Dreharbeit änderte Sicht auf die Barschel-Affäre

Matthias Matschke (li.) spielt in einem ARD-Politkrimi den damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel.
Matthias Matschke (li.) spielt in einem ARD-Politkrimi den damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Während des Drehs zu "Der Fall Barschel" hatte Matthias Matschke am meisten damit zu kämpfen, den toten Politiker in der Badewanne zu verkörpern.

München.. Während der Dreharbeiten zum ARD-Fernsehfilm "Der Fall Barschel" ist Hauptdarsteller Matthias Matschke (47) seine Theorie zum Tode des CDU-Politikers Uwe Barschel ordentlich durcheinandergeraten. "Ich hatte eine Theorie, aber die wurde innerhalb der Dreharbeiten so hin und her geworfen, dass ich ständig umstellen musste, was ich bisher gedacht habe", sagte Matschke am Freitagabend beim Degeto Film-Empfang während des Münchner Filmfests.

DNA-Spur Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Barschel trat 1987 wegen einer Spitzelaffäre zurück. Kurz darauf wurde er in einer Badewanne eines Genfer Hotels tot aufgefunden. Das Bild des toten Politikers in der Badewanne brannte sich ins kollektive Gedächtnis ein.

Matschke: "Bedrückende Erfahrung"

Diese Szene zu spielen sei eine der schwierigsten gewesen, sagte der Schauspieler. Er habe über eine Stunde mit flacher Atmung in der Wanne gelegen und habe nur noch herausgewollt. "Die letzten Minuten eines Menschen nachzuspielen ist eine bedrückende Erfahrung."

In den 80er Jahren sorgten der Aufstieg, der tiefe Fall und der Tod des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel für viel Aufregung. Die ARD hat im Oktober letzten Jahres mit den Dreharbeiten zum zweiteiligen Politkrimi "Der Fall Barschel" begonnen.


Barschel war 1987 zurückgetreten, nachdem bekanntgeworden war, dass sein Referent im Wahlkampf den SPD-Kandidaten Björn Engholm hatte bespitzeln lassen. Kurz darauf wurde Barschel in einer Badewanne eines Genfer Hotels tot aufgefunden. (dpa)