Katerstimmung nach der Geburtstagsfeier
10.09.2007 | 00:18 Uhr 2007-09-10T00:18:19+0200Böttinger-Beleidigung in Harald-Schmidt-Hommage. WDR-Intendantin Piel will ihren Redaktionen Grenzen des Humors aufzeigen
Essen. Harald Schmidts Geburtstagsgala wird ein Nachspiel haben. Nein, nein, es haben sich keine Nachbarn beschwert, und das humorige Häppchen, das die ARD am 24. August mit "Herr Schmidt wird 50, will aber nicht feiern" servierte, war auch bekömmlich. WDR-Intendantin Monika Piel war nur eine Zutat bitter aufgestoßen.
Einer der vielen Einspielfilme erinnerte an einen bösen Spruch, den Schmidt 1995, damals noch in Diensten von Sat.1, über WDR-Moderatorin Bettina Böttinger geäußert hatte. In einem so genannten Bilderrätsel hatte er Böttingers Foto mit Abbildungen einer Klobrille, der Zeitschrift "Emma" und einer Eierlikörflasche kombiniert. Die Gemeinsamkeit der Komponenten sah der Late-Night-Showmensch darin, dass kein Mann sie freiwillig anfassen würde.
Dass die ARD die Ausschnitte zwölf Jahre später - und auch noch Schmidt zu Ehren - senden würde, habe Böttinger erst am Tag der Ausstrahlung erfahren, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet.
An dieser Stelle kommt Monika Piel ins Spiel: "Dies entspricht nicht unseren Programmstandards, und ich dulde es nicht, wenn Menschen in ihrer Persönlichkeit verletzt werden", sagte Piel dem Magazin. In ihrem Sender wolle die Intendantin nun sogar eine Grundsatzdiskussion anstoßen, damit sich die Redaktionen besinnen mögen, wann spitzzüngige Satire zu persönlichen Beleidigungen ausartet.
Die geplante Wiederholung der Hommage hatte der WDR spontan für eine "Tatort"-Folge gekippt. Schuld sei nicht die Affäre Böttinger, sondern die "erschreckende" ARD-Quote gewesen, heißt es im WDR. Piels Kommentar zur Absetzung: "Ich habe mich darüber nicht besonders gegrämt." hk
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