahnärztin prompt nach: Sie lächelte zwar, und dennoch tat es weh. Sie brachte Lütgerts Namen ins Spiel. Sie fragte dem Erfolgsfaktor Vitamin B. Sie wollte wissen, warum Maschmeyer von seiner Partnerin als „Frau Ferres“ sprach.

Schließlich entlockte Maischberger Maschmeyer das Bekenntnis, geliebt werden zu wollen. Er wolle dafür sorgen, dass auch seine Kritiker positiv über ihn denken. „Klingt wie eine Drohung“, entfuhr es Maischberger.

Gäste beschweren sich über Fokussierung auf Maschmeyer

Und die übrigen Gäste? Sie sollten Maschmeyers Positionen kritisch spiegeln. Allerdings saßen auf Maischbergers Couch durchweg übliche Verdächtige, die sich seit Jahren in der Endlos-Schleife deutscher Talkshows befinden. Sozialexperte Rudolf Dreßler (71; SPD) markierte, wie so oft, den Verbraucher-Anwalt, Textil-Unternehmer Wolfgang Grupp (69) gab den ehrbaren Kaufmann, PR-Fachmann Moritz Hunzinger (53) mimte den Kommunikationsstrategen, und Ex-„Bunte“-Chefredakteurin Beate Wedekind (60) wähnte sich als Expertin für Glanz und Gloria, Neid und Missgunst eingeladen.

Doch es sollte anders kommen. Eine gute Viertelstunde vor Schluss der 75-minütigen Runde maulte die gebürtige Duisburgerin, dass vorwiegend über Maschmeyer und kaum über die allgemeine Dimension von Gewinnen und Verlieren gesprochen worden war. Tatsächlich offenbarte die Journalistin, dass sie beides erlebt hat. Bei einem Filmfonds versenkte sie eine sechsstellige Summe. Bei Maischberger zürnte sie ihrer Bank. Dabei musste sie sich von Moritz Hunzinger das hohe Risiko ihrer Investition vorhalten lassen: Das wisse doch „jeder Lehrling bei einer Sparkasse“.

Talk mit mittlerem Erfolg

Schließlich schloss Maischberger den Kreis, indem sie zu Maschmeyer zurückkehrte. Die Talkerin legte ihm einen Fonds für AWD-Geschädigte ans Herz – ohne Erfolg.

Mit mittlerem Erfolg endete der Talk. Selbstkritisch bekannte Maischberger, dass in ihrer Runde über gesellschaftliche Verlierer kaum gesprochen wurde. Immerhin reklamierte sie für sich, über Vorbilder diskutiert zu haben. Vorbildlich war zumindest ihre Interview-Technik.

Jürgen Overkott

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Kommentare
22.03.2012
10:09
Hochgradig peinlich!
von txxx666 | #7

Das war eine journalistische Bankrotterklärung der letzten Art - Frau Maischberger sollte den Beruf aufgeben.
http://misanthrope.blogger.de/stories/2026342/

22.03.2012
05:49
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
von kaiserhut | #6

Da stellt sich dieser Maschmeyer hin und macht den heiligen und spricht davon ich drücke es mal vorsichtig aus, 1% seine Verträge wären wohl nicht in Ordnung. Wenn nur ein einziger armer Rentner Geld verloren hätte wäre das schon zuviel. Ich finde es auch bedenklich das man solchen Menschen noch eine Plattform bietet und den heiligen Spielen kann. Wenn ich nichts zu verbergen habe dann gebe ich auch Reportern die Kritisch fragen Antworten.Aber spontan zu Antworten, da könnte man sich ja verplappern und das könnte ja hinterher Geld kosten.Einfach widerlich dieser Mensch.Ich kenne noch einen guten Spruch, aus meiner Kindheit, den hat meine Oma immer erzählt und heute weis ich das es stimmt. Mit ehrlicher Arbeit ist noch kein Mensch reich geworden.

21.03.2012
09:55
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
von humanis | #5

Das dieser Typ auch noch ein Forum im Öffentlich Rechtlichen bekommt ist der eigentliche Skandal.

21.03.2012
09:44
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
von HinzundKunz | #4

Die heilige Macht der Maischbergerschen Inquisition hat mal wieder über Gut und Böse entschieden. Wer da nicht mitzieht und mit faulen Eiern wirft, wird von dem vorwiegend über GEZ finanzierten journalistischen Hoheitsakt schlicht und ergreifend ebenfalls abgewatscht. Dass diese so genannten freien deutschen Medien lediglich den Pöbel für brauchen, um Leben und Schicksale zu zerschlagen oder um Kontexte zu verdrehen, wissen auch Dreßler & Co.: rein und ohne jegliche Sünde waren sie ja alle als Gäste dieser Sendung, auf dem Podest des gehobenen Zeigefingers stehend und auch noch ohne jegliche Scham darüber, ebenfalls auch zu dieser „bösen Brut“, nämlich den Reichen und Schönen (hier bestimmt die freie Wahl des Lesers) zu gehören, denn in diesem Land gilt man mit einem Bruttojahreseinkommen von 53.000 Euro bereits als reich. Zuletzt bleibt schlicht die Schlichtheit: nämlich die Bösartigkeit, Menschen suggerieren zu wollen, wer gut und wer böse ist.

21.03.2012
08:49
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
von holmark | #3

Solange Leute wie Maschmeyer und Grupp erzählen, Banken würden etwas "produzieren", kommen wir aus der Finanzkrise nicht raus. Die Finanzwirtschaft muss wieder lernen, der Realwirtschaft zu DIENEN.

21.03.2012
08:46
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
von Ex-Leser | #2

Was ist denn hier los ??

Wieso wurde mein Beitrag z e n s i e r t und dieses nicht gekennzeichnet?

Netzwerkt Maschmeyer auch bei der WAZ ?

Diesmal habe ich nichtmal was von Miss Piggy und ihrem Graf Zahl geschrieben.

1 Antwort
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
von Ex-Leser | #2-1

ach jetzt doch nicht ? versteh ich nicht

21.03.2012
07:40
Maischberger talkt mit Maschmeyer statt über den Präsidenten
von Ex-Leser | #1

Maschi macht Werbung für sein Buch, toll.

Alle sind nur neidisch auf seinen Reichtum und Erfolg. Ist klar, besonders die auf deren Rücken er seinen Reichtum erwirtschaftet hat.

Ich will nicht wissen, wie dolle der Herr "genetzwerkt" hat ??
An dem Riester-Chaos hatte er auch seinen Beitrag und nutzte die guten Kontakte zu Schröder.

Er möchte von allen "geliebt" werden.
Sicher deswegen lässt er wohl auch keine kritischen Interviews von Frontal oder sonstigen Magazinen zu.

Heute nennt man es Netzwerken, früher hieß es Vetternwirtschaft.

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