Heidi Klum macht Models zu Freaks
13.03.2009 | 12:30 Uhr 2009-03-13T12:30:00+0100
Düsseldorf. Bei "Germany's next Topmodel" hieß es gestern: Umstylen, Haare ab, Typveränderung. Das hatte bei einigen Kandidatinnen Folgen, die an die Show „Das Model und der Freak“ erinnerten. GNTM-Kenner Ingo Juknat erklärt, was die Faszination von Umstyling-Folgen ausmacht.
Als Kind habe ich manchmal freiwillig den „ZDF Sommergarten“ geguckt. Das hatte einen einzigen Grund: die Umstyle-Sequenz. Am Anfang der Sendung wurde eine Familie aus dem Publikum gefischt und innerhalb von anderthalb Stunden backstage einer Generalüberholung unterzogen. Ich fand das so faszinierend, dass ich diese kreuzbiedere Sendung immer bis zum Ende verfolgt habe. Ich wollte sehen, wie die Familie Mustermann aus Siegen in einen unwiderstehlichen Glamour-Clan verwandelt wurde. Das war in den 80ern.
Die Umstyle-Folge ist auch das Beste an „Germany's Next Topmodel“. Diese Episode konnte gar nicht langweilig werden. Immerhin ging es hier um Frisuren. Und da hört für Frauen der Spaß auf. Wer das noch nicht wusste, konnte es gestern am Beispiel der Kandidatin Larissa beobachten. Der österreichische Maulwurf bei GNTM verlor schon beim Anblick der Schere die Nerven. Dann hieß es auch noch, die Haare würden gefärbt. „Ich bin doch kaaane Puupeh!“ protestierte sie. Wie sie durch die komplette Staffel von „Austria's Next Topmodel“ gekommen ist, würde ich gerne mal wissen.
Von einem unscheinbaren Mädchen zu einem unscheinbaren Jungen
Bei einigen Kandidatinnen hatte das Umstyling Folgen, die an die Show „Das Model und der Freak“ erinnerten. Mit dem Unterschied, dass in diesem Falle aus Models Freaks wurden und nicht umgekehrt. Besonders schlimm erging es Indie-Schönheit Aline, deren Erblondung noch unpassender wirkte als das bei Sara der Fall gewesen wäre, deren Eltern aus Eritrea stammen.
Die stille Tamara dagegen wechselte von blond zu dunkel. Außerdem fielen fast alle Haare. Von einem unscheinbaren Mädchen zu einem unscheinbaren Jungen, tolle Veränderung. Immerhin ist sie eine Runde weiter. Für irgendwas muss es ja gut sein.
Zur Entschädigung durften die Mädchen in die Model-Villa, die fleißige GNTM-Gucker schon aus der letzten Staffel kennen. Schon damals dachte ich, dass das Haus bei allem Prunk eine gewisse Ähnlichkeit mit Vorstadt-Trattorien und griechischen Restaurants der günstigeren Sorte hat: überall diese bunten Wischtechnik-Wände, die nachgemachten (?) Marmorsäulen und goldgerahmten Spiegel.
Boris Entrup ist die kumpelhaft-nette Nebenfigur
Schnitt. Nächster Morgen. Es klopft an der Tür. Auftritt Boris Entrup, Make-Up Artist. Er ist die kumpelhaft-nette Nebenfigur, die jede gute Serie braucht. So wie der Hausmeister Max bei „Hart aber herzlich“ oder der schwarze Hubschrauberpilot bei Magnum – ein Charakter, der nur ab und zu auftaucht und gute Tipps gibt. In diesem Falle: Make-up-Tipps.
Die können die Kandidatinnen gut gebrauchen, denn die nächste „Challenge“ wartet schon. Angereist ist die Modedesignerin Anja Gockel, die Models für ihre neue Kollektion sucht. Hauptauswahlkriterium sei Intelligenz, sagt sie mehrfach. Und so läuft das Casting in einem reichlich bemüht wirkenden Quiz-Format ab. Der 16jährigen Sarina wird zum Verhängnis, dass sie nicht weiß, was eine Muse ist. Das kann man eigentlich verzeihen, zumal Gockel das Wort ständig wie „Muße“ ausspricht. Die Jury bleibt dennoch hart. Backstage sieht man das arme Mädchen sagen, sie sei nicht doof. In dem Moment würde man ihr doch sehr wünschen, dass der Papi sie abholt aus Kalifornien.
Für Oberdiva Tessa geht es derweil wirklich nach Hause. Sie hat einem Fotografen den Effenberg-Finger gezeigt. So geht’s nicht, sagt Heidi. Ende der Vorstellung. In der Nachfolgesendung „Red“ darf Tessa sich rechtfertigen. Das sei gemein, der Fotograf habe es nur auf ihre Tränen abgesehen. Und überhaupt: Was ist das für eine Welt, in der weinende Mädchen fotografiert werden?
- GNTM - Teil 1: Heidi Klums Mode-Simulator
- GNTM - Teil 2: Heidi, Samba und Traktoren
- GNTM - Teil 3: Heidis Märchenstunde
- GNTM - Teil 4: Heidi Klum und die Schule der Selbstverkäufer
- Ingo Juknat auf Westropolis
11:23
Naja mal ehrlich, sind ja so schon ein paar Freaks dabei
22:43
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16:45
alle regen sich darüber auf, schauen diesen Schwachsinn aber dennoch regelmäßig.. und solange dieses Prinzip greift, wird die Neidi (ach nein, sie heißt ja Heidi) Schwachsinn redend im Fernsehen zu bewundern sein.. also Leute, es liegt doch an euch: schaut es euch einfach nicht an.
13:10
Sorry für den Doppelpost, Seite hang ...
13:09
Wie schon gesagt wurde, ohne Quoten gäbe es die Show nicht mehr. Zickenkrieg, Reibereien und Models die keine sind, tragen dazu bei. Unterhalten wird sich aber trotzdem darüber, also kann es garnicht so uninteressant sein ...
17:15
Welcher normaldenkender Mensch schaut sich so einen Schwachsinn an???
15:38
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14:28
Ja aber sie macht sich doch lächerlich, wenn sie den argenturen solche schandfiguren präsentiert.
was müssen die leute von deutschen mädchen denken?
habe gestern wieder mal sehr geleidet :-)