Das wirre Geschwafel der Kathrin Oertel bei Maybrit Illner

Früher gegen die Islamisierung des Abendlandes, jetzt gegen Propaganda. Kathrin Oertel hat sich neue Ziele gesetzt.
Früher gegen die Islamisierung des Abendlandes, jetzt gegen Propaganda. Kathrin Oertel hat sich neue Ziele gesetzt.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Manchen Leuten kann man nichts Schlimmeres antun, als sie einfach reden zu lassen. Wie das dann aussehen kann, war bei Maybrit Illners Talk zu sehen.

Essen.. Sie hat Pegida mitbegründet, bis zu 25.000 Leute in Dresden auf die Straße gebracht, die politische Debatte der Republik über Monate beherrscht - inzwischen ist Kathrin Oertel bei den selbst ernannten Rettern des Abendlandes ausgestiegen. Zeichnete sie früher das Zerrbild von der "Lügenpresse", so hat sie nun ein neues Feindbild ausgemacht: die "Propaganda". Bei Illner gewährte Kathrin Oertel einen kleinen Einblick in ihre skurille Gedankenwelt.

Tatjana Festerling "Es gibt zu viel Propaganda in Deutschland", startete sie ihren Wortbeitrag. Dann ging es richtig los. O-Ton Oertel: "Der Herr Goebbels ist tot, das ist auch gut so. Aber wer glaubt die Propaganda ist mit ihm gestorben, den muss ich enttäuschen." Denn, so Oertel weiter: Die "Nato-Propaganda" sei gefährlich und "sie stürzt die Menschen in den Krieg". Worauf das gemünzt war und was der "Herr Goebbels" damit zu tun hat, blieb - freundlich ausgedrückt - unklar.

Oertel beklagt "ständige Propaganda Richtung Muslime"

Stattdessen beklagte Kathrin Oertel, die ja vor kurzem noch mit der Angst vor einer angeblichen Islamisierung Deutschlands Stimmung machte, plötzlich das Bild vom "bösen Moslem". Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 werde "ständig Propaganda Richtung Muslime" gemacht, so Oertel. Von wem? Wieder die Nato? Oder vielleicht Pegida?

Wer weiß. Noch ein zweites Mal versuchte Gastgeberin Illner, Oertel zu befragen. Wie es denn zu ihrem Sinneswandel komme, wollte die Talkmasterin wissen. Die Ex-Pegidianerin führte nun "unbemannte Drohnen" ins Feld, die in den letzten Jahren 3000 Menschen getötet hätten. Gemeint war vermutlich die umstrittene Kriegsführung der Amerikaner, etwa im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Wenn die Moslems so gehandelt hätten, folgerte Oertel mutig, "dann wäre das der Terrorismus gewesen, den sich die Medien wünschen". Das wars dann.

AfD-Chef Lucke relativiert Selbstzerfleischung seiner Partei

AfD Ach ja. Bernd Lucke, Vorsitzender der AfD, deren Spitzenleute sich gerade gegenseitig förmlich zerfleischen, hatte in der Runde auch seinen Auftritt. Tenor: Sicher, ein bisschen Streit gebe es schon in seiner Partei, aber wo gibt's den nicht? Jedenfalls immer noch besser als die "Altparteien". Klar doch.