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Immer mehr Werbekunden ziehen ins Dschungelcamp ein

06.01.2016 | 11:54 Uhr
Die Moderatoren Daniel Hartwich und Sonja Zietlow könnten auch auf die gute Nachfrage von Werbekunden für das Dschungelcamp anstoßen. Foto: RTL

Berlin.  Das Dschungelcamp bei RTL wurde lange belächelt und suchte vergeblich Werbekunden. Doch jetzt wird hart um Werbeminuten verhandelt.

Gleich aus mehreren Gründen galt die RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (IBES) lange als schwieriges Umfeld für Werbepartner: Wer will schon einen Werbespot im Anschluss an ein Dschungel-Prüfung mit Maden oder einem Bad in einer Jauche-Grube senden? Und wer will sein Premium-Produkt in Verbindung mit pöbelnden C-Promis sehen? Laut einem Magazin-Bericht hat sich das jedoch längst geändert. Wie „Werben und Verkaufen“ (W&V) berichtet, kann sich der Sender RTL mittlerweile kaum vor Angeboten retten.

Für die kommende zehnte Staffel der Show aus dem australischen Dschungel, die am 15. Januar anläuft, haben sich demnach die Marken Bahlsen, McDonald’s, Müller, RaboDirekt, Momondo und Manhattan Werbezeit erkauft. Die Werbekunden präsentieren ihre Kosmetikartikel, ihre Nahrungsmittel und ihre Kontomodelle sowohl als TV-Spots wie auch auf den Internetportalen zur Sendung. Im Fernsehen gibt es neben den klassischen Werbeblöcken auch während der Live-Sendung Einblendungen, in denen beispielsweise ein Chamäleon durchs Bild läuft und einen Fruchtjoghurt anpreist.

Das sind die Teilnehmer im Dschungelcamp...

Dass Unternehmen im Rahmen des Dschungelcamps werben war in den vergangenen Staffeln nicht immer der Fall. So titelte das Werbe- und Medienfachmagazin „Horizont“ im Januar 2011: „Werbeflaute im Dschungelcamp: Warum viele Kunden die Ekel-Show links liegen lassen“. Der Tenor der damaligen Analyse war, dass die Firmen vor allem vom Ekelfaktor der Dschungelprüfungen abgestoßen würden.

Aber auch die Zeit der Ausstrahlung spiele eine Rolle. „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ beginnt stets im Januar und damit kurze Zeit nach Weihnachten und Silvester. Sowohl die Zuschauer wie auch Firmen seien zu Beginn des Jahres nicht bereit, viel Geld auszugeben. Beides spricht gegen die Ausgabe von hohen Werbeetats.

Firmen spielen mit dem Ekelfaktor

Doch dieser Eindruck hat sich in den folgenden fünf Jahren deutlich gewandelt. Vor allem der Ekelfaktor oder das schlechte Image der Protagonisten schreckt die Werbekunden nicht mehr ab. Mit Bahlsen, Müller und McDonald’s werben seit mehreren Jahren Unternehmen der Ernährungsindustrie während IBES – und damit genau die Unternehmen, die theoretisch das größte Problem mit ekligen Fernsehinhalten haben müssten.

Doch Bahlsen und Müller spielen bewusst mit diesem Dschungel-Image: sie preisen Erdnussflips als knackige Alternative zu Heuschrecken und Kakerlaken an und stellen Joghurtbecher im Dschungel-Look in die Kühlregal der Supermärkte.

Die Befürchtung, dass eine Sendung mit C-Promis nicht die richtige Zielgruppe erreichen könnte hat sich ebenfalls zeschlagen. Bereits im Jahr 2012 berichtete das Medienportal dwdl.de, dass die Einschaltquoten in der werberelevanten Gruppe bei bis zu 50 Prozent. Dabei wurden in der Gruppe der Zuschauer mit relativ hoher Bildung etwa 24 Prozent Einschaltquote gemessen – und damit weit mehr als im Durchschnitt.

Aaron Clamann

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2016-01-06 11:54
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