Devid Striesow im „Tatort“ - Sternstunde eines Kommissars
25.01.2013 | 16:13 Uhr 2013-01-25T16:13:00+0100
Saarbrücken. Premiere am „Tatort“: Devid Striesow ist humorig. Er ist ganz klar der Star. Bei der Entwicklung seines Charakters scheinen sich die Autoren Lars Montag und Dirk Kämper sowie Regisseur Hannu Salonen allerdings verausgabt zu haben. Sein Team bleibt blass bis nervig.
Mit Kopfhörern, Gummistiefeln und kurzer Hose kauft Jens Stellbrink (Devid Striesow) Klobürste, Schrubber und Putzzeug im Baumarkt für seine neue Wohnung in Saarbrücken. Die Kombination ist gewagt und scheint vom Witz und Slapstick her dem alten erfolgreichen „Tatort“-Team aus Münster in Zukunft Konkurrenz machen zu wollen.
Der Neue kommt ein wenig esoterisch daher. Macht Yoga, trägt gerne thailändische Wickelhosen, kommuniziert mit seinem Unterbewusstsein und lässt Körperteile von sich sprechen. Und auch, wenn er in der ersten Szene zunächst Mama anruft, tritt er seinen neuen Job in Saarbrücken energiegeladen und hochmotiviert an.
TV-Kommissare mit Kippe sind der Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) ein Dorn im Auge. "Es gibt doch kaum eine Tatort-Folge, in der nicht geraucht wird", ärgert sich NID-Sprecher Krause. Er vermutet einen wirtschaftlichen Zusammenhang und fordert von den Sendern die Offenlegung ihrer Finanzen.
So muss er seinen ersten Fall lösen, bevor er seinen Schreibtisch korrekt im Büro ausgerichtet und die nötigsten Dinge ausgepackt hat. Im Baumarkt entdeckt Stellbrink ein elternloses Mädchen, das von drei Arabern verfolgt wird. Nach einigem hin und her erlangt Stellbrink das Vertrauen des Kindes und flüchtet. Mit Unterstützung von Stellbrinks Kollegin Lisa Marx (Elisabeth Brück) können die brutalen Verfolger auf Distanz und Stellbrink und das Kind „Melinda“, Sonntag, ARD, 20.15 Uhr, zunächst in Sicherheit gebracht werden.
Überzogene Klischees
Der Star in diesem „Tatort“ ist ganz klar Devid Striesow. Bei der Entwicklung seines – durchaus gelungenen – Charakters scheinen sich die Autoren Lars Montag und Dirk Kämper sowie Regisseur Hannu Salonen allerdings so verausgabt zu haben, dass sie Geschichte und den Rest des Teams sträflich vergessen haben.
Der Tatort ist längst zur Institution in deutschen Wohnzimmern geworden. Auch das Ruhrgebiet hat seinen eigenen Tatort in Dortmund. Alle Informationen rund ums Thema finden Sie hier.
Gegen Striesow wirkt Elisabeth Brück blass, und Staatsanwältin Nicole Dubois (Sandra Steinbach) nervt durch ihre überzogenen Klischee besetzten Auftritte.
Entwicklungspotenzial ist vorhanden
Das Team hat ein gehöriges Entwicklungspotenzial. Und damit genau das, was dem alten Duo Maximilian Brückner und Gregor Weber vor ziemlich genau einem Jahr von Christian Bauer, beim SR redaktionell für den „Tatort“ zuständig, abgesprochen wurde. Überraschend nicht nur fürs Publikum, sondern auch für die beiden Darsteller hatte Bauer im Januar 2012 erklärt: „Die Story dieses ungleichen Paares Franz Kappl und Stefan Deininger ist aus unserer Sicht jetzt zu Ende erzählt“. Und die beiden in Rente geschickt.
Nachvollziehbar war das damals nicht. Denn durchschnittlich sahen achteinhalb Millionen Menschen zu, wenn Kappl und Deininger ermittelten. Mit diesen Werten lagen die Beiden im Ranking der 16 Tatort-Kommissariate auf Platz sieben.
Jetzt also Striesow. Bei allen Mängeln dieser Premiere wird aber eines klar: Nach den eher düsteren Filmen „Hilflos“, „Heimatfront“ und „Verschleppt“ wird‘s beim SR in Zukunft humorig.
15:05
Wer zwingt Sie, jeden Tag eine Tatort zu gucken?
12:28
schon wieder ein Tatort zuviel ! mit Wiederholungen haben wir nun den täglichen Tatort und kein Ende in sicht.
10:51
Dieser Tatort begann ja ganz gut, ein etwas skurriler Komissar, machte Lust auf mehr. Was aber folgte war eine gnadenlose Anhäufung abstruser! Gestalten.
thats it! skurril (s/w)ollte es sein, abstrus wurde es,
00:58
Na, sooo schlimm wars ja nicht.
Da gab es in letzter Zeit schlimmeres zu sehen.
Aber diese Klischeesammlung war schon heftig.
00:33
Eigentlich bin ich treuer Tatort-Seher. Aber so eine "langweilige Kacke" werde ich mir nie mehr im Leben antun. Was soll dieser "blödsinnige ******" eigentlich ???
Unten lese ich, dass das der neue aus Saarbrücken sei. Woran soll das zu erkennen sein.
Da lobe ich mir den Stefan - natürlich meine ich den Stefan Becker (geb.Dudenhöffer).
00:28
Immerhin lustiger als die Münsteraner oder damals Stöver in den letzten Folgen. Krimitechnisch eher ein Ausfall aber unterhaltsam.
22:48
So einen schwachsinnigen Tatort habe ich seit langem nicht mehr gesehen. Da wünscht man sich doch direkt das alte Ermittlerteam zurück. Nie wieder Saarbrücker Tatort! Story hahnebüchen, Schauspieler grottenschlecht und hat auch nix mit Saarbrücken zu tun.
22:45
Striesow ist eigentlich ein guter Schauspieler. Den Rest der Crew kann man getrost austauschen inkl. Drehbuchautor und Regisseur.
22:18
Was war denn das für ein Blödsinn. Ich sehe gerne den klassischen Krimi und nicht so einen Mist. Habe nach 10 Minuten weggeschaltet, zwischendurch mal wieder rüber, es war nicht zum Aushalten. Ist das der Krimi der Zukunft ??? Hoffentlich nicht.
22:01
Tolle Wurst! Bleibt zu hoffen, daß der SWR nicht noch mehr Folgen mit diesem neuen TraumTrio drehen will...