Grimme-Preis: Glanz und Glamour in Marl
03.04.2009 | 16:01 Uhr 2009-04-03T16:01:00+0200
Marl. Einmal im Jahr strahlt das graue Revier. Einmal im Jahr ist in der Vest-Stadt Marl Festtag. Einmal im Jahr bringt die Verleihung der Grimme-Preis Glanz und Glamour in die Chemiestadt. Die Preisträger kommen gern. Denn der Grimme-Preis gilt als Deutschlands Fernseh-Oscar.
Freitag, 15.10 Uhr. So hat sich Mechthild Jankowski das Treiben am roten Teppich vorgestellt, genau so. Die 61-jährige Marlerin steht zum ersten Mal vor dem Grimme-Institut. “Ich war im Garten”, gesteht die Dame mit dem kurzen Silberhaar, “und hatte gelesen, hier ist was los, und dann bin einfach mal hin”, stellt sie trocken fest.
Mechthild Jankowski ist nicht die Einzige, die nachmittags das große Aufgalopp der Stars erwartet.
Neben ihr stehen Andrea Giutaut (34) und Mutter Birgit (61) aus Moers, die rote Autogramm-Kladde gezückt.
Mit den drei Damen stehen rund 30 weitere Fernsehfans an der Absperrung. Später, vor der Gala im Stadtteater, werden es Hunderte von Menschen sein, die Glamour und Frühling gleichermaßen genießen.
Zwei Schauspieler, zwei Welten
Vor dem roten Backstein-Institut ist derweil eine schwarze Limousine vorgerollt, im Schritttempo versteht sich. Die Tür wird geöffnet, und zwei Fernsehstars entschweben dem Luxusschlitten: Katja Riemann und Mehmet Kurtulus.
Zwei Schauspieler, zwei Welten. Katja Riemann, inzwischen 45, kennt die Welt der Medienpreise. Den ersten Grimme nahm sie bereits 22 Jahren in Empfang, 1987. Seitdem gibt es alle Jahre wieder neue Trophäen für die Bremer Mimin. Diesmal erhält die Riemann eine Auszeichnung für ihre Rolle in “Das wahre Leben” im Ersten.
Sie lässt Fans wie Mechthild Jankowski spüren, dass die Schauspielerin die Welt kennt. Autogramme gibt sie, ein paar. Mechthild Jankowski gehört nicht zu den Glücklichen: “Wenden Sie sich an mein Büro”, sagt Riemann knapp, die im schulterfreien Fummel dem ersten warmen Frühlingstag huldigt.
Ganz anders empfindet die 61-Jährige aus Marl den neuen Hamburger “Tatort”-Kommissar Mehmet Kurtulus. Der 36-jährige Türke, leger in blauer Jeans und schwarzem Samt-Sakko, macht der Sonne Konkurrenz - und wirkt so entspannt, als käme er gerade von der Massage. Autogramme hier, ein Foto dort, ein verbindliches Wort, ein nettes Lächeln.
Wahrgewordene Prophezeiung
Und Kurtulus selbst? Für ihn sind Medienpreise immer noch etwas Besonderes, obwohl auch er bereits einen Grimme besitzt. 1998 gab es eine Trophäe für den Film “Kurz und schmerzlos”. Kurtulus genießt das Grimme-Gewimmel sichtlich. Im WR-Gespräch bekennt er, dass gerade der Publikumspreis, verliehen von der so genannten Marler Gruppe, für ihn einen besonderen Stellenwert besitzt. "Tatort" und Publikum - das passe eben, selbst nach 39 Sendejahren, erzählt er stolz.
Als er von der bevorstehenden Ehrung erfuhr, rief er erst mal seine Partnerin an, Partnerin und Kollegin Désirée Nosbusch (44), dann seine Agentin Gunda Kniggendorf und nicht zuletzt den verantwortlichen Regisseur Richard Huber. Kurtulus sieht den Titel seiner ersten “Tatort”-Episode als Prophezeiung an, die wahrgeworden sei. “Auf der Sonnenseite” hieß der Krimi.
Dort befindet sich auch Diana Amft - auch wenn die blonde, blauäugige Darstellerin aus der RTL-Serie “Doctor’s Diary” mit ihrem langen, braunen Wollmantel noch nicht im lauen Lenz angekommen ist. Bereitwillig, sehr bereitwillig flirtet die 33-Jährige mit den Fotografen, hat Zeit fürs Publikum, plaudert mit Journalisten. “Wahnsinn”, entfährt es ihr immer wieder, “Wahnsinn.” RTL, schwärmt sie, habe sich seine Serie geleistet, die beim Publikum genauso gut ankomme wie bei der Kritik. Denn der Grimme ist nicht der erste Preis, sondern, nach Comedy- und Deutschem Fernsehpreis, eher der letzte für das medizinische Spaßprogramm.
Finanzkrise trifft die Privaten
Derweil steht Drehbuch-Autor Bora Dagtekin bescheiden an der Seite.
Der Jeansträger freut sich still darüber, dass nach der ARD-Serie “Türkisch für Anfänger” bereits zum zweiten Mal ein Stoff aus seiner Feder einen Grimme wert ist.
Für RTL wiegt die Auszeichnung umso schwerer, als die Kölner in diesem Jahr als einziger Privatsender mit einem Grimme bedacht worden sind. Wie es weitergeht, steht dahin. Die Finanzkrise trifft gerade die Privaten. Die Werbe-Erlöse brechen ein, Produktionsaufträge werden storniert. Über dem Privatfernsehen sind schwarze Wolken aufgezogen. Doch in Marl, bei der Grimme-Gala, ist davon nichts zu spüren. Über dem Revier lacht die Sonne, und die Geehrten strahlen.
14:02
bitte KEINEN tatort mehr mit diesem minusschauspieler, mehmet kurtulus !!!
ich bin froh, dass solche schauspieler-zumutungen, wie peter sodann, langsam ins nirwana verschwinden und dann kommt der nächste anfänger aus der versenkung ...
tatort war mal eine meiner lieblingssendungen, leider wird sie, nicht zuletzt durch ihre stümperhaften protagonisten, immer erbärmlicher ...
offensichtlich zählt bei der besetzungsliste, nur noch vitamin-b ...
01:46
baggghhhh, igitttttttttttt
23:02
Da freuen wir uns aber ,aber wer soll das bezahlen .?Die Politiker?:Wo sollen sie Wohnen bei den Politikern?Wer hat sie gerufen?.Das Volk wohl kaum
22:49
Prima Bericht....