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Frischfleisch für Organhändler

17.02.2008 | 23:01 Uhr
Frischfleisch für Organhändler

TV-PREMIERE. Pro Sieben zeigt Neuverfilmung des legendären TV-Klassikers "Fleisch" mit Jutta Speidel.

MÜNCHEN. Gesunde junge Menschen als "Frischfleisch" für skrupellose Organhändler: Mit dem brisanten TV-Thriller "Fleisch" schrieb der renommierte Regisseur und Autor Rainer Erler 1979 Fernsehgeschichte. Der Film mit Jutta Speidel und Herbert Herrmann als gejagtem Touristenpärchen entfachte Ängste vor dem Missbrauch von Organspenden und wurde in mehr als 120 Länder verkauft. Der Privatsender Pro Sieben hat den Regisseur Oliver Schmitz mit einer Neuauflage des TV-Klassikers beauftragt und zeigt das Remake heute Abend.

Ein Millionär hat das Herz bestellt

In den Hauptrollen der Neuverfilmung, die in Südafrika gedreht wurde, sind Theresa Scholze ("Zwei Engel für Amor") und Sebastian Ströbel ("Arme Millionäre") zu sehen. Die beiden Jungdarsteller spielen das frischvermählte deutsche Pärchen Marisa und Frank, das seine verspäteten Flitterwochen in Südafrika genießt - allerdings nicht lange, denn plötzlich taucht wie aus dem Nichts ein unheimlicher Krankenwagen auf, aus dem brutale Männer springen, die Frank kurzerhand kidnappen.

Marisa nimmt die Beine in die Hand und kann knapp entkommen - ihre Flucht, die sie bis in die verwinkelten Gassen eines Townships führt, dominiert das rasante erste Drittel des Thrillers. Danach gerät der Film in etwas ruhigeres Fahrwasser: Gemeinsam mit dem farbigen Barbesitzer Biko (Tony Kgoroge) macht sich Marisa auf die Suche nach ihrem Mann und findet heraus, dass er von einer internationalen Verbrecherorganisation gefangen gehalten wird, die reichen Patienten menschliche Organe auf Bestellung liefert. Die Zeit drängt, denn Franks Herz ist schon für einen Millionär reserviert. Doch es ist für Marisa und Biko alles andere als leicht, sich in die Klinik der Organmafia einzuschleusen, denn die Entführer haben eine Fahndung nach Marisa ausgelöst - mit der Behauptung, sie sei aus der Psychiatrie ausgebrochen und habe einen Polizisten getötet.

Auch "Die Brücke"

wird neu verfilmt

Leider kann es die Pro-Sieben-Neuverfilmung mit Rainer Erlers im US-Staat New Mexico spielenden Original von 1979 nicht aufnehmen, das damals ein echter Reißer war. Die Story des Remakes ächzt zuweilen unter logischen Brüchen, die Dialoge sind hölzern, und das Ganze wirkt manchmal unfreiwillig komisch.

Eine gewisse Spannung kann man dem Film trotzdem nicht absprechen, außerdem macht Hauptdarstellerin Theresa Scholze ihre Sache sehr gut. Die hübsche 28-Jährige aus Potsdam überzeugt vor allem in den Szenen, in denen sie im Stil von "Lola rennt" durchs Gelände hetzt. "Theresa Scholze passt wunderbar in die Fußstapfen von Jutta Speidel, die meinen Kultfilm von 1979 prägte", lobte Altmeister Erler die Schauspielerin.

"Fleisch" ist nicht das einzige Remake eines Fernsehklassikers, an dem sich Pro Sieben in jüngster Zeit versucht hat: Vor kurzem zeigte der Privatsender eine Neuverfilmung der "Schatzinsel", außerdem verfilmte der Münchner Sender dieser Tage den legendären Antikriegsfilm "Die Brücke" neu. Geplant ist auch ein Remake des "Seewolfs".

Vor gut einem Jahrzehnt hatte Sat.1 vier Neuverfilmungen deutscher Spielfilmklassiker ins Fernsehen gebracht: "Die Halbstarken" mit Til Schweiger, "Charlys Tante", "Das Mädchen Rosemarie" mit Nina Hoss (alle 1996) und "Es geschah am hellichten Tag" mit Joachim Król und Barbara Rudnik.

MARTIN WEBER



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