Früher war mehr Glanz
04.02.2011 | 18:07 Uhr 2011-02-04T18:07:00+0100
Berlin. Am Samstag, 20.15 Uhr, wird die Goldene Kamera in Berlin vergeben. Das ZDF ist live dabei. Doch die großen Zeiten hat die Gala hinter sich.
Die Goldene Kamera ist ein Kind des Wirtschaftswunders. Seit 1965 verleiht die TV-Zeitschrift „Hörzu“ die Medienpreise. Doch die Hoch-Zeiten von Glanz und Glamour sind längst vorbei. Heutzutage sind die Trophäen eher ein Beweis dafür, dass Show-Größe verblasst ist. Am Samstag, 20.15 Uhr, werden die Bembel in Berlin zum 46. Mal verliehen – live im ZDF.
Zu den Preisträgern gehört der ehemalige Hollywood-Star Michael J. Fox („Zurück in die Zukunft“). Er erhält einen Preis fürs Lebenswerk, weil sich der Veranstalter einen emotionalen Moment erhofft. Parkinson, bisher unheilbar, bremste den einst jungenhaften Darsteller schon vor Jahren aus. Aber Fox gab nicht auf. Der 49-Jährige gründete eine Stiftung, die sich dem Kampf gegen die Krankheit widmet. Seine Autobiografie nannte er „Lucky Man“, glücklicher Mann.
Warum Gloria Gaynor?
Ein weiterer Preis fürs Lebenswerk geht bei einem vielseitigen Künstler wie Armin Mueller-Stahl (80, „Die Buddenbrooks“) in Ordnung. Er war Star in beiden deutschen Staaten und schaffte es sogar in Hollywood. Warum aber Disco-Sängerin Gloria Gaynor (61, „I Will Survive“) gerade jetzt einen Preis für ihr Schaffen erhält? Vermutlich haben attraktivere Kandidaten abgesagt.
Dann die Preise für leidlich angesagte Künstler. John Travolta erhält eine Trophäe als „bester internationaler Schauspieler“. Klar, der 56-Jährige hat Verdienste. „Saturday Night Fever“, „Grease“, auch „Pulp Fiction“ sind Kult. Aber zuletzt war es doch ruhiger um ihn. „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ floppte.
Ein weiterer Goldener-Kamera-Mann, der den Zenit seiner Karriere überschritten hat: Italo-Popstar Eros Ramazotti. Er wird für die „beste Musik international“ ausgezeichnet.
Dagegen ließ sich der Preis für Lena Meyer-Landrut (19) für die „beste Musik national“ nicht vermeiden – allein weil sie den Sieg beim Eurovision Song Contest holte.
Die TV-Preise indes sind, wie immer, noch nicht vergeben. Als beste Filme nominiert: „In aller Stille“, die „Tatort“-Folge „Wie einst Lilly“ und „Zivilcourage“, allesamt vom Ersten. Bei den Mimen haben Nina Kunzendorf, Anna Loos und Carolina Vera, Ulrich Tukur, Herbert Knaup und Max Riemelt Chancen.
Moderiert wird die Sause von Hape Kerkeling. Er hätte übrigens auch gern das ESC-Finale präsentiert. Doch da ist Stefan Raab vor.
14:58
Ja, ja. Früher war alles besser. Da waren die Wiesen noch grün und die Welt in Ordnung.
Was soll dieses Gejammer.
10:47
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