Der Mann hinter Loriot
01.07.2009 | 08:49 Uhr 2009-07-01T08:49:00+0200
Hagen. Die ARD setzt ihre Porträt-Reihe "Deutschland, deine Künstler" (ARD, 1. Juli, 22.45 Uhr) mit sechs neuen Folgen fort. Zum Auftakt zeigt der Sender einen Beitrag über Vicco von Bülow alias Loriot. Weitere folgen widmen sich unter anderem Christoph Schlingensief und Iris Berben.
Vicco von Bülow alias Loriot hat in den letzten Jahren kaum Interviews gegeben. Eigentlich sei alles gesagt, findet der 85-Jährige - und machte dennoch eine Ausnahme. Er gewährte Autorin Claudia Müller einen jener seltenen Einblicke in sein Leben. Das Porträt „Loriot” ist der Auftakt zur zweiten Staffel von „Deutschland, deine Künstler”. Die Reihe widmet sich unter anderem auch Geigerin Anne-Sophie Mutter, Schauspielerin Iris Berben und Regisseur Christoph Schlingensief.
Da Bülow kein Kamerateam in seinem Haus wollte, bat er seinen engsten Freund und Mitarbeiter, den Regisseur Stefan Lukschy, das Gespräch mit Müller aufzuzeichnen. Überraschend offen und bewegend erzählt er darin über den frühen Tod seiner Mutter, Kindheit und Jugend bei der Großmutter sowie das stets enge Verhältnis zum Vater. So habe insbesondere der Verlust der Mutter seinen Blick auf die Welt geprägt. Den Humor allerdings hat Bülow von seinem Vater geerbt, der selbst im Sterbebett noch den Sinn für Komik hatte.
Gespräch aufgezeichnet
Am 12. November 1923 in Brandenburg geboren, entdeckt Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow früh seine Liebe zur Literatur. Zeilen von Shakespeare und Goethe etwa sind es auch, die ihn im Zweiten Weltkrieg die Zeit an der Front überstehen lassen. Nach dem Krieg studiert er Malerei und Grafik.
Der nach eigenen Angaben „von Natur aus extrem schüchterne” Bülow arbeitet zunächst als Cartoonist, ergattert 1959 in Bernhard Wickis Film „Die Brücke” eine kleine Rolle und avanciert schließlich zum preisgekrönten Humoristen, Autor, Regisseur und Schauspieler.
Müllers Porträt zeichnet nicht nur die Karriere des Protagonisten nach. Die Autorin erklärt zudem, was die außergewöhnliche Kunstfigur Loriot gesellschaftlich so bedeutend macht: Das Werk sei zeitlos, weil es vollkommen ist. Weil Loriots Humor so „liebevoll” und „feingeistig” ist.
Extrem schüchtern
Loriot hält den Menschen ihre eigenen Unzulänglichkeiten vor Augen, wie etwa die Unfähigkeit, miteinander zu kommunizieren. Oder die radikalen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Ferner hat er mit wachem Blick das Verhalten von Politikern und anderen Machtmenschen geschickt entlarvt und kleinbürgerliche Ordnungsprinzipien ad absurdum geführt.
Müller lässt in der 45-minütigen Dokumentation Wegbegleiter zu Wort kommen. Auch die 2007 verstorbene Evelyn Hamann äußert sich über ihre Zusammenarbeit mit dem „großen Meister”, dem Perfektionisten, dem Verwandlungskünstler.
15:02
Gleiches gilt für Oliver Pocher.
10:57
Hoffentlich schaut sich Mario Barth die Sendung an. Und unterlässt danach jeden weiteren öffentlichen Auftritt.