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Großes Kino

Duo infantile

18.10.2008 | 12:38 Uhr

Schlussendlich ist alles eine Frage der Erwartungshaltung - also seien Sie vorgewarnt: Nicht weniger als (handgestoppte) neun Minuten Netto-Klopperei und stolze 113 (per Strichliste) mitprotokollierte Magenhiebe, Maulschellen und Backpfeifen erwarten Sie.

Immer feste druff: Das Krokodil (Terence Hill, r.) und sein Nilpferd (Bud Spencer) haben wieder zugebissen. Foto: Kabel1

Wer noch mehr vertragen kann, müsste schon als Sparringspartner der Klitschkos anheuern.

Bei einem "Film" wie Das Krokodil und sein Nilpferd (Mo., 20.15 Uhr, Kabel1), der in Sachen Anspruch zweifelsohne im Minusbereich wildert, wird der Cineast natürlich auf Diät gesetzt. Der Fan infantiler Dreschflegelei und alberner Sprüche (Nasen dürfen hier ungestraft als "Gewürzgurken" tituliert werden) freut sich jedoch über einen Quatschbraten mit extra viel Soße.

Unweigerlich werden bei diesem schablonenhaften Actionbrüller von 1979 selige Kindheitserinnerungen wach - an Kino-Matineen mit den Zelluloid-Antworten auf Asterix & Obelix: Bud Spencer gibt den menschlichen Sandsack mit Nachschlag-Garantie, der als Kind in einen Trog voller Barthaare gefallen sein muss; das blondierte Blauauge Terence Hill windet sich derweil listenreich aus jeder Bredouille. Überraschen kann das im x-ten Aufguss nicht mehr, unterhalten hingegen schon. Oder anders: Selten hat man sich besser unterhalb der eigenen Niveauschwelle amüsiert.

Als ohrfeigengesichtiges Fallobst zieht hier übrigens ein fieser Trupp Wilddiebe ins Feld, der halb Afrika leerjagen will. Was uns zur sympathischen Botschaft des Machwerkes führt: Tieren gehört die Freiheit, der Schwarze Kontinent seinen Ureinwohnern - und die Faust aufs Auge. Rumms.

Carsten Dilly

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