Kriegsende - TV-Drama über französischen Widerstandskämpfer

Gemeinsam mit seinen Freunden Philippe Marmissolle (li.), Bott (2.v.l.), Roy (3.v.r.), Montant (2.v.r.) und Bianchi (re.) will  sich Alain (Jules Sadoughi, 3.v.l.) der Armee im Untergrund anschließen.
Gemeinsam mit seinen Freunden Philippe Marmissolle (li.), Bott (2.v.l.), Roy (3.v.r.), Montant (2.v.r.) und Bianchi (re.) will sich Alain (Jules Sadoughi, 3.v.l.) der Armee im Untergrund anschließen.
Was wir bereits wissen
Am 70. Jahrestag des Kriegsendes platziert Arte seinen französischen TV-Zweiteiler über den jungen französischen Résistance-Kämpfer Alain. Nach einer Autobiografie des heute 94-jährigen Daniel Cordier. "Deckname Caracalla" zeigt Arte am Freitag um 20.15 Uhr.

Berlin.. Alain ist 18, ein kleiner Patriot aus bürgerlichen Verhältnissen. Er lebt wie die meisten seiner Freunde im südfranzösischen Städtchen Pau in der Region Aquitanien bei seinen Eltern, als die deutschen Truppen das Land besetzen. Mit Trauer und Wut verfolgt Alain (Jules Sadoughi) im Radio die Rede des Marschalls Pétain, der den Waffenstillstand mit den Deutschen verkündet. Alain beschließt spontan, dem Frieden den Kampf anzusagen.

Weltkrieg An diesem Freitag zeigt Arte beide Teile des zweiteiligen französischen Fernsehfilms "Deckname Caracalla", der vor zwei Jahren nach dem autobiografischen Roman des Widerstandkämpfers Daniel Cordier entstand. Daniel wird im Film, der mit viel Nationalkolorit und zum Teil einigem Pathos einhergeht, zu Alain, der Résistancechef Jean Moulin heißt im Film schlicht Rex. Cordiers Buch wurde 2009 mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet.

"Frankreich darf nicht sterben"

Alain zieht es nach Pétains Rede auf den Kirchplatz, wo er seine Parolen verkündet: "Wir unterwerfen uns den Deutschen nicht - für uns fängt der Krieg erst an. Frankreich darf nicht sterben." Einige seine Freunde kritisieren ihn mit den Worten: "Du bist doch nicht Jeanne d'Arc!" Unverhohlen beleuchtet der Film Alains Antisemitismus. Bei seinem Aufruf zum Widerstand gerät er in ein Handgemenge und beleidigt seinen Widersacher mit "Scheiß-Jude".

Alain hat für seine jungen Jahre schon eine gehörige Portion Charisma. Ihm gelingt es, Gleichgesinnte um sich zu scharen, und sie zu überzeugen, mit ihm nach Nordafrika auszuschiffen. Von dort wollen sie den Kampf mit den Deutschen aufnehmen. Die Truppe junger Männer mit vielen Illusionen im Kopf tritt die Reise an, dann wird der Frachter jedoch nach England umgeleitet. Doch auch dort findet sich durch Zufall ein Weg.

Günther Jauch In England residiert der noch unbekannte General Charles de Gaulle, der die Bewegung "Freies Frankreich" um sich herum versammelt. Ihr schließen sich Alain und seine Weggefährten an.

Alain verbringt zwei Jahre in London, die ihn verändern werden. Dann geht es zurück ins fast vollständig besetzte Frankreich. Hier wird er unter dem Decknamen "Caracalla" dem französischen Widerstandschef Rex (Eric Caravaca) unterstellt, dessen Schicksal einen dramatischen Verlauf nimmt.

Daniel Cordier macht Karriere als Kunsthändler

Das filmische Vorbild für Rex, Jean Moulin, wurde noch 1943 von der Gestapo verhaftet, brutal gefoltert und starb während eines Gefangenentransports nach Berlin. Für den heute 94 Jahre alten Daniel Cordier änderte sich das Leben auch in beruflicher Hinsicht.

Nach dem Krieg begann Cordier eine Karriere als Kunsthändler und widmete sich der Geschichtsschreibung. Regisseur Alain Tasma drehte für Arte ferner die Filme "Mata Hari - Die wahre Geschichte" (2002), "Leila - Die Tochter des Harki" (2006) und "In einem anderen Licht" (2009). (dpa)

Freitag, 8. Mai, Arte, 20.15 Uhr