"Hart aber fair" lässt bei McDonald's und Co. Milde walten
17.01.2012 | 06:54 Uhr 2012-01-17T06:54:43+0100
Essen. Hähnchen bekommen acht verschiedene Antibiotika, für Rinderfutter wird Regenwald abgeholzt und so manche Familie verbringt ihren Sonntag lieber bei Mc Donald´s als beim Braten in der heimischen Küche. Es steht schlecht um die deutsche Ernährungskultur. Darüber aufregen kann sich bei „Hart aber fair“ allerdings kaum jemand – denn radikale Stimmen gab es nicht.
Mit Fast-Food verhält es sich so ähnlich wie mit Trash-TV: Wir wissen, wie schlecht das ist, was dort in Fernsehstudios oder Hähnchenmastanlagen produziert wird – und trotzdem konsumieren wir es. Nachdem die ARD am Montagabend erst McDonald´s unter die Lupe genommen hat, diskutiert man auch bei Frank Plasberg über die Frage, was der Preiskampf mit billigen Lebensmitteln anstellt und was der Verbraucher dagegen tun kann. „Billg, schnell und fett – machen Burger und Discounter unser Essen kaputt?“ ist der Titel der Sendung. Schnell herrscht Einigkeit: Billig ist nicht immer gut. Im Gegenteil.
Trotzdem: Keiner der Gäste kann von sich behaupten, noch nie eine McDonald´s-Filiale betreten zu haben. Es ist nun einmal praktisch, schnell, und „ach, das Mit-den-Fingern-Essen, das ist einfach schön“, sagt Yvonne Willicks. Doch die Hauswirtschaftsmeisterin, die beim WDR Familien beim Einkauf berät, ist sich sicher: Selbst gekocht schmeckt es immer noch am Besten. Für vier Portionen selbst zubereitetes Möhrengemüse, Frikadellen und Salat bezahlt sie in einem Testeinkauf nur knapp 15 Euro. Bei der Burgerkette zahlt eine vierköpfige Familie dagegen rund 26 Euro, um einigermaßen satt zu werden. Willicks warnt: „Viele Leute wissen heute nicht mehr, wie man so ein leckeres, einfaches Essen zubereitet.“
Slow Food made in Berlin-Kreuzberg
Das meint auch Peer Kusmagk. Der Schauspieler und amtierende RTL-Dschungelkönig betreibt ein Restaurant in Berlin-Kreuzberg. Hier gibt es nur Slow Food : Jede Sauce, jedes Dessert sei frisch zubereitet, nicht einmal Tiefkühlprodukte verwende er in seinem Lokal. „Unsere Gäste bleiben oft drei bis vier Stunden, man nimmt sich bei uns einfach Zeit fürs Essen.“ Schnell ist der Sprung nach Frankreich gemacht, „der Franzose an sich achtet mehr auf gutes Essen als wir“, weiß Peer Kusmagk.
Den Tisch hübsch decken, sich Zeit nehmen, gutes Essen: Auch Bundestagsabgeordneter Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/Grüne) vertritt die alten Werte der Esskultur. Gemeinsam mit seiner Frau leitet er einen Bio-Bauernhof, er wettert gegen industrielle Massentierhaltung. Kaum jemand würde sich wohl öffentlich für Tierquälerei aussprechen – dennoch isst jeder Dritte ein bis zweimal die Woche Fast Food, mit dem Wissen, dass billiges Fleisch nun mal auch billig produziert wird.
Keiner wird gezwungen, Fast Food zu essen
Als einziger Gegenpol sitzt Matthias Horst in der Runde. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie betont in fast jedem Satz, wie sehr er die Vielfalt in Deutschland schätze. „Niemand zwingt Sie, Fast Food zu essen“, meint er, nennt die Strategie von McDonald´s eine „geniale Idee“. Industriell gefertigtes Essen müsse nicht immer schlecht sein. Und ein mündiger Verbraucher müsse sich nicht irregeführt fühlen, meint er.
Dabei beweist der „Markendetektiv“ Stefan Duphorn, dass in vielen Discounter-Verpackungen Markenprodukte stecken: Milchreis, Eierlikör, Fleischsalat – die Artikel kommen aus der gleichen Firma, und doch gibt es erhebliche Preisunterschiede. Das ist jedoch keine Neuigkeit – kaum vorstellbar, dass ein mündiger Bürger diese Tatsache noch nicht mitbekommen hat.
Warum kein strenger Vegetarier, kein Mastanlagenbesitzer , kein Mensch mit geringem Einkommen zu Wort gekommen ist – man weiß es nicht. Am Ende der Sendung herrscht zwischen den Diskussionsteilnehmern zumindest scheinbar traute Einigkeit. Nur Manuel Andrack, der einen viel zu geringen Redeanteil hat, bringt es auf den Punkt: „Wir alle, die wir hier sitzen, können uns gutes Essen leisten, ohne auf andere Dinge verzichten zu müssen. Und Geringverdiener fragen sich vielleicht bald, ob sie nicht lieber auf billiges Fleisch verzichten.“
12:25
in Sachen Essen, radikale Forderungen bringen überhaupt nichts, sondern einzig die Frage, inwieweit Massen ernährt werden können.
Unsere freizügige Gesellschaft bietet jenen Spartenessern, Vegetariern, Veganern, Naturköstler, etc ihren Freiraum, und das entsprechende Angebot, folglich brauchen diese nicht zu darben.
Allerdings findet man gerade unter jenen diejenigen, die für eine entsprechend ausgerichtete Öko-Diktatur wären und jenen, die sich nicht so ernähren wollen, ihre Heilslehren aufzwingen wollen.
Interessant ist es im übrigen schon, daß im Fokus der Fastfood-Nahrungsmittelanbieter Dönerbuden und China-Imbisse überhaupt nicht auftauchen, wobei doch erstere den amerikanischen Ketten ernsthaft Konkurrenz machen und die Anzahl der Döner, die über die Ladentheke wandern die der Mc.-Menues in nichts nachstehen dürften. Wie dort die Qualität bestellt ist, nun ja, müßte eigentlich auch unnachgiebigen Ökovertretern ein Gruseln bewirken. (Mal ganz davon abgesehen, welche Kilometer an Alu dort verschwendet werden, über die kein Umweltschützer ein Wort verliert!)
Fastfood von Mc-Donald und Burgerking ist im übrigen Weichfutter und dieses ist nicht ganz unwesentlich für diejenigen, die sich keinen adäquaten Zahnersatz leisten können, und genau das wird ja in unserem medizinischen System nicht gerecht angeboten. Mag absurd klingen, ist aber nicht ohne Bedeutung!
Was fällt noch auf? Burgerking schiebt seine Mahlzeiten immer frisch über die Theke, und das heißt schon was, und macht sich auch positiv bemerkbar.
Gruß
11:20
Ja, ja der Franzose achtet auf gutes Essen. In Frankreich hat Mc Donalds fast so viele Filialen wie in Deutschland.
In Paris Zb. gibt es 10 McDonald Filialen.
http://www.mcdonalds.fr/restaurant
09:41
Man sollte - unabhängig davon, wie man die Sendung fand - doch mal die Kirche im Dorf lassen. In Maßen genossen, macht McDonalds oder Fastfood generell niemanden dumm, dick oder gar krank.
Deswegen ist es absolut überflüssig, gleich in plumpen Antiamerikanismus zu verfallen wie #3, der sich dabei womöglich auch noch wahnsinnig toll und konsumkritisch findet, aber nur Vorurteile verbreitet, die längst nicht immer zutreffen.
09:35
Plasberg hat sich zum zahnlosen Tiger entwickelt. Da war kein Pfeffer drin.
08:40
Zart, aber fair.
08:35
kommt ebenso wie Abfallfernsehen aus den USA. Und alles, was von dort herkommt is GOOD. Menschen, die einfach keine Zeit und vor allem auch kein Geld haben, sich individuelle Mahlzeiten zubereiten zu können oder zu lassen, sind nun mal auf die Fast-Food Ketten angewiesen. McDoof & Konkurrenz als Speisesäle des Prekariats. Es braucht kein Besteck, keine Trinkgläser, keine gedeckten Esstische, keine Kühlschränke. Gegessen wird mit den Fingern, getrunken aus Flaschen oder Pappbechern. Im Stehen oder Gehen, überall. Und die Reste, die nicht mehr gemocht wurden, holt sich der HoBo aus dem Müll.
Im Artikel steht es zu lesen, und auch sonst wurde es schon oft genug getestet: "Kein Geld für gesundes Essen" ist absoluter Unfug, selbst kochen ist günstiger. Rechnen Sie doch einmal aus, wie oft man mit (z.B.) dem Hartz IV-Satz mit einer vierköpfigen Familie zu McDonalds gehen kann. Auf 30 Tage im Monat kommen Sie da bestimmt nicht.
08:02
Das Schöne an Fastfood-Ketten ist, das diese Bio-Dummlaberer nicht hingehen, weil es demagogisch unkorrekt ist. Die Abwesenheit dieser Oberlehrer, ist mit nichts aufzuwiegen.
Wissen Sie, was demagogisch bedeutet, oder sind Sie hier der Dummlaberer? Ihre Satzkonstruktion bedeutet "...weil es volksverführend falsch ist." Erklären Sie uns das mal...
08:00
das mit hart war doch mal
mitlerweile ist herr plasberg genauso weich gespuehlt wie seine kollegen
wenn es hart zur sache geht
kommt doch keiner mehr
wer will den schon dum da stehen wenn seine interessenlage auseinander genommen wird
#1Genau so ist es seit dem Plasberg nicht mehr im WDR3 ist kommen nur noch weich gespülte Sendungen