Entspannt euch, es ist nur der ESC - Kommentar

Keine populäre Entscheidung: Andreas Kümmert tritt nicht beim ESC-Finale an.
Keine populäre Entscheidung: Andreas Kümmert tritt nicht beim ESC-Finale an.
Foto: dpa
Die offenbar spontane ESC-Absage von Sänger Andreas Kümmert sorgt für Empörung. Warum wir nicht vorschnell urteilen sollten. Ein Kommentar.

Essen.. Die Entscheidung von Andreas Kümmert, nicht am Finale des Eurovision Song Contest teilzunehmen, erhitzt auch am Morgen nach dem Vorentscheid die Gemüter. "Warum hat er überhaupt teilgenommen?", fragen verärgerte Nutzer auf Twitter. "Eine Schande", ätzen andere und wollen ihr Geld für getätigte Telefonanrufe zurück.

Dabei sollten wir doch alle erstmal durchatmen, bevor wir jetzt losstänkern. Es ist mutig, eine Herausforderung anzunehmen. Es ist aber mindestens genauso mutig, die eigene Überforderung einzugestehen.

ESC-Eklat "Ich bin nicht wirklich in der Verfassung, diese Wahl anzunehmen", erklärte der Sänger am Abend seinen offenbar spontanen Rückzug. Was genau er damit meint, lässt er offen. Eine nicht auskurierte Grippe, Angst vor dem zu erwartenden Rummel oder die Vorwürfe, er habe Fans während eines Konzerts beleidigt? Nicht mehr als Spekulation, auf deren Basis man nicht vorschnell urteilen sollte.

Wie auch immer: Leicht wird Kümmert das öffentliche Eingeständnis nicht gefallen sein. Aber augenscheinlich war der Sänger in diesem Moment in großer Sorge um sich und seine Gesundheit. Und vielleicht auch ein wenig darum, ob er Deutschland angemessen beim ESC vertreten kann. Dieser Entschluss verdient erstmal Respekt.

Kümmert hat eine unpopuläre Entscheidung getroffen, aber er steht für sich selbst ein - und dafür darf es nie zu spät sein.

Und: Es ist schließlich nur der Eurovision Song Contest. Nicht mehr und nicht weniger.