200. Serien-Folge
Männer, Miezen und Motoren bei "Alarm für Cobra 11"
03.09.2009 | 08:59 Uhr 2009-09-03T08:59:00+0200
Köln. Reifen quietschen, Stahl zerformt sich kalt, es brennt, es raucht, es knallt. Könnte Fernsehen riechen – permanenter Benzin-Geruch läge in der Luft. Seit März 1996 ist auf dem Highway die Hölle los. Am Donnerstag feiert der RTL-Dauerbrenner „Alarm für Cobra 11“ Jubiläum.
Am Donnerstag, um 20.15 Uhr, läuft die 200. Folge der Serie "Alarm für Cobra 11" in Spielfilmlänge. Mit dem Special startet die 15. Staffel. Als Gaststars haben sich Viva-Mäuschen Collien Fernandes und Harald Schmidts ehemaliger Junior-Partner Oliver Pocher angesagt. RTL hat keine Angst vor Konkurrenz. Die extralange Fassung von „Cobra 11“ tritt direkt gegen den neuen „Kommissar Rex“ des ZDF an. Bisher mit ordentlichem Erfolg: In Spitzenzeiten erreichte die Kawumm-Produktion von Hermann Johas Firma „action-concept“ fünf Millionen Zuschauer. Die Marktanteile bei den von der Werbung umworbenen 14- bis 49-Jährigen schrammten zuweilen die 20-Prozent-Marke.
Als feste Größe auf der Fernsehautobahn hat sich Erdogan Atalay etabliert. Er stieß als Autobahn-Bulle Semir Gerkhan in der dritten Folge dazu – und blieb bis heute. Er entwickelte sich inzwischen zu einer Art Matula von RTL. Aktuell steht ihm Tom Beck als Partner zur Seite. Er soll mit Wuschelhaar und Schmachtblick vor allem das junge, weibliche Publikum kirre machen.
Männer, Miezen und Motoren
Dass in 13 Jahren – eine geradezu biblisch lange Zeit im schnelllebigen TV-Geschäft – jede Menge Personal verschlissen wurde, versteht sich beinahe von selbst. Letzter Neugang war Katja Woywood. „Für mich ist die Serie ein Sechser im Lotto“, gestand im Gespräch mit DerWesten.de. „Der Ritterschlag. Ich bin echt stolz dabei sein.“ Die Serie sieht Woywood als „Abenteuerspielplatz für Erwachsene“.
Das Publikum sieht die Massenware, die auf einer für die Öffentlichkeit gesperrten TV-Autobahn bei Hürth gedreht wird, genauso. Mag sein, dass die Handlungen vom Niveau her bestenfalls normal sind – die harten Fans finden die Vollgas-Geschichten super. Sie bieten Adrenalin und Testosteron satt: Männer, Miezen und Motoren.
Hoher Frauenanteil bei den Zuschauern
Während in den ersten Jahren vor allem Kollisionen und Explosionen die Handlung in dem damals neuen Fernseh-Genre Action-Serie markierten, gerieten die Joha-Werke zuletzt doch ein wenig subtiler – das weibliche Publikum will es so.
Johas ehemaliger Kollege Reinhold Elschot, der zehn Jahre die Kölner Produktionsfirma Network Movie führte und jetzt als Filmchef beim ZDF residiert, weiß, was gar nicht geht: „Übergroße Action, übergroße Brutalität. Und: Kälte geht viel schlechter“.
Elschot hatte es beim ZDF leicht – das Zweite ist ein Frauensender. Doch auch Joha und RTL haben verstanden, und das hat einen guten Grund: Die Hälfte der Krimi-Fans sind heute Frauen, mindestens.
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noch nie, auch nur eine folge gesehen ...