Katharina Saalfrank warnt vor Killerspielen
18.03.2009 | 13:09 Uhr 2009-03-18T13:09:00+0100
Essen. "Super Nanny" Katharina Saalfrank spricht im Interview über Killerspiele und den Amoklauf von Winnenden. Eltern rät die Diplompädagogin, das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen und den Nachwuchs im verantwortungsvollen Umgang mit dem Computer zu schulen.
Strikte Erziehungsregeln sind eigentlich nicht ihr Ding. Katharina Saalfrank, die „Super-Nanny” von RTL, bevorzugt das Gespräch, das elterliche Vorbild. Doch beim Thema Killerspiele wird die 37-jährige Diplom-Pädagogin kategorisch: „Die müssen nicht sein! Sie machen Gewalt zu etwas Alltäglichem!” Hayke Lanwert sprach mit ihr vor dem Hintergrund des Amoklaufes von Winnenden.
Frau Saalfrank, ihre Haltung zu Killerspielen und Horrorfilmen ist sehr eindeutig, aber was empfehlen Sie nun Eltern, deren Kinder sich für Counterstrike oder „World of Warcraft” begeistern?
Katharina Saalfrank: Ich empfehle, vor allem den Kontakt zu Jugendlichen nicht zu verlieren und zu reden, sie zu fragen: 'Warum tut ihr das so gerne?' Die Sucht, die dahinter steckt, das Fliehen in die virtuelle Welt. . . Dort gibt es Anerkennung, die man im realen Leben so schnell nicht bekommt.
Ich erlebe in den Familien, die ich kennen lerne, oft Jungen in der Pubertät, die schon fast erwachsen wirken und eigentlich noch ganz kindliche Bedürfnisse haben nach Zuneigung und Verständnis. Wenn so ein junger Mann keine Alternativen hat, keine Freunde, keinen Sport, und dann noch ein Außenseiter ist, dann ist die Gefahr groß, dass er sich in der virtuellen Welt Anerkennung holt. Auch der Amokläufer von Winnenden scheint sich in sich zurückgezogen zu haben, zumindest scheint niemand seinen psychischen Zustand wahrgenommen zu haben.
Aber auch unabhängig von Killerspielen ist das Thema Computernutzung in vielen Familien ein Diskussionspunkt. Sitzen unsere Kinder inzwischen nicht viel zu lange davor, chatten sie nur noch anstatt sich zu treffen?
Saalfrank: Da gibt es zwei Seiten. Natürlich kann man sagen, wie nervig das ist, wenn sie ständig vor dem Computer sitzen. Aber wie war es denn früher? Da gab es dann gab es immer Streit um das Telefon. Irgendwann gab es dann drei Anschlüsse, und die Telefonkosten schossen in die Höhe. Aber natürlich ist es anstrengend, Daueronline zu sein. Es geht alles sehr schnell, und wie beim smsen schreibt man auch anders als man spricht. Ich finde, der Computer muss als neues Kommunikationsmittel gesehen werden. Unsere Zeit erfordert es, Schulen lehren deshalb auch den Umgang damit. Und Eltern sollten sich untereinander austauschen: „Wie haltet ihr es damit?”
Ein Computerverbot scheint Kinder inzwischen härter zu treffen als das „gute alte” Fernsehverbot. Dennoch gehört der Fernseher in vielen Kinderzimmern zum Standard. . .
Saalfrank: Ich halte erst einmal nichts von dem grundsätzlichen Satz „Ein Fernseher gehört nicht ins Kinderzimmer!”. Schließlich sind Wohnsituationen nicht überall gleich, müssen auch Jugendliche sich abgrenzen können. Entscheidend ist die Frage, wie mit dem Fernsehen umgegangen wird. Spätestens wenn man merkt, das Kind sitzt nur noch davor, sollte man sinnvolle Alternativen anbieten. Vor allem aber sollte man selbst Vorbild sein, und nicht das Gerät einschalten, sobald man nach Hause kommt. Bei Kindern unter drei Jahren halte ich Fernsehen ohnehin völlig überflüssig.
Sie haben selbst vier Kinder zwischen 9 und 15 Jahren. Wie halten Sie es selbst mit Computer und Fernseher?
Saalfrank: Das möchten Sie wohl gerne wissen. . . (lacht) Wenn die Sonne scheint, ist bei uns die erste Wahl: RAUS!
13:54
Hallo,
denke diesen Kommentar kann man nicht auf die Allgemeinheit beziehen. Wem der Schuh paßt, der zieht ihn sich an. Habe einen Pflegesohn gehabt, und zwei Eigene. Der Pflegesohn wurde genau wie unser behandelt, konnte mit diesem Leben aber so wirklich nichts anfangen. Als kleiner Mann wurde er vor diese einfachen Spiele gesetzt, das steigerte sich hinter her. Egal wie, er hat versucht an jedes Spiel zu kommen, wo es nur knallte und krachte. Ja klar sagte er irgendwann, und demnächst steche ich hier noch einen ab. Tja, das war zu viel des Guten. Leider mußte er uns verlassen, denn diese Drohung mußten wir sehr ernst nehmen. Ich kann nur sagen:,, Er wurde so gemacht! Einfach nur schlimm.
Ich glaube, wenn Personen solche Erfahrungen machen, dann denken diese etwas anders über diese Sache. Bis dahin kannten wir das auch nicht. Aber leider war es für ihn zu spät, wir konnten ihm nicht mehr helfen. Er hätte eine Chance gehabt, wenn er in jüngeren Jahren zu uns gekommen wäre. Bin auch angegriffen worden, ich sollte mich mal kümmern. Tja, habe ich dann irgendwann gesagt; Er war so erzogen, ich habe ihn in meine Obhut genommen, so wie er ist. Klar können Kinder (auch Erwachsene) diese Spiele spielen. Aber eigentlich nur, wenn sie eine gewisse Disziplien besitzen. Es ist eben so.
19:34
Weniger Killerspiele-mehr TV-mehr Geld für RTL-mehr Geld für Frau Saalfrank...
16:44
Eine Sinnlose Diskusion, ettliche Millionen Leute spielen First Person- und Ego Shooter.
Waffen gibt es in jedem Haushalt, ich erinnere nur an Fleischmesser, Hackebeile und Äxte und und und...
Laufen jetzt alle Amok ???
Eher nicht !!!
Umdenken ist angesagt, wir müssen als Gesellschaft handeln und unseren Kindern und Jugendlichen wieder Werte vermitteln und die Ellenbogenmentalität in den Müll werfen.
Die Jugend braucht endlich wieder eine Perspektive und eine gesicherte Zukunft und da ist die Politik gefragt.Wir brauchen Politiker die die Interessen des Volkes vertreten und nicht immer nur an sich denken.
Glück auf !!!
16:23
Ich warne vor selbsternannten oder dazu gemachten Experten àla Frau Saalfrank.
Fast immer klaffen bei derartigen Meinungsbildnern, Theorie und Praxis weit auseinander!
16:11
Wie schon folgerichtig festgestellt ist Erziehung wohl der Flaschenhals in unserer Gesellschaft. Wenn ein Vater hergeht und mit seinem 17 jährigen Sohn reale Schießübungen durchführt und sich nach dessen Amoklauf hinstellt und sagt Das hätten wir unserem Sohn niemals zugetraut läuft hier wohl was mächtig
schief. Und dann soll wieder mal der böse Killer spieler herhalten?????????????
15:03
Typische Trittbrettfahrerin in der populistischen Diskussion der sich profillerenden Politiker.
Natütrlich, wenn jemand psychisch labil ist können Computerspiele nicht förderlich sein.
Aber das dann direkt für 80 Millionen Menschen zu verbieten stellt einfach nur mal wieder ein beschneiden der Selbstbestimmungsrechte in unserer Bananerpublik dar.
Das Fernsehen hat einen viel schädlicheren Einfluss.
13:01
Was ist mit dem Dreck der täglich über die Bildschirme in die Wohnzimmer reinschwappt????
Ich daddle immer Autorennen, Crash usw...ich komme aber nicht auf die dämliche Idee das in echt zu machen...absoluter Schwachsinn den die sogenannten, von Medien ernannten oder selbsternannten Experten da so verbreiten!
12:47
Wer sich für einen solchen Fernseh-Rotz, wie diese Super-Nanny hergibt, ist nun als Meinungsvorbild, bzw RatgeberIn absolut deplaziert und disqualifiziert sich selber.
Also ab in den Eimer, und gut ist.
Gruß
12:30
Einen grossen Dank an die Redaktion, es war mir sehr sehr wichtig die Meinung der Diplom Paedagogin Katharina Saalfrank zu hoeren.
Wuerde gerne mehr ueber die Meinungen folgender Personen hoeren:
Schneewittchen, Veronica Ferres, Struwelpeter, Hella von Sinnen, Max oder Moritz, Mario oder Barth, Tuennes oder Schael.....
12:20
Selbstverständlich steht Frau Saalfrank den Comuterspielen kritisch gegenüber. Denn wenn die Leute am PC spielen, dann können sie kein RTL mehr gucken und die Quoten von Frau Saalfranks Sendung gehen in den Keller.
Sehe bestürzt hat mich zudem, daß die Schlagezeile des Artikels die (unsinnige) Wortschöpfung Killerspiele noch nicht einmal mehr in Anführungszeichen setzt.