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Erst Tierärztin, dann Millowitsch

12.03.2009 | 16:16 Uhr
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Erst Tierärztin, dann Millowitsch

Köln. Mariele Millowitsch, die jüngste Tochter des Kölner Ur-Gesteins Willy, promovierte zunächst über Bandscheiben von Dackeln, bevor auch sie Schauspielerin wurde. Bald ist sie im ZDF-Krimi wieder als "Marie Brand" zu sehen.

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Mariele Millowitsch in der Rolle der Marie Brand:

Nach dem erfolgreichen Start der Krimireihe mit Mariele Millowitsch als Marie Brand und Hinnerk Schönemann als Jürgen Simmel im Dezember 2008 zeigt das ZDF am Sonntag, 12. April, 20.15 Uhr die dritte Folge „Marie und die Nacht der Vergeltung”.

Eine vierte Folge wird gerade gedreht und soll im Dezember folgen.

Zwei Konstante gibt es im Leben der Mariele Millowitsch: die Bühne und der Dackel. Von ersterer wollte sich die jüngste Tochter der legendären Kölner Schauspielerfamilie lösen und schaffte es nicht. Die Dackel aber blieben. Das heißt, sie kamen und gingen, wie damals „Sophie”, die unter der Bandscheibe litt, oder „Hans-Günther”, der zurzeit alt und fidel an Frau Millowitschs Seite lebt.

Über des Dackels Bandscheibe hat die Tierärztin Dr. med. vet. Mariele Millowitsch tatsächlich promoviert, die Frau, die man im Fernsehen als Girl Friend Marie, als Krankenschwester Nikola, Familienanwältin Hanna oder inzwischen als Kommissarin Marie Brandt kennt. 53 Jahre ist sie inzwischen, und wenn sie einem ganz schlicht in Jeans und grauem Pulli gegenübersitzt, denkt man nur: Herrgott. Ist die aber nett.

Die sympathische, patente Mittvierzigerin ist die Paraderolle der Mariele Millowitsch. „Ich hab's halt gern freundlich”, sagt die Kölnerin. „Selbst wenn ich nicht gut drauf bin, ziehe ich die Mundwinkel nach oben. Die Leute reagieren sofort auf ein freundliches Gesicht. So ein Gefühl geht nach innen. Sie möchten doch auch nicht mit so 'nem Muffkopp rumlaufen?”

Lange Gesichter bei den Eltern

Mariele Millowitsch als Marie Brand. Foto: ZDF /Reinhard Rosendahl

Harmonie ist ihr wichtig, dabei musste Mariele Millowitsch ihre innere Mitte lange suchen. Ihr Vater Willy sang „Schnaps, das war sein letztes Wort” und „Ich bin ene Kölsche Jung”. Über 40 Jahre lang brachte sein rheinischer Humor die Nation zum Lachen, anfangs immer dabei: Sohn Peter (der heute das Theater an der Aachener Straße führt) und die Töchter Katarina (inzwischen pensionierte Oberstudienrätin), Susanne (heute Buchhändlerin) und eben Marie-Luise, die Kleine, genannt Mariele.

Bereits mit sieben Jahren stand Marie-Luise im Rampenlicht. Nach dem Abitur aber entschied sie: München statt Köln, Tiermedizin statt Schauspielerei. „Als ich das den Eltern sagte, gab's ganz schön lange Gesichter im Wohnzimmer.“

In die Praxis zog es sie aber doch nicht. Man sah sie im Rateteam von „Pssst”, in einigen Tatorten und plötzlich in Serie: Mit über 40 Jahren wurde Mariele Millowitsch zum Fernsehstar. „Den Weg über die Tiermedizin würde ich sofort wieder wählen”, sagt sie rückblickend. „Das führte zu meiner Identität.” Sie empfinde diese Entwicklung als Vorteil: „Ich bin nie nur um der Schönheit willen besetzt worden. Ich konnte in ein Rollenfach hineinwachsen. Das ist ein Luxus: Ich habe die Zeit bekommen, die ich brauchte.”

"Ich bin Freiheitsfanatiker"

Hätte ihr Vater, der den Kommissar Klefisch spielte, denn eine Reihe wie die ZDF-Krimiserie „Marie” gemocht? „Ich glaube schon. Die Serie ist nicht zynisch, nicht ironisch. Es gibt heitere Momente, in denen Licht ist.”

Licht, Offenheit, Freiheit, das ist ihr wichtig. Mariele Millowitsch engagiert sich für diverse Hilfsorganisationen, ist Mitglied bei Ärzte ohne Grenzen oder spürt für den Naturschutzbund in der Lausitz Wolfsfährten auf. „Menschenwürde ist in meinem Leben wirklich wichtig. Ich bin Freiheitsfanatiker.” Statt über die Wirtschaftskrise zu jammern, könnten wir „doch dreimal täglich Danke rufen”.

Perkutane Diskektomie

Zurück zu Hans-Günther, der einen Doppelnamen trägt, weil er nun mal ein langer, schmaler Dackel sei. 14 Lenze zählt der schon, an der Bandscheibe hat er's aber nicht. Obwohl, das erklärt Mariele Millowitsch ausführlich und sehr fachspezifisch, die Hunderasse Dachshund eben besonders häufig von ausgetrocknetem Bandscheibenmark betroffen sei. Die „perkutane partielle Diskektomie als alternative Behandlungsmethode beim Bandscheibenvorfall des Dackels” könne sie jedenfalls nicht empfehlen. „Das ist Kappes, viel zu teuer.”

Viel Wirbel um nichts also.

Susanne Schild

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