Homosexualität bei Arte - Der lange Kampf gegen Vorurteile

Bittere Realität: Rechtsextreme demonstrieren gegen Homosexuelle in Budapest.
Bittere Realität: Rechtsextreme demonstrieren gegen Homosexuelle in Budapest.
Foto: HR
Geschlagen und beleidigt: Immer wieder gibt es in Europa Attacken auf Menschen auf der Straße, weil sie schwul oder lesbisch sind. Mit einem Themenabend beleuchtet Arte das Thema Homophobie. Mit teils erschreckenden Bildern.

Berlin.. Ein Mann wird geschlagen - weil er einen Mann liebt. Eine Frau muss ihren Arbeitsplatz aufgeben - weil sie eine Frau liebt. Mit einem Themenabend rückt der Sender Arte das Thema Homophobie am Dienstag ab 20.15 Uhr in den Mittelpunkt. Zu Wort kommen Opfer, aber auch Menschen, die etwas dagegen haben, dass andere ihre gleichgeschlechtliche Liebe frei in der Öffentlichkeit zeigen.

Los geht es mit der Dokumentation "Gleiche Liebe, falsche Liebe?!?". Der Einstieg ist heftig: Verwackelte Videoaufnahmen zeigen, wie Männer beschimpft, getreten und verprügelt werden. Die Stimme aus dem Off: "Überall in Europa werden Homosexuelle Opfer von Hassverbrechen."

Ein schwules Paar in Paris schildert, wie ein vergnügter Abend mitten in der französischen Hauptstadt für sie zur Hölle wurde. Vier Männer griffen sie an. Erst im Krankenwagen wachte eines der Opfer wieder auf.

Das Wort schwul wird als Schimpfwort benutzt

Das Wort schwul wird in allen Ländern Europas auch als Schimpfwort benutzt, wie die Doku erläutert. Aufnahmen aus vielen Städten von Demonstrationen, die sich gegen die gleichgeschlechtliche Liebe richten, werden gezeigt.

Die Doku geht den Weg der krassen Konfrontation. Ein Politiker aus Litauen ist dabei, der gegen Homosexualität mit teils haarsträubenden Aktionen kämpft.

Auch den in Deutschland lebende Autor Akif Pirinçci haben die Doku-Macher interviewt. Er erregte im vergangenen Jahr die Gemüter mit dem Sachbuch "Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer". "Ich mag Homosexuelle nicht. Ich dulde das, aber ich mag sie nicht", sagt er unter anderem. Seine Aussagen gehen teilweise ins Vulgäre.

Schockierende Bilder und heitere Szenen im Wechsel

Trotz der schockierenden Bilder schaffen es die Macher, immer wieder lockere, heitere Szenen einzustreuen. Mit einem zwinkernden Auge listen sie Klischees auf. Und immer wieder schimmert Lebenslust und Freude durch.

Wenn Menschen berichten, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Viele Männer und Frauen schildern viel aus ihrem Privatleben. Sie beschreiben etwa, welche Schwierigkeiten sie hatten, sich zu outen. Und dass es zugleich Unterstützung gab.

Direkt im Anschluss folgt eine zweite Dokumentation mit dem Titel "Du sollst nicht schwul sein". Darin berichten unter anderem mehrere Männer aus deutschen Städten von dem Spannungsfeld, gläubig und gleichzeitig homosexuell zu sein.

Beide Dokumentationen sind jeweils knapp eine Stunde lang. (dpa)

Doku "Gleiche Liebe, falsche Liebe?!?", Dienstag, 12. Mai, Arte, 20.15 Uhr
Doku "Du sollst nicht schwul sein", Dienstag, 12. Mai, Arte, 21.10 Uhr