Deutsche Welle startet englischsprachigen Nachrichtenkanal

Die Zentrale der Deutschen Welle in Bonn.
Die Zentrale der Deutschen Welle in Bonn.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Am Montag startete das neue Nachrichtenprogramm der Deutschen Welle: Im 24-Stunden-Format liefert DW News die Weltnachrichten in englischer Sprache.

Bonn.. Die deutsche Stimme in der Welt soll noch vernehmbarer werden - allerdings auf Englisch: Seit Montag läuft ein neues 24-Stunden-Programm der Deutschen Welle.

Die Deutsche Welle (DW) hat am Montag ein neues 24-Stunden-Programm in englischer Sprache gestartet. DW News solle für Information und Sachlichkeit stehen und zum Beispiel ein Gegengewicht zur "russischen Desinformationspolitik im Baltikum" bilden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) beim Global Media Forum in Bonn, einem von der Deutschen Welle organisierten Medienkongress mit fast 2000 Teilnehmern aus 130 Ländern.

"Es läuft, und es sieht gut aus"

Die Deutsche Welle "steht für Meinungsfreiheit, für Pressefreiheit, für Menschenrechte, Demokratie und soziale Marktwirtschaft", sagte Grütters. Als Botschafterin des demokratischen Rechtsstaats sei sie gerade in Krisenregionen und autoritär regierten Staaten für viele Menschen die Verbindung zur freien Welt. "Daher haben wir den Bundeszuschuss an die Deutsche Welle substanziell um 12 Millionen Euro erhöht." Das neue englischsprachige Programm werde künftig weltweit noch mehr Menschen mit unabhängigen Informationen versorgen.

"Es läuft, und es sieht gut aus", sagte DW-Intendant Peter Limbourg Stunden nach dem Start. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer (CDU), bezeichnete den neuen Kanal als "heiß diskutiert, aber in der heutigen Zeit unbedingt notwendig".

Neue Nachrichtenperspektive gefordert

In einer Diskussion appellierte der Journalist Andreas Zumach an die Deutsche Welle, nicht unbedingt in einen Wettbewerb mit der BBC und anderen Sendern um die besten und schnellsten Bilder einzusteigen.

Ägypten Die DW könne besser auf Hintergrund und eine andere Herangehensweise setzen. So wäre es zum Beispiel gut gewesen, wenn 2011 während der Demonstrationen gegen die Regierung Mubarak in Kairo mal ein TV-Team in die Randbezirke oder aufs Land gegangen wäre, um die Meinung der schweigenden Mehrheit zu ergründen. Dann wäre der anschließende Wahlerfolg der Islamisten vielleicht weniger überraschend gekommen.

Die Deutsche Welle ist öffentlich-rechtlich organisiert und wird komplett aus Steuermitteln finanziert. In der DW-Zentrale Bonn und am Standort Berlin arbeiten rund 3000 fest angestellte und freie Mitarbeiter aus 60 Nationen. (dpa)