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Kuppelshow

"Der Bachelor" auf RTL zwischen Klavierlehrerin und Erotikmodel

03.01.2013 | 07:05 Uhr
RTL geht mit "Bachelor" Jan in die nächste Runde der Kuppelshow. Über 4 Millionen Menschen haben die Auftaktfolge der neuen Staffel gesehen.Foto: RTL

Essen.  Alpha-Männchen statt „hagerer Hühnerwirt“ – die RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“ ist der Gegenentwurf zu „Bauer sucht Frau“. Und genauso absurd. Zwanzig beziehungswillige Frauen streiten sich um die Gunst eines "Traummannes". Die Dialoge in der RTL-Show wirken nicht selten wie aus einem Soap-Dialog.

Wenn man RTL glauben darf, gibt es genau zwei Sorten von Junggesellen in Deutschland: Die einen leben bei Mama, fahren Trecker und sind amouröse Pflegefälle in Gummistiefeln. Die anderen sind das genaue Gegenteil: Top-Typen auf der Sonnenseite des Lebens – modelnde Anwälte, die in selbstrestaurierten Forsthäusern leben und mit glänzenden Sixpacks Holz hacken. So wie Jan, der „Bachelor“ aus der gleichnamigen Sendung. Für die neueste Ausgabe seiner Erfolgsshow hat sich RTL eine Frauenfantasie ausgedacht, über die selbst Rosamunde Pilcher lachen müsste.

Im Intro sehen wir den Bachelor im Meer, aus den Wellen steigend wie ein männliches Pendant zu Halle Berry in „Stirb an einem anderen Tag“. Schnitt auf eine weiße Jacht, die Jan souverän in den Hafen von Kapstadt lenkt. Als nächstes geht’s im britischen Vintage-Sportwagen zur Villa mit Seeblick.

Bachelor glaubt an funktionierende Beziehung

In der Auffahrt: Fackeln im Sturm, buchstäblich. Damit Jan nicht zu abgehoben wirkt, folgt eine Rückblende zu den Eltern. Die leben in bescheidener Idylle bei Magdeburg. Mit Mama kann er „gute, persönliche Gespräche“ führen, sagt der Bachelor. Mit dem Vater lässt sich's dafür besser scherzen. Besonders in Papas Garage, die zu gleichen Teilen mit Oldtimer-Bildern und Pin-Ups behängt ist. (Bachelor: „Das hier ist ein Modell mit zwei Hupen, oder?“)

Der Bachelor hat zwei Kinder von Frauen, mit denen er nicht mehr zusammen ist. An die funktionierende Beziehung glaubt er trotzdem noch. Deshalb hat er sich bei RTL gemeldet und wartet nun auf zwanzig beziehungswillige Frauen aus ganz Deutschland. Das Angebot ist so breit, wie es die Castingdramaturgie erfordert.

Am einen Ende des Spektrums wartet die gediegene Klavierlehrerin Polina, am anderen Ende Erotikmodel und Jägerstochter Melanie, die dem Bachelor eine selbstgepresste Wurst („Ich bin so froh, dass du kein Vegetarier bist!“) mitgebracht hat. Dazwischen: alles von der Reiseverkehrskauffrau bis zur alleinerziehenden Anästhesieschwester.

Dialoge im Bachelor wirken nicht spontan

Wieviel man glauben kann vom „Bachelor“, sei dahingestellt. Einige Kandidatinnen wirken wie pure Drehbucheinfälle. Mag sein, dass die BWL-Studentin Madeleine Wert auf Status legt; Sätze wie „Ab sechsstellig ist mir das Gehalt eines Mannes egal“ oder „Nichts gegen Elektriker – aber Handwerker gehen gar nicht!“ sind ungefähr so spontan wie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten"-Dialoge. Auch andere Teilnehmerinnen sind Karikaturen.

Da wäre, zum Beispiel, die „gelernte Erzieherin“ Nina in der unvermeidlichen Sexdepp-Rolle („Wie soll ich aus dem Auto aussteigen – ich trage doch gar keinen Slip!“), kurz gefolgt von zwei weiteren weiteren Singles aus der Playboy-Fraktion.

Bachelor Jan mag sie fast alle: Anästhesieschwester Conny, weil sie Grüße von ihrem Sohnemann ausrichtet („Das find ich schön!“), Wurst-Model Melanie („Ich mag es, wenn Menschen ungewöhnlich sind!“) und vor allem Fitnesstrainerin Mona. Wegen der Augen. Und weil sie – wie der Bachelor – an die funktionierende Beziehung glaubt. Auch die im Fernsehen.

Sie buhlen um den Bachelor

Ingo Juknat



Kommentare
05.01.2013
12:08
"Der Bachelor" auf RTL zwischen Klavierlehrerin und Erotikmodel
von Pucky2 | #6

also mich erinnert die Sendung an einen Bordell - ein Mann um den sich mehrere Frauen scharen, damit sie von ihm genommen werden.

Gibt es keinen Fernsehrat mehr, der auf ein Minimum an Moral achtet?

Pfui!

03.01.2013
13:30
@Pernella
von Susan2012 | #5

Nun, den A.... aufgerissen, haben sich hauptsächlich die, sagen wir es wie es ist, die eher Häßlichen, die eben ihre wohlgeformten Körper nicht entsprechend vermarkten konnten und meinten besser über Frauenquoten ans Ziel zu kommen. Nun wir sehen, das funktioniert im realen Leben eben nicht so gut wie in der Therorie. Nicht umsonst sucht der deutsche Mann mit etwas Kohle ja auch die schöneren Frauen aus dem Osten oder aus Thailand und eben nicht Pippi Langsocke aus Bochum mit großer Klappe, drittklassigem Studium und auch noch einer lila Latzhose.

03.01.2013
13:18
Und?
von Susan2012 | #4

TV ist das Abbild des realen Lebens - so und nicht anders lebt und denkt ein Großteil der Männer und Frauen. Das mag erschreckend sein, aber genau so ist es.


03.01.2013
12:37
Nunja
von Visionaer | #3


Nunja, Pernella ...

Auch das Verhalten des modernen Menschen entspringt in Teilbereichen nach wie vor den in Jahrtausenden geformten und offensichtlich zur Arterhaltung erfolgreichen Verhaltensmustern von Männlein und Weiblein.
Auch wenn Ihr Frauen das natürlich gerne negiert ...

Die Emanzipation, übrigens, wird in vielen Teilbereichen in kommenden Dekaden auch wieder in der Schublade verschwinden. Viele Frauen wollen nämlich offensichtlich all das gar nicht, was Ihnen Alitsche und Co in die Tasche labern.

03.01.2013
12:21
Entsetzlich
von Pernella | #2

Da haben sich Frauen Jahrzehntelang den A.... aufgrissen, um die Empanzipation durchzusetzen, und trotzdem gibt es immer noch erschreckend viele junge Dinger, denen nix besseres einfällt als sich und ihren Körper zu vermarkten, in der Hoffnung mal schnell einen reichen Typen abzugreifen um bloss nicht selber arbeiten zu müssen. Wiederliche, dumme Weiber! Kein Wunder, dass viele Männer uns Frauen immer noch nicht ernst nehmen, ich kanns ihnen nicht verdenken.

03.01.2013
11:19
Grundsätzliche Frage
von bearny67 | #1

Ist die WAZ- Gruppe eigentlich von Bertelsmann bzw. Pro7Sat1 gekaft worden, damit sie über einen solchen B******** berichten muß??!!

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