DSDS – Der Fremdschäm-Stadl von Dieter Bohlen ist zurück
08.01.2012 | 08:41 Uhr 2012-01-08T08:41:01+0100
Essen. Nackte Tatsachen, Volldeppen, viel Inszenierung: „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), Dieter Bohlens Fremdschäm-Stadl auf RTL, ist zurück. Die Hoffnung, dass es bei DSDS durch neue Konkurrenz wie „The Voice“ doch noch mal um Musik gehen könnte – sie ist erloschen. Die Freaks regieren.
Wer die neunte Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ guckt und gute Stimmen erwartet, war die letzten Jahre im Dornröschenschlaf oder ist dumm. DSDS ist Trash, medial vorgeführter Müll, Dauer-Ohrenbluten auf RTL. Oder mit anderen Worten: ein Grund zum Fremdschäm-Rudelgucken vorm TV. DSDS hat sich mit der neunten Staffel endgültig vom Thema Musik-Castingshow entfernt, und ist nun irgendwo zwischen Scripted-Reality, Sitcom und Doku-Soap gelandet.
Direkt vom ersten Kandidaten der neunten DSDS-Staffel , Marcello Ciurlia, lässt sich der Gesang überhaupt nicht beurteilen. Statt ihn singen zu lassen, zeigten die DSDS-Produzenten, wie viele Kameraeinstellungen, Zeitlupen und Ton-Effekte sie in 30 Sekunden während Marcellos Auftritt unterbringen konnten. Es waren geschätzte 37 „Special-Effects“. Bohlen und Co. drückten Marcello ein Ticket für den Recall in die Hand. Nun ja: Auch das sagt nicht viel über die Gesangsqualität aus.
Mitleid muss man mit den DSDS-Kandidaten nicht haben
Christin Nititzki (22) - nach eigenen Angaben „suchend im Ausbildungsbereich“ - war so schräg, dass man hofft, dass sie eine Erfindung von Drehbuchautoren ist. Sie habe keinen Freund, aber in ihrem Leben bislang „drei One-Night-Stands“ gehabt - jedes Jahr einen, erzählt die mollige Frau und räkelt sich lasziv vor der Kamera. Zudem sei sie musikalisch genau „Mittelmaß“, also „das Richtige für DSDS“. Warum auch immer, versteckte sich die Jury vor Christins Auftritt hinter einem Tisch. Nititzki musste dann vor leeren Jury-Stühlen den Song „Sexy and I Know It“ (LMFAO) tanzen – eine Anspielung auf die „Blind Auditions“ von „The Voice of Germany “? Das Singen, untermalt vom „Psycho“-Soundtrack”, war noch schlimmer. „Es war nicht gut, es war nicht schlecht, es war sauschlecht, richtig gruselig“, sagt Bohlen.
Deutlicher wird der „Pop-Titan“ bei Kenan Yildiz (19). Der hatte seinen Text nicht gelernt, traf die Töne nicht, konnte keine ganzen Sätze bilden und fragte vorsichtshalber: „Darf ich es mehrmals versuchen, wenn ich abkacke?“ Darf er nicht. „Du hast weniger Töne getroffen als ein peruanischer Nackthund Haare am Arsch hat“, bilanziert Bohlen. Mitleid muss man mit dem peinlichen Kandidaten nicht haben. Wer nach acht abgedrehten Staffeln die oftmals menschenverachtenden Sprüche und Spielregeln bei „DSDS“ nicht kennt, dem ist nicht mehr zu helfen – der ist dann reif fürs „Big Brother“-Haus.
Luca Hänni ist für Dieter Bohlen der „Bravo-Boy 2012“
Eine Runde weiter ist Mädchenschwarm Luca Hänni (16) aus Uetendorf in der Schweiz, der derzeit eine Lehre als Maurer macht. „Warst du so scheiße in der Schule, kein Bock gehabt?“, fragt Bohlen. „Nein, ich wollte nicht studieren“, antwortet Luca. Er singt „One Step Closer“ von Myron. Ein paar Töne trifft der brünette Schweizer mit dem Boyband-Look. Reicht nach all den Lachnummern zuvor für Jubelstürme bei Bohlen: „Du bist der prädestinierte Bravo-Boy des Jahres 2012“. Viele Tausende verliebte Teenie-Mädels kratzen wohl schon jetzt ihr Taschengeld zusammen, um für eine mögliche Mottoshow-Teilnahme ihres neuen Idols Prepaid-Karten zu kaufen.
Sascha, ein Umzugshelfer aus Mannheim, nuschelt irgendwann „Böörlin Cööty Gööörl“ (Berlin City Girl – Culcha Candela) in roter Hose und rotem Polo-Shirt. Die Ohren bluten. Das Publikum sitzt in Lauerstellung und wartet auf den fiesen Bohlen-Spruch, über den die Medienethiker debattieren werden. „Du kannst nicht singen“, sagt Bohlen. Nanu, hat die Landesmedienanstalt den Bohlen gezähmt oder ist das Altersmilde?
Bohlen will „keine Furz-Fontänen“
Werbepause. Danach flitzt der Kandidat Alexander Fähnrich aus Graz im goldenen String-Tanga durchs Bild. „Deutschland, ihr seid alle Schlappschwänze, jetzt kommt der richtige Partyboy“, hatte er vorher angekündigt. Der Typ wollte ein Idiot sein. DSDS, diese als Musikshow getarnte Comedy-Serie, bot ihm die nötige Plattform. Bohlen treffend: „Wir brauchen Vulkanausbrüche und keine Furz-Fontänen.“ Der Kandidat darf sich freuen: Er ist nun in Deutschland bekannt. Künftig wird er seinen knackigen Popo auf Mallorca oder in ranzigen Dorfdiscos („Special Guest: Partyboy von DSDS“) für eine Abendgage von 20 Euro Schnapsleichen ins Gesicht stupsen dürfen.
Lediglich Guillaume Albert (27) aus der Schweiz konnte gut singen („Somewhere Over The Rainbow“). Gut reichte bei Bruce Darnell, Neu-Jury-Mitglied und von RTL als „Deutschlands Stil-Ikone“ vorgestellt, für einen Tränenausbruch. Nina Eichinger saß übrigens nicht mehr in der DSDS-Jury. Ihre Rolle – blonde Frau, die nix zu sagen hat – ist nun mit Natalie Horler („Cascada“) besetzt.
Heulende Mädchen, Hass-Tiraden und Hartz IV-Schicksale gab es in der Auftaktfolge nicht. Die folgen, ganz sicher, dann aber am Mittwoch um 20.15 Uhr auf RTL– in Folge zwei der Casting-Peinlichkeiten.
23:58
Keiner wird gezwungen.
1x gesehen und es hat gereicht.
Die Privaten sind eh Sondermüll-Programme(nicht alle,aber immer mehr)
23:50
Die Einschaltquoten sprechen für sich.
Nicht nur die Unterschichten schauen.
22:07
D ieters
S uper
D eppen
S uche
:o(
.
21:27
Nö, fremdschämen muss man sich da nicht. Schämen muss man sich nur selber, wenn man den Ausschaltknopf nicht gefunden hat...
16:42
Wer guckt so einen Schwachsinn? Naja ziemlich Arm
16:08
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15:41
Fremdschämen von Bellevue bis Bohlen...
15:32
also ich bewundere den Didder.
Der ist sich für nichts zu Schade und dem is vor nix fies.
Ob Würstchen-Werbung, unterirdische Trickfilme oder eben dieser mediale Dünnpfiff: Wenn der Rubel rollt, ist der Didder dabei ... Respekt !.
Ich könnt das nicht, ich müsste ko ....
15:18
Superstar? Welcher Superstar denn, bisher hat diese Niveaulose Ballerburgschiene doch nicht einen ECHTEN Star hervorgebracht. Einige wenige der ehemaligen"Kandidaten" haben ein klein wenig Erfolg noch, wie Klaws der zum Musikal wechselte und dort als Tarzan eine Hauptrolle hat. Alle anderen "Superstars" sind heute doch nur noch Z-Promis ohne A in der Hose, die Dorfdiscos abdudeln. Vor Bohlen ist ebend auch NACH Bohlen - sobald sie abgemolken sind, verschwinden sie wieder in der Versenkung...in 2 Jahren spricht keiner mehr von Pietro und Co. - Für echte Stars fehlt dem Kindergarten ebend das gewisse Etwas.
Ich für meinen Teil fühle mich bei The Voice of Germany besser aufgehoben was das Können der Leute angeht und auch die Fähigkeiten der Jury, die aus ECHTEN VOLLBLUTMUSIKERN & STARS mit Langjähriger Erfahrung auf der Bühne und im Studio besteht und nicht aus Leuten die nur gut aussehen aber von "Tuten und Blasen" KEINE AHNUNG haben. Und nur weil Bohlen etwas mehr Glück hatte als Produzent, ist er nicht der Liebe Gott der über Deutschlands Künstler entscheidet. Seine "Beisitzer" sind weder Jury noch Fachlich kompetent dazu... es bleibt halt seichte, niveaulose Abendunterhaltung für geistig Minderbemittelte...
In diesem Sinne...
Ein auf eine längere Bohlenlose Zeit hoffender DEI
Die Kandidaten bei The Voice werden genauso eine kurze Halbwehrzeit haben wie alle anderen Castingkandidaten...
15:16
Wieso Fremdschämen, ist doch Deutsches Poltik Niveau (Sauerland, Wulff usw.) und in weiten Teilen Bevölkerungsniveau!
ARMES DEUTSCHLAND