Germanwings-Unglück: ARD verteidigt ihre Berichterstattung

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor (r.) und ARD-Programmdirektor Volker Herres sehen keinen Anlass zu großer Kritik an der Berichterstattung.
Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor (r.) und ARD-Programmdirektor Volker Herres sehen keinen Anlass zu großer Kritik an der Berichterstattung.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Personalien, der Jugend-Online-Kanal und die Berichterstattung über den Flugzeugabsturz: Die Intendanten der ARD sind in Köln zusammengekommen, haben beraten und vieles für gut befunden.

Köln.. Die ARD hat Kritik an ihrer Berichterstattung über den Flugzeugabsturz in den französischen Alpen zurückgewiesen. Über einzelne Punkte könne man bei einem so umfangreichen Programm immer reden, sagte der ARD-Programmdirektor Volker Herres am Mittwoch in Köln nach einer Intendantensitzung des Senderbunds. Jedoch gelte ganz klar: "In toto stimmte die Tonalität." Vor allem im Internet war zum Teil heftig kritisiert worden, dass Fernsehteams die trauernden Angehörigen bedrängt hätten.

ARD-Talk "Wir haben Rücksicht genommen auf die Angehörigen", hielt Herres dem entgegen. Den Namen des Copiloten, der den Absturz absichtlich herbeigeführt haben soll, habe man nicht in voller Länge genannt, anders als die französische Staatsanwaltschaft in ihrer live übertragenen Pressekonferenz. Die Berichterstattung sei über mehrere Tage auf größtes Interesse gestoßen. Dabei habe sich wieder einmal gezeigt, dass die ARD bei großen Nachrichtenlagen für viele die wichtigste und zuverlässigste Informationsquelle sei.

Rainald Becker wird neuer ARD-Chefredakteur

Die Intendanten einigten sich auf ein Konzept für einen digitalen Online-Jugend-Kanal von ARD und ZDF. Social-Media-Plattformen und Kommunikation mit den Nutzern komme dabei große Bedeutung zu, sagte der ARD-Vorsitzende, NDR-Intendant Lutz Marmor. Der Start ist für Mitte nächsten Jahres geplant. Finanziert werden soll das neue Angebot durch die Einstellung der Digitalkanäle EinsPlus und ZDFKultur sowie über "Umschichtungen im Bestand".

Wie die Intendanten weiter mitteilten, wird Rainald Becker (55) im Laufe des nächsten Jahres neuer ARD-Chefredakteur sowie Koordinator Politik, Gesellschaft und Kultur. Becker übernimmt den Posten von Thomas Baumann (53), der diese Aufgabe seit 2006 innehat. Baumann bekommt im Wechsel Beckers Amt als stellvertretender Leiter des Hauptstadtstudios in Berlin. Becker ist dem Publikum unter anderem als einer der Moderatoren des "Berichts aus Berlin" und als Kommentator in den "Tagesthemen" bekannt. (dpa)