Dokusoap
Gar nicht super, diese Nanny
27.05.2009 | 16:30 Uhr 2009-05-27T16:30:00+0200
Essen. „Die Super Nanny vermittelt das Gefühl, es gibt eine schnelle Lösung.” Das ärgert Alfons Wissmann, es konterkariert seine Arbeit. Er leitet das Jugendamt Gelsenkirchen und sagt: „Prävention ist viel wichtiger” als à la Katharina Saalfrank einzugreifen, wenn das Problem schon lange bestehe.
Weit über 100 Folgen der Doku-Soap hat RTL seit dem Start 2004 ausgestrahlt. Am heutigen Mittwoch läuft vorerst die letzte Ausgabe der„Super Nanny” (20.15 Uhr). Im Herbst soll die Dokusoap, die durchschnittlich drei Mio. Zuschauer sehen, fortgesetzt werden. Auch, weil es Massen an Familien gibt, die die Hilfe der Super Nanny wünschen. „Wir bekommen etwa 2000 Bewerbungen im Jahr”, sagt RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer. Und das, obwohl der Sender keine Honorare an die Familien zahlt. „Die Menschen bekommen lediglich eine Aufwandsentschädigung. Schließlich drehen wir im Schnitt zwölf Tage vor Ort.”
Die vergessene Frage nach dem Danach
Was Menschen bewegt, sich bei der Super Nanny oder in anderen Talkshows zu outen, kann Wissmann nur vermuten. Vielleicht wollen diese Menschen etwas von einem vermeintlichen Ruhm erhaschen. Vielleicht wollen sie einfach 'mal im Mittelpunkt stehen? Vielleicht halten sie einen Auftritt für den ersten Schritt auf dem Weg, reich und berühmt zu werden?
Die Frage nach den Konsequenzen, nach dem Danach, die stellt sich keiner. „Wie lebt eine Familie weiter?”, fragt Wissmann. Er habe es an einer Gelsenkirchener Familie mit „schillernder Lebensbiografie” und diversen TV-Auftritten erleben dürfen. Letztendlich habe sich nichts positiv verändert. „Wenn man Probleme öffentlich im Fernsehen vorstellt hat das eine andere Qualität als wenn man sie zuhause diskutiert”, weiß Wissmann seither. Im Nachhinein seien Verletzungen dann nicht mehr zu kitten. Außerdem wisse man auch nicht, wie das Umfeld auf das öffentliche Outing reagiere.
Klar ist dem Sozialarbeiter aber eines: Es gibt den Markt. Und damit auch Zuschauer, die Spaß an den Problemen anderer Menschen haben. Bezogen auf die Super Nanny ist sich Wissmann aber auch gewiss: Die „Problemlösungen dauern deutlich länger als RTL Sendezeit zur Verfügung hat”. In der ambulante Hilfe, wo ähnlich geartete Fälle wie Katharina Saalfrank sie bewältigt, bearbeitet werden, rechnen Jugendpfleger mit ein bis drei Jahren. „In zwölf Tagen ist das nicht zu lösen.”
14:40
Das Volk sitzt chipsfressend auf der Couch und glotzt in den Hartz-4-bezahlten-Super-Flachbildschirm.
Es verblödet bei solchen Soaps wie Super-Nanny, statt sich selber um seine Kinder zu kümmern!
Dafür gibt es ja Ganztagsbetreuung ab dem 1. Lebensjahr umsonst und öffentlich bezahlte Sozialarbeiter, die selber nicht wissen was Arbeit ist, aber ja alles wieder gutmachen...
In Wirklichkeit wird echt engagierten, überlasteten, schlecht bezahlten Kindergärtnerinnen der ganze Missstand vor die Füße gekippt. Zusätzlich belastet durch aufgepumpte Bürokratie, U-3-Kindern, Kürzungen usw.
Unbegreiflich, wie ein Partei die Super-Nanny - eigentlich das Sinnbild des Versagens im System - als Aushängeschild für ihre Familienpolitik präsentieren!
Ist das mittlerweile alles, was die Politiker noch schaffen, um ernsthaft die Probleme anzupacken?
Als nächster Gast wird präseniert: Wirtschaftsexperte Dagobert Duck
Dann brauchen wir uns ja keine Sorgen mehr um die Zukunft zu machen.
Wer kommt mit Chips kaufen...?
22:43
Nur mal so nebenbei: Über irgendwelche Fernsehsendungen kann jeder meckern, aber wie sieht denn eigentlich der Arbeitseinsatz und die Erfolgsbilanz des Jugendamtes aus?
Ich erinnere z.B. an Kevin aus Bremen ..
15:59
Naja, solange man den Leuten den Arsch hinterherträgt, wie es die SuperNanny macht, fluppt der Alltag auch wieder einigermaßen. Aber was passiert, wenn die Familien wieder allein gelassen werden ? Es wird schon seine Gründe haben, warum RTL keine der Familien nach 1 oder 2 Jahren nochmal zeigt ... dann würde sich nämlich vieles von der Hilfe wieder relativiert haben.
15:16
Wie kann man im deutschen Fersehen solch ein Dreck bringen die sollten sich lieber alle selber erziehen.
14:54
Natürlich ist Prävention wichtig, vielleicht sogar am wichtigsten von allen Maßnahmen. Nur: Was tun, wenn es zu spät ist? Auch wenn ich die Super-Nanny ab und zu nur beim Zappen erhasche, ist vieles von dem, was sie an angeblich schnellen Lösungen aufbietet, gar nicht so verkehrt.
Abgesehen davon finde ichs eigentlich zum Kotzen, dass man sich die Probleme anderer Familien Chips-futternd als Abendunterhaltung reinzieht.
14:52
Klar doch. Das Volk braucht auf der Couch Belustigung und der Sender seine Idioten die sich zur Verfügung stellen.
Und das Resultat sieht dann so aus, dass die Bevölkerung nicht mehr Fiktion und Realität auseinanderhalten kann. Viele glauben dann einfach, wenn das Fernsehen ins Haus kommt und ihnen für ihre selbsterschaffenden Probleme einen Lösungs-Fahrplan vorlegt, aus der ersichtlich ist was zu tun ist lösen sich alle ihre Probleme.
Und der Osterhase legt auch die Eier.
14:47
#7
Es ist nicht alles Einerlei, nicht im echten Leben und nicht in der Unterhaltungsindustrie. Das Vorführen des Privaten zu kommerziellen Zwecken ist
unterste Kajüte. Wenn noch dazu Kinder zur Schau
gestellt werden, dann darf man das durchaus ernst nehmen. Auf Jahrmärkten früherer Zeiten kannte man das Krüppelgaffen gegen Entgelt,
die RTL - Angestellten, die das medial wieder
einführen, verdienen schmutziges Geld.
13:47
die Supernanny ist ein internationales Format was von RTL eingekauft wurde...sie ist nicht von RTL !!!!
Genauso wie Wer wird Millionär oder DSDS
Das einzige was wir exportieren ist Schlag den Raab
Diese Sendung ist NUR zur Unterhaltung für uns Zuschauer...begreift es endlich und nehmt den Scheiss nicht so ernst wenn ihr sowas guckt !!!
13:37
Die Lösung: Anerkennung der Erziehungsarbeit - keine Doppelbelastung durch angebliche Vereinbarkeit von Familie u. Beruf! Schutz der Familien.
13:15
Die Sendung ist von RTL, das sagt vom Niveau her schon alles. Quote ist das wichtigste, genau wie wohl bei der neuen Seifenoper Eltern auf Probe oder wie das heißen wird.