Glosse
Heidi Klum, oder: Gut geprügelt ist halb gewonnen
21.05.2009 | 21:57 Uhr 2009-05-21T21:57:00+0200
Essen. Wie ein biederes, blondes Model es schaffte, die Gewaltphantasien von Großintellektuellen ans Tageslicht zu bringen. Und wie Alice Schwarzer und Roger Willemsen verbal auf Heidi Klum herum prügeln.
Manch einer hätte jetzt eine harte Debatte über extremistisches Denken am Hals. Nicht so Alice Schwarzer und Roger Willemsen, zwei bewährte Patent-Intellektuelle, die auf Lebenszeit das Gute gepachtet zu haben scheinen. In einer Art Zangenangriff stiegen die beiden Edel-Menschen jüngst in die Niederungen der Trivialität hinab und knöpften sich Top-Model und TV-Moderatorin Heidi Klum vor.
Sie taten das in einer Weise, die – wäre es beispielsweise umgekehrt – wohl längst den europäischen Menschengerichtshof auf den Plan gerufen, mindestens aber die blonde Heidi vom Bildschirm verbannt hätte. Doch nicht erst seit dem verdienstvollen Buch des Spiegel-Redakteurs Jan Fleischhauser wissen wir: Linke Gutmenschen, vor allem die prominenten unter ihnen, dürfen alles, da es stets gesalbt ist mit der guten Absicht. Wenn sie dann noch als geschlechterpolitische Legende durch die Welt laufen (Schwarzer) oder ein Buch über Guantanamo geschrieben haben (Willemsen), ist Widerspruch eigentlich zwecklos
Heidi als Scharführer?
Im Falle Klum ist freilich eine neue Qualität eröffnet worden, wenn auch nicht so sehr von Alice Schwarzer. Dass die gestrenge Gouvernante der Frauenbewegung die blonde Heidi als „stupsnasige und kaltschnäuzige Scharführerin“ bezeichnet, ist zwar starker Tobak, hat aber einen gewissen Wiederholungs- und damit Gähn-Effekt. Scharführer ist ein SS-Rang, und unter den Guten ist es eben gute Übung, Leute, die man nicht leiden kann, mit nationalsozialistischen Attributen zu versehen. Der Geschmähte ist sofort in der Defensive und praktischerweise bleibt oft etwas hängen.
So weit, so langweilig. Pikant ist hier nur, dass die Gründerin und Chefin der Zeitschrift „Emma“ nach Aussagen von Frauen, die es wissen müssen, ausgesprochen mies mit ihren Untergebenen umgeht. Das Wort Scharführerin bekommt aus dem Mund von Schwarzer somit einen ganz eigenen, ironischen Klang. Den kleinen Recherchefehler – Klum hat gar keine Stupsnase – lassen wir mal links liegen.
Roger Willemsens Gewaltträume
Richtig in die Vollen in Sachen Heidi Klum ging aber Roger Willemsen, der manchmal den Eindruck eines Weicheis vom Dienst macht, es in Wahrheit aber faustdick hinter den Ohren hat. Die paar veritablen Beleidigungen („Leere ihres Kopfes“, „Exzess von Nichtigkeit“) sollen hier nicht weiter interessieren, deutsche Intellektuelle dürfen das – siehe oben. Dass Willemsen aber in der linksalternativen „taz“ seinen Gewaltträumen freien Lauf lässt und aus Klum „sechs Sorten Scheiße herausprügeln“ möchte, lässt dann schon tief blicken.
Vom Guantanamo-Autor Willemsen hätten wir ehrlich gesagt etwas mehr inneren Widerstand gegen die eigenen Folter-Phantasien erwartet. Andererseits lauern halt in vielen Seelen Untiefen. Ein großer deutscher Politiker, nämlich Oskar Lafontaine, meinte einst: Mit den Tugenden, die der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt verkörpere, ließe sich ohne weiteres ein KZ führen. Nun, mit Willemsen handfester Pädagogik könnte man mindestens ein kleines Besserungslager für gefallene blonde Fernsehmoderatorinnen eröffnen. Am besten wohl mit ihm als Kommandanten. Alles roger, Herr Willemsen, stehen Sie bequem!
20:46
Willemsen müsste mal ins Erziehungscamp ... der kleine Schlingel ...
21:23
Wenn der Gedankenmüll von einigen Herr-und Damschaften jeden Tag so hochgeputscht würde, bliebe im Internet kein Platz mehr für meinen Kommentar. Mein Gott, legt nicht jeden Intelligentenfurz auf die Goldwaage !!! Überigends- auch dieser Kommentar ist Müll und interessiert keine Sau und Roger und Alice schon gar nicht. Basta
17:42
Wenn ich die Wahl haette zwischen Alice und Heidi......, hmm, Schade, leider nur ein Traum, waere auch zu schoen gewesen.
Der Roger koennte ja dann mit der Alice....
12:08
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11:42
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22:30
Da Alice Schwarzer im Dezember 1942 das Licht der Welt erblickt hat,hätte man auch 1942 gebohrt
schreiben können.
21:30
An alle Klugscheißer!
Da muß natürlich geboren stehen!
21:24
Lieber Herr Vorneguth,
da ich ich nicht länger auf Ihre Erklärungen des Begriffs Scharführer warten mochte, habe ich mich selbst ans Werk gemacht. Zunächst hat mich der Kluge (Ethymologisches Wörterbuch) im Stich gelassen. Er kennt den Scharführer nicht, aber er kennt die Schar und gibt folgende Herleitung:
Schar f. ahd. skara, mhd. schar ´Heeresteil, (Heer)Haufen, Menge; in geordneter Verteilung umgehende Fronarbeit´
Den Begriff Führer habe ich mir dann erspart.
Der Duden kennt den Scharführer auch nicht, zumindest meine Ausgabe nicht. Also habe ich bei Google nachgeschaut und bin bei Wickipedia fündig geworden. Nun ist Wickipedia nicht unbedingt für mich zitierfähig, aber ich destiliere da heraus, daß der Begriff während des 1. Weltkriegs für Stoßtruppführer eingeführt wurde und da ist der Nexus zur SS sofort hergestellt. (z.B. Longerich, Himmlerbiographie lesen) Nun ist Frau Schwarzer sicher eine sehr Gebildete Frau, aber ich glaube nicht, daß Sie mit der deutschen Stoßtrupptaktik am Ende des WK 1 vertraut ist. Was bleibt da also, woran könnte Sie bei dem Gebrauch diese Wortes gedacht haben? Etwa an Ihre BDM Scharführerin? Das ist nicht möglich, da Sie erst 1942 gebohren wurde, auch wenn Sie locker für zehn Jahre mehr durchgeht. WK 1 scheidet aus, BDM scheidet aus, da bleibt nur noch die SS, oder wissen Sie mehr?
Aber vielleicht hatte Sie ja auch nur im Kluge nachgeschaut gehabt und an eine Frau gedacht, die eine in geordneter Verteilung umgehende Fronarbeit anführt !
In sehnsüchtiger Erwartung Ihrer Begriffserklärung und -herleitung, ChowderBey
20:29
@ # 1 und #2
Da wurden Leute getroffen, und nun brüllen Sie auf. Wunderbar!
Herr Vorneguht, würden Sie uns nun mal über den Begriff Scharführer aufklären? Sie sind uns Minderaufgeklärten doch noch eine Erklärung schuldig, schließlich scheinen Sie mehr zu wissen, oder?
Vorneguht? Ist das Ihr Name oder ein Moniker? Da frage ich mich doch, was ist Hinten mit Ihnen los?
13:39
Viel schlimmer finde ich sabbernde und uninformierte Schreiberlinge wie ein Frank Stenglein.Zitat: Scharführer ist ein SS-Rang, und unter den Guten ist es eben gute Übung,Leute (...)mit nationalsozialistischen Attributen zu versehen. Was ist denn ein nationalsozialistisches Atrribut? Ein schauriges Beispiel eines sprachlichen Mißgrifs des Herrn Stenglein, mehr nicht. Schlimmer ist aber seine totale Unkenntnis der Herkunft des Wortes Scharführer. Mitnichten eine Wortschöpfung der Nazis. Woher weiss der Autor also, dass damit auf die Nazi-Zeit abgehoben werden sollte? Wenn sich also jemand sprachlich an anderen messen möchte, so sollte er sich zumindest hinterfragen, ob er dem gewachsen ist; sonst kommt so eine peinliche Glosse wie obige dabei heraus, die schonungslos die sprachliche Minderbegabung bzw. die eklatanten Bildungslücken des Autors offenlegt. Ich schäme mich für sie, Herr Stenglein, denn ich befürchte, ihre Eitelkeit lässt dies nicht zu.