Das aktuelle Wetter NRW 14°C
China

Erdbeben tötet 400 Menschen

14.04.2010 | 15:11 Uhr
Erdbeben tötet 400 Menschen

Peking. Nach schweren Erdstößen in Nordwestchina kämpfen die Rettungskräfte um das Leben der Menschen. Zehntausende wurde durch das Beben verletzt, viele Menschen sind obdachlos.

Bei schweren Erdstößen sind gestern in Nordwestchina etwa 400 Menschen ums Leben gekommen, Zehntausend wurden verletzt. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur „Xinhua“. Das Beben mit einer Stärke von 7,1 auf der Richterskala erschütterte die Präfektur Yushu gegen 7.49 Uhr Pekinger Zeit. In den folgenden Stunden kam es zu weiteren, teils sehr heftigen Nachbeben.

Wohnhäuser, Geschäfte und Schulen brachen zusammen. „Die meisten Häuser sind zerstört“, sagte ein Funktionär, „wir suchen fieberhaft nach Verschütteten.“ Die Stromversorgung und das Telefonnetz brachen vielerorts zusammen. Erste Bilder – zum Teil mit Handys aufgenommen und über das Internet verbreitet – zeigten Verletzte mit Kopf- und anderen Wunden, die sich auf die Straßen der Kreisstadt Jiegu geflüchtet hatten.

Schüler noch nicht in den Klassen

Die Mehrheit der Bewohner sind Tibeter. Wie viele Menschen gestern Abend noch unter den Trümmern lagen und wie viele Kinder und Jugendliche unter den Opfern sind, blieb zunächst unklar. Die meisten Schüler seien wegen der frühen Morgenstunde noch nicht in den Klassenzimmern gewesen, hieß es. In einigen Schüler-Wohnheimen waren bis gestern Abend Ortszeit allerdings womöglich Jugendliche begraben. „Unsere erste Aufgabe ist es, die Schüler zu retten“, erklärte der Armee-Offizier Kang Zifu in Jiegu. „Schulen sind immer Orte mit vielen Menschen.“

Da Bagger und anderes schweres Gerät fehlten, gruben die Retter zunächst mit Schaufeln und bloßen Händen. Hilfsmannschaften brauchten einige Zeit, die zerstörten Ortschaften zu erreichen. Die Zahl der Todesopfer werde steigen, sagte Wu Yong, der Chef des örtlichen Militärs. „Wir stellen nun Zelte auf und schaffen Sauerstoff heran, um die Verletzten zu versorgen.“ Allerdings seien die Straßen zum Flughafen beschädigt. Zudem erschwerten Nachbeben und starker Wind die Rettungsarbeiten. Der Kreis Yushu liegt abgeschieden auf dem Tibet-Qinghai-Plateau, in rund 4000 Metern Höhe. Dort grenzt die Provinz Qinghai an Tibet. Von den rund 250.000 Menschen der Region leben etwa 80.000 in der Kreishauptstadt Jiegu und die anderen verstreut in kleineren Dörfern und Klostersiedlungen. Viele Häuser sind aus Holz, Lehm oder Backsteinen errichtet. Jiegu ist von der Provinzhauptstadt Xining rund 800 Kilometer entfernt, für die Strecke benötigen Autos über schlechte Straßen und Pässe über 24 Stunden. Zum Glück blieb der kleine Flughafen weitgehend heil, er kann ohne größere Probleme angeflogen werden. Er liegt auf einer Höhe von 3.950 Metern über dem Meerespiegel und hat die vierthöchst gelegene Landebahn Chinas. Das erste Rettungsflugzeug erreichte Jiegu am Nachmittag. Die Armee kündigte an, vier Transportmaschinen vom Typ Iljuschin in das Katastrophengebiet zu schicken. Staats-und Parteichef Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao wiesen Armee und Behörden an, ihr Möglichstes zu tun, um „Leben zu retten und den Menschen zu helfen“. Hilfskonvois wurden aus den umliegenden Provinzen über die Straßen in Marsch gesetzt.

Nachbeben erwartet

Die Pekinger Regierung kündigte an, dass sie 5000 Zelte und je 50.000 Decken und Mäntel in die Region schicken werde. Nachbeben mit einer Stärke von rund 6 auf der Richterskala seien für die nächsten Tage zu erwarten, warnten Vertreter des Chinesischen Netzwerkes von Erdbeben-Forschungsstationen. Die etwa zweihundert Kilometer entfernte Trasse der Tibet-Eisenbahn sei nicht beschädigt worden. Aus einem möglicherweise gefährdeten Stausee wurde das Wasser abgelassen, um einen Bruch des Damms zu verhindern.

Jutta Lietsch

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3474536/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musiker im ESC Finale
Bildgalerie
ESC 2012
Tanz-Queen Magdalena Brzeska
Bildgalerie
Let's Dance
Roman Lob in Baku
Bildgalerie
ESC 2012
ESC-Delegations-Party
Bildgalerie
ESC 2012
Aus dem Ressort
"Monpti" - eine Hommage an die große Romy Schneider
Fernsehen
30 Jahre nach ihrem Tod widmet 3sat der großen Schauspielerin ein Filmreihe. „Sissi“ ist nicht dabei, aber die Reihe spiegelt die Schaffenskraft wider. Los geht es am Sonntagabend mit „Monpti“, einem Film aus den 50er Jahren.
RTL II bestreitet, für Übertreibungen gezahlt zu haben
„Gangster“-Doku
Nach einem RTL-II-Bericht über angebliche Gangster und Gewalt in Hochheide widerspricht der Fernsehsender den Vorwürfen der gefilmten Jugendlichen. RTL II habe kein Geld bezahlt, um übertriebene Aussagen zu erhalten. Die Produktionsfirma habe lediglich „Motivkosten“ erstattet.