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Eine Geschichte um Sein und Schein

14.10.2007 | 16:35 Uhr

Mainz. Ausgerechnet Finn (Stephan Kampwirth) ermittelt. Er war einst Rosas (Silke Bodenbender) große Liebe. Foto: ZDF Falsche Fährten, unter den Teppich gekehrte Familiengeheimnisse und dazu eine frische Brise Ostsee-Luft:

Wirklich sehenswert ist das hochkarätig besetzte Krimidrama Der Tote am Strand (ZDF, 20.15 Uhr).

Nach über 15 Jahren kehrt Rosa (Silke Bodenbender) aus den USA zu ihrer Familie nach Heiligenhafen zurück. Ihre Beziehung ist gescheitert, sie sucht einen Neuanfang. Dafür muss sie sich mit ihrem Vater (Hans Peter Hallwachs) aussprechen, der aber jeden Kontakt zu ihr abgebrochen hat. Nun steht sein 70. Geburtstag vor der Tür. Ein guter Anlass also, um reinen Tisch zu machen.

Friedrich Liebmann (der Name wurde nicht ohne gewisse Ironie gewählt) ist ein Tyrann, der den im Ort angesehenen Clan mit strenger Hand führt. Herzenswärme im Umgang mit seiner Familie ist ihm fremd. Ganz gleich, ob es sich um seine Frau (Monica Bleibtreu) handelt. Oder um seinen Sohn Achim (Justus von Dohnanyi), Tochter Regina (Birge Schade) oder Schwiegersohn Ole (Matthias Brandt), die alle im familieneigenen Immobiliengeschäft arbeiten.

Rosa reist heimlich an. Sie will ihren Vater am frühen Morgen an seinem Lieblingsplatz im Strandkorb überraschen. Zur Aussprache kommt es nicht. Friedrich Liebmann ist tot, er wurde erschossen. Die Familie ist geschockt, aber niemand scheint wirklich um ihn zu trauern. Die Ermittlungen übernimmt Kommissar Finn (Stephan Kampwirth, gebürtig aus Neheim), der einmal Rosas große Jugendliebe war. Bald wird klar, dass jeder ein Motiv für den Mord hat, auch Rosa. Bei ihr und Regina werden traumatische Kindheitserinnerungen wach. Achim plagt sich mit Geldsorgen, die Mutter hat ein Verhältnis in Hamburg. Die feine Famlienfassade bröckelt . . .

Drehbuchautor Daniel Douglas Wissmann orientierte sich an Barbara Krohns Roman "Rosas Rückkehr". Regisseur Martin Enlen setzte den dramatischen Stoff, bei dem es nicht nur um die Tätersuche, sondern auch um die Geschichte einer Familie zwischen Sein und Schein geht, atmosphärisch dicht, wendungsreich und spannend bis zur allerletzten Minute um. Ein Klasse-Krimi, gut gespielt noch dazu.

Von Susanne Manasterni

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