Dortmunder wollen beim ESC für Deutschland singen

Die Band "Klangpoet" will Deutschland als das repräsentieren, was es ist, eine "eine multikulturelle Kunstschmiede“.
Die Band "Klangpoet" will Deutschland als das repräsentieren, was es ist, eine "eine multikulturelle Kunstschmiede“.
Foto: dpa
Klangpoet heißt eine Multi-Kulti-Truppe, die am Donnerstagabend eine Wildcard ergattern will. Der NDR zeigt die Sause in Hamburg live.

Hamburg.. Keine Fußball-Weltmeisterschaft, keine olympischen Spiele. Da fällt die Prognose leicht, dass das Finale des Eurovison Song Contests zum Top Fernsehereignis des Jahres wird. 100 Millionen Menschen werden wohl einschalten, wenn die Show am 23. Mai in Wien über die Bühne geht. Am Donnerstagabend (NDR, 22 Uhr) wird der letzte freie Platz für den deutschen Vorentscheid vergeben. Stark interessiert an der so genannten „Wildcard“ ist auch eine Band aus Dortmund.

Klangpoet heißt sie, besteht aus „drei Mal Gesang und ein Mal Gitarre“ oder auch Leonie, Ekrem, Zett Eins und Haui. Sie singen auf Stadtfesten, in Opernhäusern, Theatern, Clubs oder ganz einfach auf der Straße, singen auf Deutsch, Englisch oder Türkisch. „Wir möchten Deutschland als das Land repräsentieren, was es tatsächlich ist: eine multikulturelle Kunstschmiede.“

Ob dieser Wunsch ausreicht, zeigt sich bei einem Clubkonzert im Veranstaltungszentrum „Grosse Freiheit 36“ in Hamburg. Dort bewerben sich allerdings auch neun andere Interessenten um einen Platz beim Vorentscheid, unter ihnen Alisson Bonnefoy aus Essen. Eine ESC-Teilnahme ist ein alter Traum der gebürtigen Französin, denn „der ESC ist und bleibt das allergrößte und niveauvollste Format für Musiker“.

ESC als "Green Event"

Wer in Hamburg siegt, darf nach Hannover zum deutschen Vorentscheid, bei dem unter anderem auch Andreas Kümmert und Mrs. Greenbird antreten. Bekannte Namen, doch das muss nichts heißen. Im Vorjahr schafften es die Wildcard-Gewinner Elaiza, Konkurrenten wie Unheilig und Santiano zu besiegen und zum ESC nach Kopenhagen zu fahren, wo am Ende Conchita Wurst siegte.

Deshalb geht es in diesem Jahr nach Wien, wo der Komponistenwettbewerb als „Green Event“ ausgetragen werden soll, also möglichst umweltschonend. Der benötigte Strom soll aus regenerativer Energie stammen, Abfall soll vermieden, möglichst wenig Kohlenmonoxid produziert werden. Dieselaggregate wird es nicht geben, und beim Catering sollen hauptsächlich biologische Lebensmittel aus Österreich serviert werden.

Australien erstmalig dabei

Zur 60. Ausgabe haben sich die Veranstalter auch sonst noch etwas besonderes einfallen lassen. Australien wird dieses Jahr zum ersten Mal als Gastteilnehmer dabei sein. Das hat die European Broadcasting Union (EBU) angekündigt. Dabei können eigentlich nur Länder mitmachen, die Vollmitglieder in der Rundfunkunion sind. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber stört das nicht. Zum 60. Geburtstag könne man sich ja „durchaus einmal Gäste einladen“, sagt er. Da sind die Australier dann erste Wahl. Obwohl der ESC am anderen Ende der Welt mitten in der Nacht ausgestrahlt wird, sind die Einschaltquoten sensationell.

Wenn die Australier gewinnen, dürfen sie ihren Titel im kommenden Jahr in Europa auch verteidigen. Auszuschließen ist das nicht. Denn als Kandidaten im Gespräch sind unter anderem Sia, Iggy Azalea, 5 Seconds Of Summer oder Keith Urban. Ein Gerücht hat sich allerdings zerschlagen. AC/DC werden nicht für Australien an den Start gehen.

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