"Lisa schwimmt sich frei" – ARD-Film geht baden

"Lisa schwimmt sich frei" heißt der ARD-Film der Utta-Danella-Reihe.
"Lisa schwimmt sich frei" heißt der ARD-Film der Utta-Danella-Reihe.
Foto: ARD Degeto/Erika Hauri
Was wir bereits wissen
„Lisa schwimmt sich frei“ heißt das neueste Werk aus der Utta-Danella-Reihe. Doch leider säuft der Beziehungsfilm der ARD ab.

Frankfurt.. Ein Taxi auf dem Weg vom Münchner Flughafen zum Starnberger See. Es ist Nacht. Fahrgast und Fahrer passieren das FC-Bayern-Stadion und philosophieren über das Licht-Design des Fußball-Tempels. Es gebe keine Lichtspiele mehr, der Bau leuchte nur noch im Bayern-Rot. Wechselnde Farben, so erfahren wir, irritierten Autofahrer, führten zu Unfällen. „Sicherheit hat Vorfahrt“, sinniert der Fahrgast, „hallo, Deutschland.“ Die kleine Szene ist bezeichnend für den ARD-Beziehungsfilm „Lisa schwimmt sich frei“ aus der „Utta Danella“-Reihe.

Deutlich reicht nicht – es muss überdeutlich sein

Hinter den freitäglichen Filmen des Ersten, meist aus dem Romantik-Gewerbe, steht die Frankfurter ARD-Tochterfirma Degeto. Deren Chefin Christine Strobl hat den Laden kräftig aufgemischt, neue Stoffe ausprobiert, sich etwas getraut – auch um den Preis mittelprächtiger Quoten. Doch der Danella-Film steht nicht für die Zukunft des Frauen-Genres, sondern für dessen Vergangenheit. Die klassische Degeto-Romanze war so berechenbar wie der Wechsel von Tag und Nacht. Sicherheit hatte einst Vorfahrt.

Diesem alten Muster folgt unglückseligerweise auch der Film mit Suzan Anbeh als junge Mutter Lisa in einer Lebenskrise. Regisseur Peter Stauch und Drehbuch-Autor Marcus Hertneck setzen nicht bloß auf Deutlichkeit, sondern auf Überdeutlichkeit.

Die Botschaft des Films wird dem Publikum gleich in den ersten Minuten um die Ohren gehauen: Kameramann Philipp Pfeiffer zeigt die Heldin des Films beim Schwimmtraining im Starnberger See; passenderweise steht die Villa der Familie direkt am Ufer. Dummerweise ist das Anwesen der Architektin so marode, dass nicht mal die Sicherungen sicher sind.

Die Bilder haben einen Doppelsinn. Nach der Einführung der schlampigen Architektin kommt ihr Gatte (Janek Reike) mit dem sprechenden Namen Teddy zu Wort. Der Lebensberater testet seine neuesten Weisheiten ausgerechnet bei seinen Kindern: Wichtig im Leben sei, Grenzen zu ziehen – ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Zwischen zwei Männern

Wir ahnen, genau das ist Lisas Problem. Denn kurz darauf rollt der Taxi-Fahrgast an: ihr Ex-Mann (Stephan Luca), auch er Architekt. Und plötzlich steht Lisa zwischen zwei Männern, die passenderweise auch optisch als Kontrast-Typen besetzt wurden: Rieke ist blond, Luca dunkelhaarig. Genauso grob geschnitzt sind die Figuren, die sie spielen müssen. Nur so viel: Rieke ist der Gute. Nun raten Sie bitte, wie die Geschichte ausgeht.

Fazit: Film deutlich flacher als der Starnberger See. Immerhin: Fans von Gaby Dohm kommen auf ihre Kosten.

Freitag, ARD, 20.15 Uhr