Kino.to - die Nachfolger sind längst online
07.07.2011 | 16:05 Uhr 2011-07-07T16:05:00+0200
Essen.Von einer „empfindlichen Störung der Szene“ war die Rede. Alles Unsinn. Knapp einen Monat nach Schließung des Filmportals kino.to haben mehr als ein halbes Dutzend Alternativangebote die angeblich vier Millionen täglichen Kunden aufgefangen.
„Kino.to abgeschaltet“ lautete die Nachricht , die am späten Nachmittag des 8. Juni viele Teenager in helle Aufregung versetzte. Wo jetzt die Lieblingsserie gucken? Wie an den neuesten Hollywood-Film kommen? „Fernsehen gucken“, war die Antwort der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Oder: „Ins Kino gehen.“ Was zeigt, dass die GVU die Jugend immer noch nicht kennt. Die mag sich nämlich nicht vorschreiben lassen, wann sie sich vor das TV-Gerät zu setzen hat, weiß in vielen Fällen aber auch nicht, woher sie das Geld für mehr als einen Kinobesuch im Monat hernehmen soll.
Statt die Ratschläge zu befolgen, machten sich die Halbwüchsigen deshalb auf die Suche nach Alternativen. Und schon bald flogen Nachrichten und E-Mails mit einschlägigen Internetadressen hin und her. Anfangs, erinnert sich die 15-Jährige Laura aus Dortmund, seien die lange existenten, aber nun neu entdeckten Seiten vom Ansturm wohl überrascht worden und zusammengebrochen. „Mittlerweile läuft das aber alles wieder problemlos.“
Das Portal war weit mehr als eine harmlose Suchmaschine
Wohl auch, weil die Anbieter dieser Seiten in ihre Infrastruktur und Speicherkapazitäten investiert haben. Geld, das sich lohnt, wie das Beispiel kino.to zeigt. Denn das Portal war weit mehr als eine harmlose Suchmaschine für Film- und Fernsehfreunde. Streng hierarchisch organisiert und mit besten Kontakten zu Filmvorführern soll das Portal nach GVU-Hochrechnungen im vergangenen Jahr durch Online-Werbung und dubiose Abo-Angebote über 14 Millionen Euro abgeworfen haben. Allein der Hauptbeschuldigte Dirk B. aus Leipzig besaß nach ersten Ermittlungen Konten im Wert von mehr als 2,5 Millionen Euro sowie mehrere Sportwagen in Deutschland und Mallorca. Dafür drohen ihm jetzt allerdings auch mehrere Jahre Gefängnis.
Die diversen Nachfolger ängstigt das nicht. Wie kino.to haben sie ihre Seiten auf Tonga registriert und Speicherkapazitäten in Ländern wie Russland oder der Ukraine angemietet. Was eine Identifizierung nahezu unmöglich macht. Auch Kino.to flog nur auf, weil es Streit mit „Angestellten“ gab. Daraufhin soll angeblich ein unzufriedener Mitarbeiter belastendes Material bei Ebay versteigert haben.
Um Kunden für ihr Angebot müssen sich die Seitenbetreiber nicht sorgen. Schon weil so genannte Streaming-Angebote anders als das Herunterladen technisch und rechtlich kaum verfolgt werden können. Vor allem aber weil, das Unrechtsbewusstsein auf Nutzerseite gegen Null tendiert. Gerade, wenn es um TV-Sendungen geht. „Warum“, fragt Lauras Freundin Maria, „sollen wir uns im Internet nicht ansehen, was vor ein paar Wochen frei empfangbar im Fernsehen lief?“
13:10
Also ich geh trotzdem in die Videothek um mir Filme auszuleihen und das relativ häufig.
Man hört immer das daran soviel hängen würde, wie die armen Künstler und das es der Filmindustrie so schlecht dadurch gehen würde. Kleine Rechnung über die Ausgaben und Einnahmen von einem Film am Beispiel von New Kids Turbo (weil ich die zahlen gerade im Kopf habe) Die Ausgaben für den Dreh des Filmes beliefen sich auf ca. 1,5 Millionen Euro. In den ersten 2 Wochen, nachdem der Film in den Kinos gestartet war, belief sich der Umsatz bei ca. 8,5 Millionen Euro. Natürlich fallen da auch noch andere Kosten an aber die werden 7 Millionen Euro sicher nicht übersteigen sonst würde man nicht daran denken einen zweiten Film zu drehen.
Übrigens geh ich auch ganz gerne ins Kino weil ich die Atmosphäre sehr schätze.
12:46
Man muß auch bedenken, dass nicht nur die Künstler, Hersteller und Kinos unter solchen Seiten leiden, was ist mit den Videotheken z.B.? Die Videotheken gehen langsam zu Grunde aufgrund von solchen Seiten und weil die Leute die diese Seiten nutzen meinen 1,40 € sparen zu müssen.
@ meigustu: ich mache Dir ein faires und dazu noch legales Angebot, komm in meine Videothek, da hast Du gute Qualität, Spaß und super Beratung, wir sind günstig und man kann ohne Hintergedanken den gewünschten Film anschauen.
Außerdem müsst Ihr auch mal bedenken, dass wenn es immer mehr wird mit diesen Seiten und keiner mehr ins Kino oder in eine Videothek geht, es bald nur noch B oder C Movies geben wird, da ohne die Einnahmen auch keine Filme mehr hergestellt werden können und spätestens dann werden auch die Nutzer solcher Seiten merken das Sie aufs falsche Pferd gesetzt haben, aber dann ist es leider zu spät.
An die Leute die darunter leiden denkt nämlich niemand, wenn ich meinen Laden hier schließen kann stehen mit einem Schlag 10 Leute auf der Straße und das nun nochmal auf Deutschland hochgerechnet.....
da brauch man sich über hohe Arbeitslosenzahlen nicht aufregen!!!!!
20:59
@6
Sie können es sich vielleicht nicht vortsellen,aber Filme werden grossteils aus kommerziellen Gründen gemacht....
Wenn Sie nicht bereit sind,für Kultur zu bezahlen,lassen Sie es.
Oder arbeiten Sie auch umsonst?
16:48
wenn sich jemand einen film bei kino.to anguckt, dann heisst das noch lange nicht, dass er ohne kino.to ins kino gegangen währe. er hat halt nur gesehen, wofür er so oder so nicht bezahlt hätte. ist doch nicht schwer zu verstehen oder?
15:46
wenn es hier endlich sowas wie netflix gäbe, wären alle zufrieden ...
12:24
Was Ihr dabei ganz vergesst ist,dass es Menschen gibt,deren Lebensunterhalt daran hängt.
Dabei meine ich die Künstler u.a.
Diese haben Rechte an ihren Werken,die von Dieben wie die bei kino.to missachtet werden!
Das ist Diebstahl und die Nutzer sind Hehler!
18:47
Throki so isses, die Medienbranche ist nicht willens ein legales und faires Angebot zu machen. Der Charme solcher Plattformen ist doch gerade auch der, dass sie vieles im Angebot haben, das man selbst für Geld und gute Worte nirgendwo mehr kaufen kann.
Diese gierigen aber unfähigen und risikoscheuen Medienmanager und deren Shareholder sollten einfach die Urheberrechte entzogen werden, wenn sie ein Buch, eine Musik, einen Film oder Fernsehfilm nicht mehr anbieten.
17:21
das sagt alles
http://www.der-postillon.com/2011/06/razzia-bei-kinoto-zwingt-millionen-user.html
16:31
Vor allem aber weil, das Unrechtsbewusstsein auf Nutzerseite gegen Null tendiert.
Und noch viel wichtiger: Weil die Rechteinhaber es auch nach Jahren nicht auf die Reihe bekommen ein eigenes, legales, faires und günstiges Angebot anzubieten.
Da wird dann lieber gegen Windmühlen gekämpft - Viel Glück dabei. Erfolg geht anders.