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Stefan Raab

Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab

16.02.2013 | 11:35 Uhr
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
Kanzlerkandidat Perr Steinbrück würde sich jetzt doch auf ein TV-Duell einlassen, das von Entertainer Stefan Raab co-moderiert wird.Foto: dapd

Essen.  Stefan Raab fühlt sich dem Katzentisch Unterhaltungsfernsehen entwachsen. Er will bei den Großen sitzen und über Politik reden, am liebsten gleich das TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück moderieren. Doch damit überschätzt er sich. Wer Klamauk kann, kann noch lang kein seriöses Rededuell führen.

TV Total, Schlag den Raab , Wok-WM, Autoball-WM, Turmspringen - egal, was Stefan Raab anfasst: Es wird zum Erfolg. Der Mann, das bestätigen auch seine Kritiker, versteht das Unterhaltungsgeschäft wie kaum ein Zweiter. Das belegen nicht nur hunderte erfolgreiche Sendungen, sondern auch dutzende Auszeichnungen. Doch all das scheint Raab, der als extrem ehrgeizig gilt, seit jüngstem nicht mehr genug zu sein.

Raab will mehr sein als nur der Meister der Unterhaltung, er will als ernstzunehmender Moderator wahrgenommen werden. Deshalb rief er mit "Absolute Mehrheit" eine eigene Politik-Talkshow ins Leben und deshalb will er auch für ProSieben.Sat1 das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) moderieren.

Kann Entertainer Raab das? Nicht zuletzt Steinbrück schien das zu bezweifeln und wehrte sich zunächst gegen Raab als Moderator : Politik sei keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft. Erst später rudert Steinbrück zurück, nun kann er sich Raab doch wieder als Moderator vorstellen . Die Kanzlerin gibt sich in der Sache zurückhaltend: Die Entscheidung über die Fragensteller liege bei den Sendern.

Dabei sind die Zweifel, ob Stefan Raab das ernste Geschäft beherrscht, durchaus berechtigt.

Wo Raab draufsteht, steckt fast immer Klamauk drin

Bei nahezu allem, was Raab bislang anfing, stand mehr oder weniger Klamauk im Mittelpunkt. Seine Gesprächspartner laufen stets Gefahr, von ihm durch den Kakao gezogen zu werden. In der ersten Ausgabe von "Absolute Mehrheit" fragte er den CDU-Politiker Michael Fuchs, wer die Gans gestohlen habe. Zudem veralbert er FDP-Chef Philipp Rösler: „Wenn der das beim Abendessen sieht – hoffentlich fallen ihm nicht die Stäbchen aus der Hand.“

Polit-Talk
Merkel und Steinbrück akzeptieren TV-Duell mit Raab

ProSiebenSat.1 will Stefan Raab als Moderator für das Kanzlerduell ins Rennen schicken. Um Seriosität müsse man sich beim Entertainer und ehemaligen Eurovision Songcontest-Teilnehmer nicht sorgen. Sowohl Kanzlerin Merkel als auch ihr Herausforderer Steinbrück akzeptieren Raab beim Polit-Talk.

Hält Stefan Raab die Moderationskarten in der Hand, ist es eigentlich auch egal, wer auf der Gästecouch Platz nimmt. Der Moderator hört ohnehin am liebsten sich selbst zu. Daran, dass er die besten Witze erzählt, besteht für ihn auch kein Zweifel. Für TV Total ist das seit Jahren (gefühlt: Jahrzehnten) eine funktionierende Arbeitsgrundlage. Die Fans wissen, was sie erwartet. Sie kriegen, was ihnen gefällt. Protagonisten und Zuschauer eines TV-Duells dürften mit dieser Art Moderation weniger gut zurechtkommen.

Stefan Raab will auch Politik zum Wettkampf machen

Den Kontrahenten niederzureden, statt ihn zu überzeugen, ist längst in allen Politik-Talkshows angekommen, doch Stefan Raab treibt es mit "Absolute Merheit" auf die Spitze: Die Diskutanten werden noch während der Sendung live vom Publikum an den Bildschirmen bewertet. Wer die Hälfte der Anrufer auf sich vereint, gewinnt den Jackpot. Auch wenn das System kaum einen Spitzenpolitiker dazu treiben dürfte, um des Geldes Willens von seiner Meinung abzuweichen, so leistet es doch dem Populismus Vorschub: Das schnelle Argument schlägt das komplizierte, der laute Redner den zurückhaltenden Denker.

Der Entwickler und Moderator dieses Formats soll im Sommer nun das Rededuell zwischen Merkel und ihrem Herausforderer moderieren. Müssen wir danach überhaupt noch wählen gehen oder lässt sich das bequem per Telefon während der Sendung erledigen (nur 49 ct. pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk abweichend)?

Wenn Stefan Raab seine Politik-Talkshow nutzt, um sich selbst zu beweisen, dass er auch ernsthafte Moderation kann, ist das völlig okay. Vielleicht mausert er sich ja sogar noch zu einem seriösen Moderator, der auch ein Kanzler-Duell würdig führen kann. Noch allerdings sollte Raab den anerkannten Politikjournalisten den Vortritt lassen.

Gerrit Dorn


Kommentare
17.02.2013
16:16
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von kadiya26 | #28

Der Raab... naja. Muss ich persönlich nicht unbedingt haben.

Aber dieses überflüssige Importformat TV-Duell muss ich schon gar nicht haben. Gibt es etwa Leute, die sich davon Informationen erhoffen? Einzig die Journallie hat was davon: Sie werden wieder schön Statistiken führen, wer wie oft welche Zahlen auswendig wußte und ähnliche Ergüsse.

Die Fragen (und die Antworten) sind heute schon geschrieben, und es ist ziemlich egal, wer dann die Fragen stellt. Entweder Raab kriegt das hin oder er blamiert sich auf ganzer Linie. Im Endeffekt so egal wie das ganze TV-Duell.

17.02.2013
13:08
Hm,...wenn ich nochmal so drüber nachdenke...
von Y5ANN | #27

Vielleicht ist Stefan Raab wirklich ne gute Wahl.
Wenn ich nach BVB-Kinds Skizzierung von Raab gehe...

☛ der die Leute seit Jahrzehnten veräppelt, bloßstellt, ständig herumlästert
☛ keinerlei Kritik einstecken kann
☛ ohne Charakter und von Ehrgeiz zerfressen

...dann,...jaaaa,dann passt Raab gut zu den erwarteten TV-Duell-Gästen... oder, um es mit doc_compis Worten zu sagen: "doch, der Typ geht!" :-)

17.02.2013
12:46
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von doc_compi | #26

An BVB-Kind An ´Deinem Kommentar kann man gut festmachen was falschläuft.
Es geht doch garnicht darum was Herr Raab geleistet hat oder nicht, er ist erstmal unabhängig. Ich wüsste auch garnicht was jemanden sein Privatleben angehen muss um zu beurteilen ob er Fragen unabhängig stellen kann.
Deshalb halte ich diesen Kommentar einfach am Thema vorbei.
Und dann noch persönliche Animositäten ausdrücken. Muss das sein.
Unsere Politiker sollten aus Ihrer Position herausgelockt werden damit Sie Klartext reden. Und wenn das einem Herrn Raab ( oder jemand anderen den man gleichfalls nicht einschätzen oder beeinflussen kann) gelingen könnte, dann kann ich nur sagen : Warum nicht und doch der Typ geht.

17.02.2013
10:03
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von BVB-Kind | #25

Ein sogenannter Entertainer namens Raab, der die Leute seit Jahrzehnten veräppelt, bloßstellt, ständig herumlästert, selbst aber sein Privatleben hermetisch abriegelt, und, noch viel schlimmer, keinerlei Kritik einstecken kann, ...so ein sogenannter Entertainer, ohne Charakter und von Ehrgeiz zerfressen....tja, so ein Entertainer soll meiner Meinung nach .... ABHAUEN!
HAU AB!
Der Typ geht gar nicht!

17.02.2013
09:31
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von Y5ANN | #24

Hat Stefan Raab eigentlich Pro7/Sat1 schon übernommen?

Oder kommt das erst noch? Kann aber nicht mehr lang dauern,oder?

Und spätestens nach dem TV-Duell mit Muddi+Queer wird sich Raab dann vermutlich selbst zum Kanzlerkandidat ausrufen.

17.02.2013
09:22
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von Pitti12 | #23

Ich habe diese Rededuelle noch nie gemocht. Auswendig gelernte Sprechblasen ohne tieferen Sinn. Die täglichen Talkrunden mit den immer gleichen Politkomikern sind da der Beweis. Das man jetzt ein Rededuell zweier Kanzlerkandidaten auf Commedy Niveau herunterfährt zeigt doch nur, dass Politik nichts mehr ernsthaftes zu bieten hat. Wahlentscheidungen sollte man nach der Politik, die zwischen den Wahlen gemacht wird treffen. Ich weiß jedenfalls jetzt schon, wen ich nicht wähle. Und dafür brauche ich keine Clownsveranstaltung.

17.02.2013
07:27
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von Karin_Ky | #22

Warum lassen wir Stefan Raab nicht erst mal seine Chance?
Soll er doch die Sendung machen, dann werden wir weitersehen. Beschimpfungen und Vermutungen helfen nun wirklich nicht weiter.
Oder entnehme ich da Neid aus dem Kommentar, mein lieber Gerrit Dorn.

17.02.2013
01:19
Diesem gnadenlosen . . . .
von KPDHagen2 | #21

. . . Selbstdarsteller noch eine Bühne geben? Gehts noch? Merkel und Steinbrück müssen wir ertragen - aber diesen Kasper brauchen wir uns nun wirklich nicht antun!

17.02.2013
00:00
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von astor97 | #20

ist eh alles Kasperletheater.. interessanter wäre eine Diskussion mit den Strippenziehern...dem Kapital... aber das sitzt da.. und wartet ab... schönen Tag noch...

16.02.2013
20:40
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von darum | #19

sehe ich genau so wie doc_compi Raab ist sein eigener Produzent im Gegensatz zu allen andern Öffentlich Rechtlichen Lohnempfänger.

Raab könnte genau das machen was viele sich Wünschen den Politikern mal auf den Zahn fühlen und zur Not den Zahn mal ziehen.

Wer versteht den noch das Politikgeschafel das unsere Politiker ab lassen?

Das ist aber so gewollt damit niemand etwas hinterfragen kann wird alles schön in Rhetorik verpackt bei der man 20 Semester studiert haben muss um ansatzweise was zu verstehen

4 Antworten
Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von Freisenbrucher | #19-1

Sie sollten sich einmal mit der "Kommasetzung" beschäftigen. Vielleicht kann man dann Ihren Beitrag verstehen.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #19-2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Das TV-Duell ist keine Bühne für Entertainer Stefan Raab
von Pitti12 | #19-3

Ich glaube, Sie haben das Prinzip solcher Veranstaltungen noch nicht ganz begriffen. Glauben Sie im Ernst, dass Raab hier Fragen stellen kann, so wie er möchte?? Solche Sendungen sind genaustens geplant. Die Themen und die Fragenkomplexe genau festgelegt. Kein Politiker würde sich in so einer Sendung vorführen lassen. Wir werden so oder so, mal wieder das gleiche Blabla hören - wie immer. Und auch wenn Raab sein eigener Produzent ist, kann er noch lange nicht machen was er will. Hier entscheidet letzlich der Sender welche Inhalte er sendet oder nicht.

@ pittidings
von cui.bono | #19-4

Ihre Aussage ist falsch!

Die Fragen sind vorher den Politikern nicht bekannt!

Sonst würde das Ganze ja keinen Sinn machen.

Ihre Verschwörungstheorie halte ich für schon sehr dü.........

Und wenn Sie die Antworten und Fragen nicht verstehen, würde etwas Bildung ungemein helfen!

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