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Kommissar mit verklärtem Blick

14.12.2011 | 18:37 Uhr
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Kommissar mit verklärtem Blick
Typ mit Tiefgang: Walter Sittler ist der Chefermittler in den ZDF Schweden-Krimis „Der Polizei und das Meer“. Foto: dapd

Essen.   Im ZDF-Schweden-Krimi „Der Kommissar und das Meer“ tritt Walter Sittler als dezenter Typ auf. Das passt zur freudlosen Landschaft. Aber Sittler zeigte rund um die Diskussion von Stuttgart 21 viel Wutpotenzial. In dem neuen Krimi, in dem er als deutscher Kommissar in Schweden ermittelt, kommt er dagegen ruhig daher.

Er kann auch wütend sein. Rasend geradezu. Man hat noch diese Bilder eines Walter Sittlers vor Augen, die ihn in der ersten Reihe der Stuttgart-21-Demonstrationen zeigen. Als Mann aus dem Volk, der seine Klappe aufreißt. Der zivile Ungehorsam werde täglich größer, sagte der 59-Jährige im vergangenen Jahr in einem Interview über sein Engagement bei den Bürgerprotesten. Das Verhalten der Oberen führe in seinem Fall zu einer kalten Wut. Und jetzt das: Man erkennt ihn kaum wieder.

Düster und trübselig

In „Der Kommissar und das Meer“ (Donnerstag, 15. Dezember, 20.15 Uhr, ZDF) spielt Walter Sittler den Kriminalhauptkommissar Robert Anders – und der ist nun alles andere als ein Wutbürger. Er ist ein dezenter Typ mit verklärtem Blick. Das passt ganz gut zur Landschaft. Wir befinden uns im hohen Norden und sehen keine Sonne. Die Krimi-Reihe nach der Romanvorlage von Bestsellerautorin Mari Jungstedt ist also nicht gerade von frühlingsfrischer Fröhlichkeit geprägt. In diesem Schweden geht es düster zu, stellenweise geradezu trübselig. Ein Caspar David Friedrich hätte solche Szenen kaum besser zeichnen können.

Zu den Bildern passt der Inhalt der Episode „Laila“. Es geht um ein ermordetes Mädchen, dessen junges Leben ein einziges hartes Schicksal war. Laila kam aus Ruanda und wurde von einer schwedischen Pfarrersfamilie aus dem Kriegsgebiet gerettet. Damit nicht genug: Drogen, Prostitution und trügerische Familienbünde spielen eine Rolle. Schwerer Stoff, der aber durchaus verträglich verarbeitet wurde. „Der Kommissar und das Meer“ erinnert in seiner Mach-Art etwas an einen unnötig auf 90 Minuten aufgepumpten Derrick. Dieser bedächtige Tonfall, das beständige Abklappern der Tatverdächtigen und die unaufgeregte Art des Ermittlerteams. Bloß dass dieser Krimi nicht in Münchner Villen spielt, sondern in Schwedenhäusern, die in einigen Fällen nicht minder schick sind.

Ein deutscher Kommissar ermittelt in Schweden – damit treffen die Macher voll den Zeitgeist. Spätestens seit Wallander sind Schweden-Krimis fast automatisch ein Hit.

Kirsten Simon

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