Deutschland sucht den...
Daniel Schuhmacher gewinnt das Superstar-Finale
11.05.2009 | 08:19 Uhr 2009-05-11T08:19:00+0200
Essen. Nicht überraschend, aber doch überraschend knapp: Daniel Schuhmacher ist Deutschlands neuer Superstar. Was Dieter Bohlen schon vor dem Recall vorausgesagt hatte, bestätigten die RTL-Zuschauer ihm in einem emotionalen Finale.
Es ist kurz vor Mitternacht, als Daniel Schuhmacher seine runden Knopfaugen weit aufreißt, bevor sie sich binnen Sekunden mit Tränen füllen: Er hat es geschafft. Mit denkbar knappen 50,47 Prozent ist der 22-Jährige Deutschlands neuer „Superstar“ – und völlig fertig mit den Nerven Dabei kam seine Krönung nicht mal überraschend. Überraschend war schließlich nur, wie knapp sie ausfiel.
Schon als der pausbäckige Pfullendorfer das erste Mal auf der Bühne stand, wurde ihm von Jury-Chef Dieter Bohlen bescheinigt: Deine Stimme ist einmalig, unverwechselbar. Selten hat sich der „Poptitan“ so früh festgelegt, wem er eine Gesangskarriere zutrauen würde – bei Daniel war er sich sofort sicher. So wirkten die anderen Kandidaten, die sich seit Monaten von Mottoshow zu Mottoshow trällerten, oft nur wie Statisten, die das Prinzip des Wettbewerbs, vor allem aber wohl die Telefoneinnahmen für RTL sichern sollten.
Duell der Außenseiter
Da präsentierte sich eine Annemarie Eilfeld fast täglich auf Titelseiten und in Interviews, um der Show die Quotenhexe zu geben. Da hüpfte ein etwas tollpatschiger Holger Göpfert über die Bühne um gemeinsam mit dem femininen Benny Kieckhäben die schrille Farbe in die Show zu bringen. Eine Rollenverteilung, wie man sie von DSDS nur allzu gut kennt – auch ein Daniel Küblböck stand schließlich nie auf einer RTL-Bühne, um wirklich zum Star gekürt zu werden.
So zelebrierte der Sender, nach dem das schrille Beiwerk von Woche zu Woche schlagzeilenträchtig von der Bühne gewählt worden war, sein Finale schließlich in Superlativen: Da trat der 22-Jährige Daniel Schuhmacher gegen die 19-Jährige Sarah Kreuz an – ein nicht nur musikalisch hochemotionales Duell. Es war auch das Duell eines Außenseiters, der in der Schule wegen seiner hohen Stimme gemobbt und geschlagen worden war, gegen eine Schulabbrecherin, die ihren Verlobten für DSDS verließ und nur ein Ziel hatte: Ihren Traum vom Superstar zu leben.
Ruf! An!
Alles oder nichts – so lautete der Tenor des Abends. Während sich für den Sieger die Bühnen der Welt öffnen sollten, würde der Verlierer ins Nichts fallen. Dass auch die Drittplatzierte Annemarie Eilfeld sich in der Zwischenzeit bereits einen Plattenvertrag und eine Soap-Rolle sichern konnte, blieb ausgeklammert – es passte wohl nicht ins groß inszenierte Drehbuch.
Und das war das Finale in erster Linie: Eine immense Inszenierung. RTL feierte sich selbst, sich und seine wohl lukrativste Erfindung seit dem Bau der ersten Gelddruckmaschine: Deutschland sucht den Superstar und RTL verdient sich daran eine goldene Nase. Penetranter als in jedem Shopping-Kanal wiederholte Moderator Marco Schreyl im zwei-Minuten-Takt die Telefonnummern der Kandidaten: Ruft sie an, ruft sie an, ruft sie an.
Verschwunden von der großen Bühne
Dabei sollte der Name der Sendung einen ja eigentlich schon stutzig machen: Warum nur sucht RTL auch in der sechsten Auflage noch Deutschlands Superstar, nicht etwa „einen weiteren“ oder „den nächsten Superstar“? Was macht ein Thomas Godoj heute, wo er doch so ganz ohne Plan B antrat? Ein Tobias Regener, dem absolute Rocker-Qualitäten attestiert worden waren?
Sie sind verschwunden von der großen Bühne, die RTL ihnen einst gebaut hatte und auch wenn Bohlen-Liebling Marc Medlock in einer der Mottoshows kürzlich noch einmal seinen neuen Mallorca-Hit vortanzen durfte – echte Stars sehen anders aus.
Nun muss man den Finalisten dieser sechsten Staffel durchaus zugestehen: Wenn man die Augen schließt und nur den Stimmen lauscht, wie sie Whitney Houstons „I will always love you“ oder Bill Withers „Ain’t no sunshine“ interpretieren, dann könnte man schon meinen, da stünden große Stars auf der Bühne.
Ambitionierte Teenager
Man muss es nicht direkt so übertrieben formulieren wie Dieter Bohlen („Ich kenn keinen Menschen auf diesem Planeten und den umliegenden Ortschaften, der so eine geile Stimme hat wie du.“) um anzuerkennen: Diese beiden können singen, haben Talent, Wiedererkennungswert. Und doch stellt sich, öffnet man die Augen wieder, das gleiche Bild ein. Das Bild zweier ambitionierter Teenager, die plötzlich auf eine große Bühne gezerrt werden und das Spektakel um sich herum noch gar nicht richtig begreifen.
Da kann ein Bruce Darnell noch so häufig mit Sarah über den Catwalk laufen und sie zur Diva trimmen, da kann man Daniel in noch so elegante Anzüge stecken und ihm die Haare ins Gesicht föhnen.
Bereits am Freitag kommt die Single des neuen „Superstars“ in die Plattenläden. Sie wird in kürzester Zeit auf Eins schießen und ein paar Wochen von den Radiostationen rauf- und runtergespielt werden. Wenn Dieter Bohlen sich Mühe gibt – und das scheint er im Fall von Daniel zu tun – wird sich vielleicht auch noch ein zweiter Hit in die Charts schleichen. Irgendwann aber ist er dann wieder ausgeträumt, der Traum des pausbäckigen Jungen aus Pfullendorf.
Spätestens, wenn RTL den siebten Versuch startet, einen Superstar zu finden.
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10:02
hallo daniel
ich find seht nett
du bist ein superstr ein schön lied was ist jetze mit sahra singen jetze ein duo auf cd
mit grüss freundlich
ilona
22:05
Ich amüsiere mich beim Casting, wundere mich über den Mut einiger Kandidaten, die wohl falsche Freunde haben, die ihnen sagen, dass sie singen könnten. Rege mich auch mal auf, genieße dann wieder schöne Stimmen. alles in allem, ich lasse mich unterhalten, wozu Fernsehen auch gedacht ist. Und wenn ich etwas Besseres im Programm finde, sehe ich mir das an. Bei so vielen Sendern muß man nicht DSDS sehen. Oder haben bei einigen Leuten die Fernseher nur einen Sender? Dann würde ich den Hersteller verklagen und nicht über RTL meckern. Oder sind sie nicht fähig, weiterzuschalten?Jeder, der anruft, müßte doch wissen, dass das Geld an den Sender geht. Vielleicht sollten sie sichmelden, wenn es mal eine Intelligenzshow gibt. Wäre interessant, auf welchem Platz sie da landen.
19:10
Das Finale bestritten die Richtigen. Sie hatten beide wohl die beste Entwicklung hingelegt und kamen ohne Bildzeitung sehr weit.
Die blöde Story vom 12.05.09 über Eilfeld vs Schuhmacher soll wohl wieder so ein Mannöver sein, Schlagzeilen zu produzieren.
Oder da wird versucht, den Sieger kaputt zu schreiben.
Schade.
17:45
Hier gibt es so viele Klugscheisser, stellt Euch doch mal selbst auf die Bühne.
Hut ab vor diesen jungen, talentierten Menschen.
14:40
Kleine Statistik: in den letzten beiden Staffeln konnten die You raise me up Sänger(innen) nicht gewinnen.
10:12
DSDS als Sendeformat ist nicht neu.
Leider werden durch diese Sendung falsche Erwartungen bei den Kandidaten und auch bei den Zuschauern geweckt.
Diese Sendung spiegelt den vorwiegend jungen Leuten vor, dass jeder (ob er singen kann oder nicht) durch die richtige Promotion ein Superstar werden kann.
Nur leider braucht man in unserer Gesellschaft nicht nur singende Superstars, sondern auch Bäcker/Innen, Maler/Innen, Klemptner/Innen, Verkäufer/Innen oder Müllmänner/Innen (die natürlich auch musikalisch sein können).
Warum gibt es keine Sendung, nach dem Motte Deutschland sucht den Super Klemptner. Hier könnten dann mal die richtigen Helden unseres täglichen Lebens zeigen, was sie so drauf haben.
Ausserdem würde damit Werbung für diese Berufsgruppen gemacht und man könnte sehen, dass nicht jeder unbedingt singen können muss um sein Geld zu verdienen.
Also RTL / SAT1 / PRO7. Macht mal eine Show, die der Gesellschaft wirklich einen Nutzen bringen könnte und den jungen Leuten die Realität der normalen Arbeitswelt nahe bringt.
Nicht jeder hat das Zeug zu einem singenden Superstar, kann aber trotzdem in der realen Welt ein Meister seines Handwerks sein.
Gruss s.merlin
09:52
Ich wünsche beiden, daß Karriere machen in der Musikbranche, da beide singen können. Hoffentlich werden sie nicht nur ausgenutzt und dann fallen gelassen.
Das sind junge Menschen, die für ihren Traum bereit sind sich zu entwickeln und hart zu arbeiten.
Sind mir lieber als die vielen Schnorrer, die nur Ansprüche stellen, aber nichts leisten.
03:48
ist auch nichts anderes:
http://www.olderporntube.com/watch.php?tag=3IlZW4fCsc
03:00
Der Name Superstar ist eine Bürde für die Kandidaten, die dieser Begriff garantiert besoffen macht, wenn sie ihn denn ernst nehmen. Die Frauen Schoppmann und Erl hatten, wenn ich mich recht erinnere, eine gewisse Scheu, sich nach dem möglichen bzw tatsächlichen Gewinn ihrer Castingreihe so bezeichnen zu lassen.
01:57
Unsere Nation scheint ein Land von Musikexperten zu sein - zwar im Geheimen - doch jetzt machen sie sich bemerkbar.
Viele meckern über das Konzept von DSDS, Dieter Bohlen ist nicht kompetend genug um Musik zu komponieren, die Kandidaten sind zu lieb, zu nett oder zu nichtssagend - doch fast jeder hängt vor der TV-Kiste undschaut es sich an.
Ein gutes Buch oder ein schöner Spaziergang hilft da sehr, man wird entspannter.