Jessica Schwarz hadert in "Adieu Paris" mit dem Schicksal

Jessica Schwarz spielt die Schriftstellerin Patrizia. Nachdem ihr Freund (l.), gespielt von Jean-Yves Berteloot, infolge eines Unfalls ins Koma fällt, erleidet sie eine Schreibblockade.
Jessica Schwarz spielt die Schriftstellerin Patrizia. Nachdem ihr Freund (l.), gespielt von Jean-Yves Berteloot, infolge eines Unfalls ins Koma fällt, erleidet sie eine Schreibblockade.
Foto: Wüste Films/Iris Group/Ricardo Vaz Palma
Was wir bereits wissen
Für eine Autorin und einen Banker scheint das Glück zum Greifen nah. Doch das Drama "Adieu Paris" zeigt, wie sich ihre Pläne plötzlich zerschlagen.

Berlin.. Schriftstellerin Patrizia hastet in ein Pariser Krankenhaus. Ihr Freund hatte einen Autounfall und liegt im Koma. Als sie die Tür des Patientenzimmers öffnet, stockt ihr der Atem: Neben dem Bett sitzt eine Frau - es ist seine Ehefrau.

Der Kinofilm "Adieu Paris" zeigt, wie sich das Leben von einem auf den anderen Moment dramatisch ändern kann. Arte strahlt das Drama mit Jessica Schwarz ("Romy", "Buddenbrooks") und Hans-Werner Meyer ("Der Baader Meinhof Komplex") in den Hauptrollen am Freitag (30. Januar, 20.15 Uhr) aus. Es geht um zwei Schicksale, die sich immer wieder kreuzen.

Mit einer Wurstfabrik will Frank (Meyer, 50) den Sprung in ein sorgenfreies Leben schaffen. Er vermittelt seiner Bank einen Millionendeal mit der französischen Firma. Seine Kollegen klopfen ihm auf die Schulter, er scheint ganz oben auf der Karriereleiter angelangt zu sein. Doch dann platzt der Deal: Der Wurstfabrikant (Gérard Jugnot, "Die Kinder des Monsieur Mathieu") hatte ihm gefälschte Geschäftsbücher vorgelegt. Für Frank bricht eine Welt zusammen. Seine Karriere - beendet.

Der Traum ist aus

Einen Absturz erlebt auch Patrizia (Schwarz, 37). Mit ihrer Liebe Jean-Jacques, den die Düsseldorferin bei einer Lesereise in Paris kennengelernt hat, schwebt sie im siebten Himmel. Sie planen die Zukunft, er will ein Kind. Sie lächelt, als er das am Telefon sagt. Plötzlich kommt sein Auto ins Schleudern - Patrizia muss alles mit anhören. Koma - der Traum ist aus.

Rückblick Die Realität sieht jetzt so aus: Patrizia und Jean-Jacques' Ehefrau (Sandrine Bonnaire) beginnen einen Kampf um den kranken Mann. Eine Ärztin fragt im Krankenhaus: "Mit wem von Ihnen beiden soll ich reden?"

Zurück in Düsseldorf, sitzt Patrizia vor einer leeren weißen Seite auf ihrem Computer. Sie kann nicht mehr schreiben, obwohl der Verlag schon drängelt. Die zweite Publikation muss her.

Was wird dann aus der Dreiecksbeziehung?

Zurück zum zweiten Handlungsstrang: Frank muss derweil nicht nur seine beruflichen Karriereknick verarbeiten - auch seine Ehe ist abgekühlt. Während eines Streits sagt seine Frau: "Ich versuch', den Punkt zu finden, wo das angefangen hat, dass wir so miteinander sprechen. Was ich mal gefühlt hab'. Ich find' das nicht mehr."

Der Film von Franziska Buch ("Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen", "Emil und die Detektive") kam 2013 in die Kinos. Er bleibt deshalb spannend, weil der Koma-Patient jederzeit wieder aufwachen könnte. Was wird dann aus der Dreiecksbeziehung? Immer wieder kreuzen sich zudem die Wege der Schriftstellerin und des Bankers. Wohin das führt, bleibt lange unbeantwortet.

Vor allem Schwarz gelingt es, ihre tiefe Trauer und die Verzweiflung über den Autounfall ihres Freundes in ihrem Spiel zu zeigen. Die wohl stärkste Szene des Films: Buch lässt sie tanzend trauern. (dpa)