Der dienstälteste Fernsehermittler Michael Ande wird 70

Schon als Elfjähriger spielte Michael Ande die Hauptrolle in der deutsch-französischen Koproduktion "Marianne - meine Jugendliebe".
Schon als Elfjähriger spielte Michael Ande die Hauptrolle in der deutsch-französischen Koproduktion "Marianne - meine Jugendliebe".
Foto: imago
Mit elf Jahren spielte Michael Ande seine erste Hauptrolle, mit Anfang 20 war er international bekannt. Doch die Rolle seines Lebens spielt er seit 37 Jahren im ZDF. Als Kriminalassistent Gerd Heymann ist er in "Der Alte" zu sehen. Nun wird Michael Ande 70.

Schliersee.. Er war Kinderstar, spielte den Wendy in der deutschen Fernsehverfilmung von Peter Pan und lieh Hollywood-Größen wie Sylvester Stallone oder Burt Reynolds seine Synchronstimme. Vor allem ist Michael Ande dem Publikum aber als dienstältester Ermittler im deutschen Fernsehen bekannt.

In der ZDF-Krimiserie "Der Alte" spielt Ande seit 1977 den Kriminalassistenten Gerd Heymann - mehr als die Hälfte seines Lebens. An diesem Sonntag (5. Oktober) wird der Schauspieler 70.

Die Karriere des am oberbayerischen Tegernsee geborenen Michael Ande begann früh. Schon als Elfjähriger spielte er die Hauptrolle in der deutsch-französischen Koproduktion "Marianne - meine Jugendliebe". Filmengagements an der Seite von Ruth Leuwerik in "Die Trappfamilie" oder "Ferien in Tirol" folgten. Später war er als Dick Tipton in "Der kleine Lord" im Fernsehen zu sehen.

Internationaler Durchbruch als Jim Hawkins in "Die Schatzinsel"

Der internationale Durchbruch gelang ihm 1966 als Jim Hawkins in dem ZDF-Vierteiler "Die Schatzinsel" nach dem Roman von Robert Louis Stevenson, der in zahlreichen Ländern lief, selbst in Kanada. Zu dem Zeitpunkt hatte er schon Theatererfahrungen an der Kleinen Komödie in München gesammelt. 1961 - noch keine 17 Jahre alt - spielte er an der Seite von Axel von Ambesser in Terence Rattigans "Der schlafende Prinz".

ZDF Dabei hätte die Karriere auch anders verlaufen können. Michael Ande hat seit seiner Kindheit ein Faible für Zeichnen und Technik. In seinem Nachtkästchen etwa lag lange Zeit ein Entwurf für einen Omnibus, in dem Bild- und Tonaufnahmen möglich sind. Doch er blieb der Schauspielerei treu.

1977 wurde Michael Ande der Ermittler Gerd Heymann - die Fernsehrolle seines Lebens. Siegfried Lowitz als Hauptkommissar Erwin Köster war vor 37 Jahren sein erster Chef in der beliebten Krimiserie. Aktuell gibt Jan-Gregor Kremp den Hauptkommissar Richard Voss - Heymanns vierter Vorgesetzter.

Michael Ande ist ein Familienmensch

"Der Chef-Typ bin ich nicht", urteilte Ande in einem Interview über sich selbst. "Ich treffe Entscheidungen nie alleine, sondern binde andere mit ein." Und über seine Rolle: "Ich wollte keine größere. Du musst als Schauspieler in Rollen schlüpfen, die du verkörpern kannst." Den ewigen Zweiten will er noch eine Weile spielen.

Auch privat steht Michael Ande ungern im Rampenlicht. Über den Familienmenschen sind keine Skandale bekannt. Ande lebt zurückgezogen am Schliersee, unweit von seinem Geburtsort Bad Wiessee. Er ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. "Auf Partys fühle ich mich immer unwohl", sagte er im Interview. Lieber fährt er Ski oder kurvt auf seinem Motorrad durch die Gegend. "Ich mag Trubel nicht." (dpa)