Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Monitor

Das plant Sonia Mikich für die Zukunft der Sendung "Monitor"

05.09.2012 | 15:15 Uhr
Das plant Sonia Mikich für die Zukunft der Sendung "Monitor"
Sonia Mikich hat einige Ideen für das Politmagazin „Monitor“.Foto: SWR/WDR/Klaus Görgen

Köln.   Sonia Mikich hat kürzlich die Moderation des ARD-Politmagazins „Monitor“ aufgegeben. Gleichwohl bleibt die 61-Jährige verantwortlich für das Format. Und sie hat Zukunftspläne für die traditionsreiche Sendung. Einen Ableger der Sendung im dritten Programm könnte sie sich vorstellen.

Niemals geht man so ganz. Sonia Mikich hat sich gerade als Moderatorin vom ARD-Politmagazin „Monitor“ verabschiedet. Doch der Sendung bleibt die 61-Jährige erhalten – als Programm-Verantwortliche. Jürgen Overkott traf die entspannte TV-Frau in ihrem Kölner WDR-Büro.

Ausgerechnet in Ihrem Büro steht ein Schild „Politische Gespräche verboten“. Wo haben Sie das denn her?

Sonia Mikich: Das hat man mir mal geschenkt. Ich vermute, es kommt aus der ehemaligen Tschechoslowakei, und ich vermute, es stammt aus der grauen Zeit. (Mikich zeigt auf ein großformatiges Foto an der Wand, das zwei offensichtlich unglückliche Mädchen inmitten von Kriegsruinen auf schlammigem Untergrund zeigt). Grosny. Die beiden Mädchen habe ich quasi adoptiert, im Tschetschenien-Krieg habe ich ihre Spur immer wieder verfolgt, sie sind später nach Frankreich geflohen, und irgendwann habe ich sie nicht mehr gefunden.

Erzählt Ihr Büro Ihre Lebensgeschichte?

Mikich: Nee, aber meine Vorlieben. Das Russische, die Emanzipation der Frau, Alexander der Große (ein Film-Plakat), die Kunst.

Welche Art von Kunst?

Mikich: Die pure, abstrakte Kunst. Wenn wir bei den Bildern bleiben: Rothko. Dessen Bilder - da kamen mir Tränen in die Augen.

Und die Kunst der Gesprächsführung - wie steht’s damit?

Mikich: Das werden wir ja jetzt sehen, wer wen führt.

Zweieinhalb bis dreieinhalb Millionen Zuschauer

Am besten sind die Gespräche, die wie ein Tango laufen: Letzten Endes hängt es von beiden ab. Wenn wir zu Ihrem Ausscheiden als Chefin von „Monitor“ kommen, dann muss man mit Blick auf die Talkshows sagen: Die große Zeit der Polit-Magazine scheint vorbei.

Mikich: Nein, es ist immer so: Die Talkshows waren „the new kid on the block“ (die Neuen, Red.), und deshalb haben sie die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, bis heute. Aber überlegen Sie mal: Die Polit-Magazine sind seit 40, 50 Jahre dabei und halten sich erstaunlich tapfer, sie machen unbeirrbar journalistisches Schwarzbrot, sind nahrhaft, kein Fast Food. Wir weisen auf Defizite hin, wir weisen auf Skandale hin, Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Machtmissbrauch in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das hat eben nicht so viel Sex-Appeal wie eine Talk-Show. Und trotzdem schalten uns über die Jahre jede Woche zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Millionen Zuschauer ein.

Wer hält Ihnen die Treue?

Mikich: Zum Teil die Älteren und Alten, diejenigen, die mit den Polit-Magazinen groß geworden sind. Ich merke aber auch immer wieder, dass sich ganz Junge für unsere Themen interessieren, für Ökologie-Themen beispielsweise und Gerechtigkeitsthemen. Aber die Jungen müssen uns finden, und das liegt nicht in unserer Macht. Wenn wir vor „Monitor“ eine Degeto-Wiederholung haben, dann stellt sich heraus: Sie passt nicht zu uns, diese Zuschauer bleiben nicht dran. Bei anderen Unterhaltungsangeboten ist das anders. Es gibt Shows, deren Publikum sich anschließend Hardcore-Journalismus reinzieht.

Und dann gibt es noch den Sport...

Mikich: ...aber wir treten immer an. Wir büchsen nicht aus.

Der Zuschauer - das unbekannte Wesen

Man kann ein Gegenprogramm als Herausforderung begreifen. Haben Sie herausgefunden, welche Themen funktionieren?

Mikich: Es gibt zwei Strategien, und ich kann mich nicht entscheiden, welche die schlauere ist. Manche Magazine sagen: Nach einer Arzt-Serie fangen wir mit einem Medizin-Thema an. Andere sagen: das Härteste, Relevanteste nach vorn. (kleine Pause) Ich neige eher dazu.

Ich denke das jetzt böse zu Ende: Das Publikum findet heraus, dass das Wichtigste immer zuerst gesendet wird, und steigt danach aus.

Mikich: Nein! Sie führen mich aufs Glatteis. Wenn ich allerdings wüsste, wie ich die perfekte Themenkombination mache, wäre ich Millionärin. Keiner weiß es. Die Medienforschung kann nur einen Hinweis geben. Es gibt keine zementierten Regeln.

ARD
Georg Restle übernimmt den „Monitor“ von Sonia Mikich

Georg Restle wird neuer Moderator des ARD-Politmagazins „Monitor“. Der 47-Jährige tritt die Nachfolge von Sonia Mikich an, die das Magazin ihrerseits im Jahr 2002 übernommen hatte. Die erste Sendung mit Restle wird Ende September ausgestrahlt.

Der Zuschauer - das unbekannte Wesen.

Mikich: Sehen Sie, es gibt doch auch so etwas wie Tagesform des Zuschauers. Worüber will man gerade mehr wissen? Manchmal gehen auch mir Kritik und Miesmacherei auf den Senkel, und manchmal kann ich mir nichts Spannenderes vorstellen.

Reicht dem Publikum das Angebot?

Mikich: Für mein Gefühl kommen wir zu selten vor, und dann auch nur 30 Minuten. Es gibt zu viele Themen, für die wir keine Zeit haben.

Ableger im Dritten gewünscht

Wie wäre es mit einem Ableger von „Monitor“?

Mikich: Ich finde, dass „Monitor“ unheimlich viel Gutes macht, ich wünsche mir im Dritten einen Ableger. Ob es dazu kommt, weiß ich nicht. Wenn man sein Angebot vergrößert, müsste ein anderer verzichten. Ich wüsste nicht, wer freiwillig weichen möchte...

Dient „Panorama“ mit seinem Ableger im NDR-Fernsehen als Blaupause?

Mikich: Das kann man so machen. Man kann es aber auch anders machen. Ich setze darauf, dass die beiden Redaktionen viel stärker als heute zusammenarbeiten, ohne ihre Marken dabei aufzugeben. Großer Journalismus, Synergie und Profilschärfung.

Jürgen Overkott



Kommentare
07.09.2012
12:47
Das plant Sonia Mikich für die Zukunft der Sendung
von elementauscrime | #5

zu @ArnieSchwarzenegger, unwitz und shanachie: was sie in zynischer art versuchen hier zu diffamieren, ist die vielleicht wichtigste sendung im gesamten bundesdeutschen fernsehprogramm! eine schande, das ihr die ard-oberen 15 minuten sendezeit "gestohlen" haben.

06.09.2012
13:29
Das plant Sonia Mikich für die Zukunft der Sendung
von Grobian57 | #4

@ArnieSchwarzenegger, unwitz und shanachie:
Für sie war wohl das ZDF-Magazin schon zu kritisch und damit "links".
Wie erholsam muss wohl so eine schlichte Weltsicht sein...

06.09.2012
13:01
Sonia Mikich hat kürzlich die Moderation des ARD-Politmagazins „Monitor“ aufgegeben.
von shanachie | #3

Das ist ja mal eine gute Nachricht!

06.09.2012
12:31
Das plant Sonia Mikich für die Zukunft der Sendung
von unwitz | #2

Da kann ich mich ArnieSchwarzenegger nur anschließen. Eine ganz schlimme Sendung: parteiisch, einseitig, voreingenommen, mainstreamig-durchschaubar.

Vom gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen sollte man anderes erwarten dürfen, als eine solch skandalöse Manipulation der öffentlichen Meinung.

06.09.2012
11:15
Das plant Sonia Mikich für die Zukunft der Sendung
von ArnieSchwarzenegger | #1

Linkes Propagandamagazin.

Aus dem Ressort
Missbrauchsopfer will ARD-Film zur Odenwaldschule verhindern
Skandal-Schule
Andreas Huckele fühlt sich ausgebeutet. Der ehemalige Odenwald-Schüler versucht, die Ausstrahlung des ARD-Films "Die Auserwählten" zu verhindern. Die Auserwählten ist quasi der Film zum Skandal. Sein Vorwurf: Die Macher hätten ohne Erlaubnis seine Lebensgeschichte verfilmt.
Richter dreht in Bochum „Grabowski - alles für die Familie“
Crowdfunding
Bochum wird Haupt-Drehort für „Grabowski - alles für die Familie“, das neue Leinwand-Projekt von Ruhrpott-Ikone Ralf Richter. Der Film steht in der Tradition des Kult-Klassikers „Bang Boom Bang“. Richter verspricht den Fans einen „Knaller“. Finanziert werden soll das Projekt auch über Crowdfunding.
Bertram Lettow (28) kocht in Gladbeck fürs „Perfekte Dinner“
Fernsehen
Der Wahl-Gladbecker tritt als Kandidat bei der beliebten Kochshow auf Vox an. Der Liebe wegen ist er nach Gladbeck an die Josefstraße gezogen. Seine Frau Monika darf ihn nur als Schnibbelhilfe unterstützen. Was es in Gladbeck Leckeres zu essen gibt und wie die Mitkandidaten abstimmen - mal schauen.
Sixx zeigt in "One Born Every Minute" Alltag im US-Kreißsaal
US-Dokusoap
One Born Every Minute“ heißt es von Mittwoch an jeden Mittwoch bei Sixx. Jede Minute wird ein Kind geboren. Ein US-Fernsehender ermöglicht nun einen einzigartigen Blick in den Alltag eines Kreißsaals. Denn mit Einwilligung der werdenden Eltern wurden Kameras auf einer Säuglingsstation installiert.
ARD zeigt Beckmann-Doku über Altkanzler Gerhard Schröder
ARD-Doku
Reinhold Beckmann begleitete Altkanzler Gerhard Schröder über mehrere Monate. In seiner 60 Minuten langen Dokumentation kommen nicht nur Weggefährten, sondern auch Kritiker zu Wort. Die ARD zeigt "Macht. Mensch. Schröder" am Donnerstag um 22.45 Uhr - auf dem alten Sendeplatz von "Beckmann".
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

 
Fotos und Videos
1500 Folgen Lindenstraße
Bildgalerie
Fernsehen
Roter Teppich bei den Emmy-Awards
Bildgalerie
Fernseh-Oscar
Glaskasten für Galileo angeliefert
Bildgalerie
TV-Experiment
Die 20 "Bachelorette"-Kandidaten
Bildgalerie
Fotostrecke