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Leonard Lansink ist der Mann, der Detektiv Wilsberg ist

31.12.2015 | 14:09 Uhr
Leonard Lansink ist der Mann, der Detektiv Wilsberg ist
Wilsberg (Leonard Lansink) ermittelt in vielen Milieus – auch im Supermarkt.Foto: ZDF und Bernd Spauke

Köln.  Die ZDF-Krimireihe Wilsberg feiert Jubiläum. Für viele Zuschauer ist Leonard Lansink nicht wegzudenken aus der Rolle des Detektivs.

Wilsberg feiert Jubiläum. Der Teilzeitdetektiv aus dem Münsterland löst am 2. Januar seinen 50. Fall im ZDF. 49 Mal hat Leonard Lansink ihn dann gespielt. Zeit für ein Gespräch

In der Ferne läuten die Glocken des Doms, als Lansink an diesem Mittag aus einem Mehrfamilienhaus in der Kölner Innenstadt kommt. Dort steht er für jede Folge der Krimireihe vor der Kamera, auch wenn Wilsberg ja eigentlich in Münster ermittelt. Aber „aus logistischen Gründen“, wie es beim ZDF heißt, werden Teile jeder Episode auch am Rhein gefilmt.

Ein Ende der Krimireihe ist nicht in Sicht

Dieses Mal hat er oben in einer Wohnung den ganzen Morgen gedreht für Folge 51, jetzt ruft jemand „Mittagspause“ und zeigt auf einen Imbisswagen. „Essen gibt es dahinten.“ Unterwegs zu Reis, Fleisch und Gemüse sagt ein Passant „Tach Herr Wilsberg“ und Lansink grüßt zurück. Er kennt das, passiert ihm öfter, ist aber kein Problem. Im Gegenteil. „Das freut mich, weil es gelungen ist, Wilsberg als Marke zu etablieren und ihm mein Gesicht zu leihen.“ Keine Angst, für immer in der Schublade knorriger Privatermittler zu verschwinden? Lansink winkt ab. „Es macht natürlich wenig Sinn, irgendwo im Fernsehen einen Mörder zu spielen. Aber andere Rollen gibt es ja trotzdem. Zu Weihnachten erst hat er in der ARD einen Märchenkönig gespielt, und es ist noch nicht lange her, da stand er zusammen mit Heinrich Schafmeister in einer Neuauflage von Neil Simons Komödie „Ein seltsames Paar“ auf der Bühne.

Jedenfalls will er auch weitermachen mit Wilsberg, nicht, wie einst angekündigt, aufhören nach Folge 50. Beim ZDF haben sie das mit Sicherheit gerne gehört, fährt doch kaum jemand so verlässlich gute Quoten ein wie der Krimi aus Münster. An guten Abenden schalten fast acht Millionen Menschen ein. Und das, obwohl Kritiker der Serie Betulichkeit und Vorhersehbarkeit bescheinigen.

Wilsbergs Faulheit ist Lansink nicht unbekannt

Lansink weiß das natürlich, sieht aber gerade darin einen der Gründe für den Erfolg. „Die Zuschauer bekommen, was sie erwarten“, sagt er. „Aber es gibt ja auch immer eine Überraschung.“ Ansonsten, glaubt er, sei es die Konstellation der Figuren, die die Reihe so beliebt mache. „Eine familienähnliche Gruppe“, seien die Hauptdarsteller. „Das ist eine Konstruktion, die irre belastbar ist, mit der man viele Geschichten spielen kann.“

Er selbst mag an seiner Figur die „Neugier, Sturheit und Schweigsamkeit“. Und ja, auch Wilsbergs Faulheit ist ihm nicht unsympathisch. „Eigentlich würde er ja am liebsten die Tür seines Antiquariats hinter sich schließen und warten, dass ihm jemand Geld vorbeibringt.“

Sein Ende könnte der Grund für einen Tatort sein

Ob sie sich ähnlich sind, der Wilsberg und sein Darsteller? Lansink überlegt kurz. „In mir steckt mehr von ihm als umgekehrt, aber wir nähern uns aneinander an. Es hilft auch, wenn die Neigung zur Filmfigur groß ist.“ Nur die Tricks des Detektivs, die beherrscht er nicht. „Türen mit der Kreditkarte im Spalt öffnen und solche Sachen, die funktionieren bei mir alle nicht. Ich habe schon mal überlegt, einen Schlossknackerkurs zu besuchen.“

So wird es weitergehen mit den Verbrechen in Münster. Obwohl Lansink den Wilsberg auch gerne in fremder Umgebung ermitteln lassen würde. Im Ruhrgebiet etwa, noch lieber „in der Karibik oder auf dem Traumschiff. Vielleicht auch mal auf Norderney.“ Grundsätzlich aber, sagt er, sei Münster als Schauplatz natürlich extrem wichtig für die Reihe. Deshalb soll es da irgendwann auch mal zu Ende gehen. Und Lansink weiß auch schon wie. „Wilsberg wird ermordet und Thiel und Boerne ermitteln im Tatort anschließend den Mörder“, scherzt er. „Das wäre doch ein wirklich toller Schluss.“

Andreas Böhme

Kommentare
01.01.2016
11:43
Leonard Lansink ist der Mann, der Detektiv Wilsberg ist
von y.kelebek | #2

Ich dachte immer das wäre Satire auf den Tatort....

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Leonard Lansink ist der Mann, der Detektiv Wilsberg ist
Leonard Lansink ist der Mann, der Detektiv Wilsberg ist
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2015-12-31 14:09
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