Die größte ESC-Pleite seit 50 Jahren - Woran hat es gelegen?

Ann Sophie hat ihren Auftritt trotz Erkältung fabelhaft gemeistert. Trotzdem belegte Deutschland den letzten Platz. Foto: dpa
Ann Sophie hat ihren Auftritt trotz Erkältung fabelhaft gemeistert. Trotzdem belegte Deutschland den letzten Platz. Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Auch wenn der ESC ein vornehmlich musikalischer Wettbewerb ist - was wäre die Show schon ohne spektakuläre Bühnenshows oder Outfits?! Ein Résumé.

Wien.. Marschierende Strichmännchen und verunglückter Eiskunstlauf: Der Eurovision Song Contest 2015 ist ein Rummelplatz mit schrägen Vögeln und Attraktionen. Das Wichtigste von der Show auf einen Blick.

Wie war der Eurovision Song Contest? Einige Fragen und Antworten im Überblick:

Die größte ESC-Pleite seit 50 Jahren - Woran hat es gelegen?

Schwer zu sagen. Eigentlich meisterte Ann Sophie ihren Auftritt trotz Erkältung fabelhaft. Im hautengen, schwarzen Anzug sang sie "Black Smoke". Hinter ihr stiegen auf der gewaltigen Videoleinwand Bilder von Rauch auf.

ESC 2015 Lag es an der starken Konkurrenz? Oder daran, dass sich Ann Sophie mit ihren High Heels auf dieser riesigen Bühne kaum bewegen konnte? Sicher sagen lässt sich das nicht. Vielleicht war das Lied auch einfach zu glatt, wie manche Kritiker bemängeln.

Wie gut ist der Gewinner Schweden?

"Heroes" (Helden) von Sänger Måns Zelmerlöw ist ein Ohrwurm, eine Hymne zum Mitgrölen. Guter Pop, aber ganz gewiss kein Meilenstein. Eindrucksvoller als das Lied war aber wohl die Bühnenshow: Der 28-jährige Sänger in glänzender Lederhose ließ auf der schwarzen Videoleinwand weiße Strichmännchen marschieren. Mit Lichtern und andere visuellen Effekten holte er wirklich alles aus der Bühne heraus. Schweden trägt nun 2016 zum sechsten Mal den Wettbewerb aus.

Wie war die Show in Wien insgesamt?

Unterhaltsam, aber nicht spektakulärer als andere ESC-Shows. Pop, Trommler, Folklore, Swing, Klassik oder Electro-Nummern - musikalisch war in fast vier Stunden so gut wie alles dabei. Die bärtige Dragqueen Conchita Wurst schwebte zu Beginn durch die Halle. Eindrucksvoll war die schwergewichtige Sängerin aus Serbien, die den Saal zum Kochen brachte.

Fernsehen Percussionist Martin Grubinger ließ es in der Abstimmungsphase krachen. Wenn man auf Lichteffekte und Popmusik steht, findet man das Klasse. Für Fans von Tiefgang war es nichts.

Wer legte den peinlichsten Auftritt hin?

Dieses Jahr waren die Künstler im Finale vergleichsweise glatt und alle enorm professionell. Man möchte fast sagen: leider. Manches Schräge gab es doch zu sehen: Die slowenische Kandidatin Maraaya trug auf der Bühne riesige Kopfhörer. Als ob das nicht reichte, fuchtelte neben ihr jemand wild auf einer imaginären Geige herum. Georgien schickte eine Art Kriegerprinzessin. Und bei Aserbaidschan erinnerte ein Tanzpaar mit wilden Verrenkungen an Eiskunstlauf auf dem Trockenen. Tiefpunkt waren die Briten mit ihrem Electro Swing.

Wer hatte das gewagteste Outfit?

Oh, là, là: Ein Glück, dass die Punktevergabe nach Mitternacht über die Bühne ging. Viele Abendkleider waren nicht ganz jugendfrei. Ann Sophie war noch vergleichsweise züchtig angezogen. Die Griechin Maria Elena Kiriakou trug ein weites Dekolleté bis zum Nabel zur Schau. Die Russin Polina Gagarina zog sich im sexy Marylin-Monroe-Stil an. Dass man aber noch weniger Stoff am Leib haben kann, bewiesen Gastgeberin Alice Tumler und die Punkte-Ansagerinnen von Finnland und San Marino.

Wer hat vor der Kamera am meisten geweint?

Definitiv die Russin. Polina Gagarina brach beim Schlussakkord von "A Million Voices" in Tränen aus. Und auch danach schlug sie jedes Mal, wenn sie die TV-Kamera kommen sah, die Hände vor ihren Mund und zeigte sich nah am Wasser gebaut. Alles echt? Hmmmm, nunja...

Wie haben die deutschen Zuschauer abgestimmt?

Twelve Points go to - Russia! Deutschland gab der Sängerin Polina Gagarina die höchste Punktzahl 12. Barbara Schöneberger präsentierte das Ergebnis von Hamburg aus: 10 Punkte gingen an den späteren Sieger Schweden, 8 an Belgien. Der deutsche Favorit Russland lag auch in der Gesamtwertung lange vorne, landete aber auf Platz zwei. (dpa)