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Die Ludolfs: Vier Brüder vom Schrottplatz

28.04.2009 | 08:05 Uhr
Die Ludolfs: Vier Brüder vom Schrottplatz

Hagen. Die Ludolfs sind Kult: Bei ihrem Sender, dem Spartenkanal DMAX, sowieso. Aber auch bei Switch reloaded (PRO 7, 22.10 Uhr), wo zwei von ihnen, der stoische Günter und Lagermeister Peter, von Michael Müller und Bernhard Hoecker herrlich parodiert werden.

Dernbach im Westerwald. Hier leben die echten Ludolfs: Uwe (57), Günter (55), Peter (53) und Manni (46) - zauselige Männer mit dicken Bäuchen und ungepflegten Bärten. Gemeinsam betreiben sie den berühmtesten Schrottplatz Deutschlands, „Horst und Marianne Ludolf - Autoverwertung” steht in Krakelschrift am Rolltor. Die vier Brüder haben das Geschäft von den Eltern übernommen.

Sie sind bekannt in der Umgebung, nicht nur, weil sie wie Einsiedler wirken, sondern weil ihr Herz für Autos schlägt. Und wie: Schwankenden Angaben von Günter zufolge befinden sich auf dem Ludolf-Gelände zwischen zweieinhalb und fünf Millionen Autoteile, die die Brüder in über 30 Jahren angesammelt haben. Auch deshalb sind sie jetzt Fernsehstars. Aber nicht nur.

Es war im Jahr 2002, als der Südwestrundfunk über das 700-jährige Dorfjubiläum von Dernbach berichten wollte. Der Bürgermeister machte das Filmteam auf die Ludolfs aufmerksam, ein Porträt wurde gedreht, eine zweiteilige Dokumentation folgte.

Marathon

Der Schrottplatzbetreiber Peter Ludolf. (c) Discovery Networks/ddp

Dann entdeckte DMAX, ein Spartensender mit Männerthemen, die Westerwald-Brüder, produzierte ab 2006 eine ganze Serie - „Die Ludolfs - 4 Brüder auf'm Schrottplatz”. Und die war so erfolgreich, dass der TV-Kanal am Neujahrstag 2008 einen 24-stündigen Ludolf-Marathon sendete und gleich in diesem Jahr nachlegte.

Die Männer mit den ölverschmierten Händen sind „in” - zum Tag der offenen Tür vor zwei Jahren kamen 17 000 Menschen, Stau auf der Autobahn A 3 inklusive. Mittlerweile gibt es die sechste Staffel der Serie - ein Ende ist nicht in Sicht. Dabei wird doch nur das Leben und Arbeiten der Schrottplatzbetreiber gezeigt. Aber das hat es in sich, denn es ordnet sich keinem Drehbuch unter. Die arglosen Ludolfs spielen nicht. Sie tun so, als sei die Kamera gar nicht dabei.

Günter wacht über das Telefon in einem Raum, der Arbeits- und Wohnzimmer zugleich ist und der dank dunkler Blümchentapete ganz besonderen Charme versprüht. Günter nimmt die Anrufe entgegen, bis zu 700 können das an guten Tagen sein. Ein Außenspiegel für einen Ford Capri? Kein Problem. Ein Auspuff für einen Golf? Peter, der ein phänomenales Gedächtnis hat, weiß, wenn er nicht gerade schläft, welches Teil er in einem nach Baugruppen sortierten Riesenhaufen einmal abgelegt hat.

Super-Gedächtnis

Ein Griff, und Peter hat es herauszogen. Und wenn ihm das gelungen ist, lässt er sie wieder heraus - seine berühmte Lache, die es als Video auch bei YouTube schon zu Ehren gebracht hat. Uwe, als einziger verheiratet, und Manni schließlich (eigene Bezeichnung: „Kraft und Hand” wegen der Arbeitsteilung) sind für das Abholen und Ausschlachten der Schrottautos zuständig.

Vier Brüder, vier Charaktere, aber alle mit einer oft skurril anmutenden Hingabe zu ihrer Arbeit. „Das ganze Leben ist für uns Auto”, fasst Peter die Weltsicht der Schrotthändler zusammen. Und das ist authentisch und macht den Reiz der Ludolfs aus - bei DMAX und bei auch „Switch reloaded”, spätestens wieder am 5. Mai.

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Susanne Manasterni

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